Review: Der Nanny (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Der Nanny" (© Warner Bros Home Entertainment)

Das Blu-ray-Cover von “Der Nanny” (© Warner Bros Home Entertainment)

Inhalt: Clemens (Matthias Schweighöfer) genießt nicht unbedingt den Ruf eines guten Kerls. Der Bauunternehmer steht vor dem Abschluss eines gigantischen Deals, muss dafür aber noch ein paar Resistente aus den alten Häusern vertreiben. Für seine Kinder Winnie (Paula Hartmann) und Theo (Arved Friese) hat Clemens kaum Zeit und will die Erziehung eigentlich einem Kindermädchen überlassen. Das Problem: Sein Nachwuchs ist äußerst eigen und macht sich einen Spaß daraus, die Nannys in den Wahnsinn zu treiben. Bald schon weigern sich die Agenturen, weitere Betreuer für Winnie und Theo abzustellen. Rolf (Milan Peschel, „Asterix im Land der Götter“) gehört bereits zu denen, die ihre Wohnung verlassen musste und sehnt sich nach Rache. Er besucht Clemens, um ihn zur Rede zu stellen. Dieser hält ihn aber für das neue Kindermädchen und bietet ihm einen Job an. Rolf nimmt an, um die Familie von innen heraus dafür büßen zu lassen, was er erleiden musste. Doch dieser Plan entpuppt sich als äußerst löchrig.

 

Kritik: Mit inzwischen 34 Jahren hat Matthias Schweighöfer schon einiges erlebt im deutschen Filmgeschäft. Nachdem seine Schauspielkarriere gefestigt war, inszenierte er seit 2011 die Filme „What A Man“, „Der Schlussmacher“ und „Vaterfreuden“. Obwohl die Komödien allesamt in den seichteren Bereich einzuordnen waren, avancierten sie allesamt zu Hits, was nicht zuletzt am solide charmanten Spiel von Schweighöfer lag. So gelang es auch mit seiner vierten Regie-Arbeit „Der Nanny“, wieder 1,6 Millionen Menschen ins Kino zu locken. Wirklich zufrieden dürften bei dem formelhaften Klamauk aber nur die wenigsten gewesen sein.

Charmante Businesspartner die beiden (© Warner Bros Home Entertainment)

Charmante Businesspartner die beiden (© Warner Bros Home Entertainment)

Man nehme das Erfolgsrezept, das für zeitlose Klassiker (Achtung: Ironie) wie „Mr. Babysitter“ mit Hulk Hogan schon gezündet hat. Auf der Liste befinden sich: Ein unsympathischer Workaholic-Vater, eine außerhalb des Horizonts der Autoren verstorbene Mutter, ein oder wahlweise mehrere vorlaute, vernachlässigte Kinder, die jedem Erwachsenen das Leben schwer machen und ein erziehungsungeeignetes Raubein, das sich um den Nachwuchs kümmern muss. Da hier die Suche für die letztgenannte Rolle etwas Zeit beansprucht hätte, wird Schweighöfers ständiger Sidekick Milan Peschel für diesen Part umfunktioniert. Die nach einem chaotischen Start folgende Familienzusammenführung muss eigentlich nicht mehr erwähnt werden. Natürlich waren derartige Geschichten vor 20 Jahren schon angestaubt, was der Finanzierung dieses Machwerks nicht im Wege stand.

Eine Ansammlung widerwärtiger Charaktere fällt bei einem als Familienfilm avancierte Unterhaltung dann schon eher ins Gewicht. Wir haben den von Schweighöfer verkörperten Clemens, der schon in seiner ersten Szene zugunsten von Geld fast jemanden umbringt und kaum weniger Interesse an seinen Kindern haben könnte. Sich von diesem Nachwuchs zu distanzieren ist aber mehr als nachvollziehbar, da Winnie und Theo waschechte Psychopathen sind. Aber was dem einen Folter und (erneut) versuchter Mord, sind in den Augen von „Der Nanny“ unschuldige Kinderspäße. Zwischen der Familie irrt dann der von Peschel verkörperte Rolf umher, der naiv und weltfremd für seine Rechte kämpft. Die Besetzung von Entertainer Joko Winterscheidt als Geschäftspartner von Clemens ist da nur ein weiterer Fehlgriff unter vielen, der schon fast übersehen werden kann. Natürlich wird im Verlauf der Handlung jedes süßliche Register gezogen, um für das glückliche Ende zu sorgen, das eigentlich kein Charakter verdient hat.

Aber es ist nicht alles schlecht am erneuten kommerziellen Erfolg Schweighöfers. Tatsächlich ist der Slapstick-Humor in einigen Szenen wie beim Kleinkrieg von Clemens mit einem Getränkeautomaten recht amüsant. Dennoch gelingt dem beleidigenden, brachialen und dabei erstaunlich leblosen „Der Nanny“ das Kunststück, dass einige Zuschauer mit nostalgischer Wehmut an Hulk Hogan im Tutu zurückdenken.

Was soll hier schon schiefgehen? (© Warner Bros Home Entertainment)

Was soll hier schon schiefgehen? (© Warner Bros Home Entertainment)

Der Film ist ab dem 08.10.2015 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

1,5 von 5 Punkten

 

Bild: Schärfe und Details sind auf ordentlichem Niveau. Die Farben haben (wie auch bei Schweiger) äußerst kräftige Kontraste, die sie recht unnatürlich erscheinen lassen. Wegen der zu stark eingestellten Kontraste überstrahlen auch einige hellere Farben teilweise. Eine leichte Körnung fällt hingegen nicht störend auf. Weitere Bildfehler gibt es nicht.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche DTS-HD MA 5.1-Ton hat bei der Dialogverständlichkeit einige Probleme. Die Stimmen mancher Nebenrollen wirken arg dünn und benötigen ein Nachjustieren der Anlage. Der Soundtrack wird hingegen schön auf die Boxen verteilt. Dazu kommen ein paar nette Effekte, die mit ordentlich Volumen präsentiert werden.

3 von 5 Punkten

Extras: Ein Making of (32 Minuten), vier kurze Featurettes (9 Minuten), ein Outtake-Video (5 Minuten) und Storyboard ergänzen neben ein paar Trailern die Blu-ray.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2 von 5 Punkten


Quelle: Warner Bros, YouTube

Der Nanny

Originaltitel:Der Nanny
Regie:Matthias Schweighöfer
Darsteller: Matthias Schweighöfer, Milan Peschel, Paula Hartmann
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2014
Verleih:Warner Bros Pictures
Länge:110 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 09.10.2015
Review: Der Nanny (Blu-ray)

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