Review: Montana – Rache hat einen neuen Namen (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Montana - Rache hat einen neuen Namen" (Quelle: Entertainment One)

Das Blu-ray-Cover von „Montana – Rache hat einen neuen Namen“ (Quelle: Entertainment One)

Mit 14 Jahren muss sich Montana (David McKell) ohne Familie durchs Leben schlagen und schmuggelt Drogen für den Gangster Slavko (Zlatko Buric, „2012“). Unter den harten Jungs aus dieser Truppe fühlt sich Montana nach Hause, bis er überfallen wird und eine Menge Geld seines Bosses verliert. Nur mit Glück und der Hilfe des mysteriösen Dimitrije (Lars Mikkelsen, „Tage des Zorns“) entkommt er seinen angeblichen Freunden. Dimitrije, ein serbischer Auftragskiller der alten Schule, hat noch eine Rechnung mit Slavko offen und weiß auch, dass Montana mehr als genug Gründe hätte, um sich seinen alten Chef vorzuknöpfen. Er bildet den Jugendlichen aus und zieht mit ihm in dem Kampf gegen die brutale Verbrecher-Bande.

Wie schon bei seinem Debüt-Film nimmt Regisseur Mo Ali auch hier wieder die Gang-Landschaft Londons als Haupt-Thematik seiner Geschichte. Ein Teenager, der durch widrige Umstände früh in dieses Milieu hereinrutscht, war schon bei beklemmenden, authentischen Sozial-Stücken wie der brillanten Serie „The Wire“die Ausgangslage (zumindest für Teile der Geschichte) gewesen. Der Zuschauer versteht schnell, wie das System funktioniert, warum der junge Montana so begeistert von seiner Arbeit ist, aber auch, wie knallhart die ganze Situation sein kann. Doch schon durch stilistische Spielereien, wie intensive Zeitlupen-Einsätze und den recht plumpen Einsatz von Gangster-Rap von der Stange macht sich Ali einiges von seiner ansonsten zumindest interessanten Stimmung im Film kaputt. Wenn die beiden Protagonisten aufeinander treffen, wird der Film dann eher zu einer Mischung von „Leon – Der Profi“ und „Karate Kid“, ohne dabei besondere, neue Beiträge zum Genre zu bringen. Es wird viel geredet, wobei die Gespräche nur in Ausnahmefällen über Charme verfügen.

Harte, aber sporadische Action mit soliden Schauspielern

Montana träumt von einem Leben als Gangster (Quelle: Entertainment One)

Montana träumt von einem Leben als Gangster (Quelle: Entertainment One)

Das überraschend dialoglastige Geschehen wird dann hier und da mit recht drastischen Action-Szenen unterfüttert. Allerdings muss auch hier gesagt werden, dass harte Kampfsequenzen in einer Dampfsauna seit „Tödliche Versprechen“ nichts visionär neues sind. Auf jeden Fall hat die 18er-Freigabe aber durchaus ihre Berechtigung. Schauspielerisch erinnert der Debütant David McKell nicht nur optisch etwas an Jaden Smith, was ihn für simpel gestrickte Figuren durchaus brauchbar macht, aber auch keine direkte Karriere als Charakter-Darsteller erwarten lässt. An seiner Seite spielt mit dem Dänen Lars Mikkelsen (Bruder von Mads Mikkelsen) ein weitaus erfahrenerer Schauspieler. Trotz seiner eher eindimensionalen Figur holt Mikkelsen noch das Optimale aus seinem Charakter und mimt den taffen Kerl mit gutem Kern. Ebenfalls durchaus zufriedenstellend sind die Zweite Reihe-Darsteller Zlatko Buric und Adam Deacon („Babylon“) als finstere Gangster. Für die „Game of Thrones“-Fans spielt Michelle Fairley noch eine kleine Rolle als Polizei-Chefin.

Der Film hatte ohne die Probleme die Möglichkeit, unterhaltsamer Action-Spaß für zwischendurch zu werden. Es fehlt dem Film aber deutlich an Atmosphäre und auch an Tempo, um diese Hoffnung durchgängig zu erfüllen. Sicherlich ist irgendwo ein gut gemeinter, sozialer Unterton zu finden. Dieser ist aber gut versteckt worden. So bleibt „Montana – Rache hat einen neuen Namen“ wie so viele Selbstjustiz-Thriller ein geschwätziger (aber nie ironischer), künstlerisch manchmal zu verspielter Film mit auffälligen Gewaltausbrüchen, der aber zu wenig aussagt, um wirklich zu überzeugen.

Dimitrije im Kampf mit einem Gangster (Quelle: Entertainment One)

Dimitrije im Kampf mit einem Gangster (Quelle: Entertainment One)

Der Film ist ab dem 31.10.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Der visuelle Teil der Blu-ray kann durchaus überzeugen. Recht scharfe Bilder, die besonders bei den Nahaufnahmen punkten können. Der Film hat durchgängig einen leichten Gelbstich, der dem ganzen Geschehen wohl einen etwas dreckigen Look verpassen sollte. Die Farben sind ansonsten kräftig und ziemlich natürlich. Die Kontraste könnten etwas stärker und der Schwarzwert ein wenig voller sein, was zu kleinen Abstrichen in den dunklen Sequenzen führt. Ansonsten ist das Bild sehr sauber hat hat keine augenfälligen Fehler.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Tonspur sind verlustlos und zufriedenstellend. Die Dialoge sind durchgängig gut und sauber zu verstehen. Die atmosphärischen Geräusche und vor allem der aggressive Hip Hop-Score werden gut über die verschiedenen Boxen verteilt. Dazu kommen noch ein paar harte Bässe bei den Schießereien.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines Making of (6 Minuten) und ein paar Interviews (22 Minuten) ergänzen die Blu-ray.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten



Quelle: Entertainment One, Leinwandreporter TV, YouTube

Montana – Rache hat einen neuen Namen

Originaltitel:Montana
Regie:Mo Ali
Darsteller:Michelle Fairley, Lars Mikkelsen, Zlatko Buric
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:UK, 2014
Verleih:Entertainment One
Länge:108 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.11.2014
Review: Montana – Rache hat einen neuen Namen (Blu-ray)

{lang: 'de'}

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *