Review: Drift – Besiege die Welle (DVD)

Das DVD-Cover von "Drift" (Quelle: Ascot Elite)

Das DVD-Cover von “Drift” (Quelle: Ascot Elite)

In der frühen 1970er-Jahren hat Andy Kelly (Myles Pollard, „Tucker & Dale vs. Evil“) eine klare Vorstellung von seiner Zukunft. Er schmeißt seinen Fabrik-Job hin, um gemeinsam mit seinem kleinen Bruder Jimmy (Xavier Samuel, „Bait – Haie im Supermarkt“) und seiner Mutter (Robyn Malcolm) eine eigene Surfer-Marke zu kreieren und tolle Boards zu entwerfen. Unterstützt werden sie von dem neu angereisten Abenteurer JB (Sam Worthington, „Texas Killing Fields – Schreiendes Land“), dessen Ziehtochter Lani (Lesley-Ann Brandt, „Spartacus“) und Jimmys Kumpel Gus (Aaron Glenane). Nach einigen Monaten harter Arbeit stellen sich die ersten Erfolge ein. Jedoch ist Gus in höchstem Maß Heroin-süchtig und sagt ohne das Wissen der anderen dem örtlichen Dealer Miller (Steve Bastoni, „Matrix Reloaded“) zu, Andys Laden als Drogenumschlagplatz nutzen zu können. So bringt er „Drift“ auf den Radar der Polizei und alle Mitarbeiter des Ladens in Lebensgefahr.

Morgan O’Neill („The Factory“) und der Neuling Ben Nott teilten sich für dieses Surfer-Drama den Regiestuhl. Sehr schnell wird klar, dass der euphorische Slogan auf dem DVD-Cover, der „Drift“ als Kombination von „Gefährliche Brandung“ und „Blow“ bezeichnet, maßlos übertrieben ist. Die Stars des Filmes sind australische Küste und die unendlich blauen Wellen des Ozeans, durch die die Protagonisten surfen. Wer beim Anblick der von Geoffrey Hall („Red Dog“) wunderschön gefilmten Bilder kein Fernweh verspürt, darf getrost als Urlaubsmuffel bezeichnet werden. Auch die sympathischen Figuren, die durch die Bank weg recht gut ausgearbeitet wurden, verfolgt der Zuschauer höchst wahrscheinlich sehr gerne. Warum „Drift – Besiege die Welle“ trotzdem nur ein mittelmäßiger Film ist? Die Story ist weder besonders spannend, noch besonders gut erzählt.

Coole Stars in flachem Treiben

Andy erfreut sich mit Familie und Freunden seinen Lebenstraum (Quelle: Ascot Elite)

Andy erfreut sich mit Familie und Freunden seinen Lebenstraum (Quelle: Ascot Elite)

Während der Zuschauer von einem Urlaub an den gezeigten Stränden träumt, gleitet die Erzählung ohne viele Höhepunkte dahin, wie ein Surfer, der vergeblich auf die nächste Welle wartet. Erst in der Schlussphase dreht der Film auf und punktet vor allem beim großen Surfwettbewerb, der aber natürlich wieder von der Kameraarbeit getragen wird. Schauspielerisch konnten O’Neill und Nott aus dem Vollen schöpfen und mit Sam Worthington einen echten Hollywoodstar zurück in die australische Heimat lotsen. Worthington ist zwar nicht gerade für seine tiefschürfenden Charakterrollen bekannt, das wird hier aber auch nicht gefordert. Den Part als langsam alternder Abenteurer und Surferboy füllt er auf jeden Fall gut aus.

Myles Pollard kann als Ruhepol Andy ebenso überzeugen wie Xavier Samuel, der zu Australiens großen Schauspielhoffnungen zählt und hier den Wildfang Jimmy mimt. Robyn Malcolm macht ihre Sache als gutmütige Mutter Kat zwar sehr gut, ist aber sichtlich etwas zu jung für die Rolle. In Realität liegen gerade einmal sieben Jahre zwischen ihr und Myles Pollard. Lesley-Ann Brandt ist mit ihrer Figur Lani Blickfang und Powerfrau zugleich, was ihr ausgesprochen gut gelingt.

Andy ist auf dem Meer zuhause (Quelle: Ascot Elite)

Andy ist auf dem Meer zuhause (Quelle: Ascot Elite)

„Drift – Besiege die Welle“ ist eine dieser Produktionen, die man eigentlich nur mögen kann, die es einem aber immer wieder schwer macht. Bis zum arg naiven Schlussakkord wird das Publikum immer wieder zwischen tollen Bildern, guten Schauspielern und allerhand Belanglosigkeiten hin- und hergerissen. Wirklich langweilig wird es dabei zum Glück nie, weswegen „Drift“ als seichte, schön anzusehende Unterhaltung durchaus funktioniert.

Der Film ist ab dem 23.07.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

Bild: Die tollen Aufnahmen werden stilgerecht mit einem guten DVD-Transfer belohnt. Mit knackigen Kontrasten und hoher Detailschärfe werden die Strände und Wellen in „Drift“ geliefert. Lebendige, saftige Farben sorgen dafür, dass im Zuschauer die Sehnsucht auf einen Australien-Urlaub steigt. Anhand der tollen Bilder ist es aber auch überlegenswert, die HD-Fassung des Films auszuprobieren.

4 von 5 Punkten

Ton: Die englische und deutsche Tonspur liegen in Dolby Digital 5.1 vor. Die Dialoge sind immer gut verständlich. Das Rauschen des Meeres und der angenehme Soundtrack wurden sehr ordentlich abgemischt. Große Effekte gibt es aber nicht zu entdecken.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein in Kapitel unterteiltes Behind the Scenes-Featurette (20 Minuten), das aber eher einer B-Roll gleicht, ein kurzer Beitrag über die Australien-Premiere des Films (6 Minuten) und ein paar Trailer ergänzen die DVD nur passabel.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, YouTube

Drift - Besiege Die Welle

Originaltitel:Drift
Regie:Ben Nott, Morgan O'Neill
Darsteller:Sam Worthington, Xavier Samuel, Lesley-Ann Brandt
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:Australien, 2013
Verleih:Ascot Elite
Länge:109 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "Drift"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.07.2013
Review: Drift – Besiege die Welle (DVD)

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