Review: Sacrifice (Kino)

Das Plakat von "Sacrifice" (© DCM, 2026)

Das Plakat von “Sacrifice” (© DCM, 2026)

Inhalt: Seit ihrer Kindheit bereiten sich Joan (Anya Taylor-Joy, „Last Night in Soho“) und ihre Geschwister abseits der Gesellschaft auf eine Prophezeiung vor, mit der sie den Untergang der Welt abwenden möchten. Jetzt scheint die Zeit gekommen, diese Kenntnisse zum Einsatz zu bringen. Aus diesem Grund stürmen sie eine Benefizveranstaltung, bei der es sich die Reichen und Schönen im Zeichen des Umweltschutzes gut gehen lassen. Dort vermutet Joan drei dringend benötigte Menschenopfer, die man zur Erfüllung der Vorhersage einem nahegelegenen Vulkan zuführen muss. Tatsächlich finden sich in dem exzentrischen Schauspieler Mike Tyler (Chris Evans, „Avengers Endgame“), dem herablassenden Milliardär Ben Bracken (Vincent Cassel, „Pakt der Wölfe“) und der Tänzerin Katie (Ambika Mod) die idealen Kandidaten. Jetzt gilt es für die entsetzten Geiseln, ihre ideologisch verblendeten Entführer von einer brutalen Bluttat abzubringen.

 

Kritik: Der französische Regisseur Romain Gavras dreht seit vielen Jahren neben hochkalibrigen Werbungen und Musikvideos auch schon Spielfilme. Sein letztes Werk „Athena“ brachte den internationalen Durchbruch. Nun wurde mit Spannung auf sein englischsprachiges Debüt gewartet. Das Gezeigte wird wohl bei den meisten Zuschauern für gemischte Gefühle sorgen. „Sacrifice“ startet als gradlinige „Eat the Rich“-Satire, in der sich die gnadenlos selbstgefällige Elite vor absurder Kulisse für das eigene Sein auf die Schultern klopft, ehe es wieder zum destruktiven Alltag übergeht. Das ist tatsächlich pointiert, böse und unterhaltsam. Spätestens beim Aufeinandertreffen mit Joan (was für eine Charaktereinführung!) zeigt sich hier, wie wenig selbstlos die wunderbar überzeichneten Wohltäter tatsächlich sind.

Joan hat einen Plan (© DCM, 2026)

Joan hat einen Plan (© DCM, 2026)

Leider hält diese Phase nicht dauerhaft an. Mit einem Ortswechsel verliert der Film in allen Bereichen und scheint fortan etwas ziellos zwischen Satire, Weltuntergangsgeschwurbel und Charakterstudie umherzuirren. Während auf schräge Art ein wilder Unterhaltungswert bestehen bleibt, dürfte kaum noch jemand wissen, auf was „Sacrifice“ jetzt hinaus will. Chris Evans startet stark in den Film rein. Als pseudotiefsinniger Schauspielstar, der sich von einem großen Fehlschlag erholen muss, ist er ein witziger und passender Anker in der skurrilen Filmwelt. Leider geht er im späteren Verlauf mit der Handlung unter. Die einzige wirkliche Konstante bleibt Anya Taylor-Joy. Als durchgeknallte Extremistin, die eigentlich nur Gutes tun will, ist sie durchweg das Highlight des Films. Vincent Cassel darf sich als schmierige Jeff-Bezos-Kopie austoben. John Malkovich und Salma Hayek bleiben Randerscheinungen.

„Sacrifice“ ist bei weitem nicht so furchtbar, wie er in Cannes gemacht wurde, verpasst es aber leichtfertig, ein viel besserer Film zu sein. Als leichtverdaulich-blutiger Spaß, der sich an verwöhnten Schnöseln und verwirrten Verschwörungstheoretikern abreagiert, funktioniert das Geschehen bestens. In der zweiten Hälfte rutscht der Film irgendwo zwischen surrealem Märchen und krudem Selbstfindungstrip ins Chaos, was für ein durchaus interessantes, aber nur bedingt befriedigendes Erlebnis sorgt.

3 von 5 Punkten


Quelle: DCM, YouTube

Sacrifice

Originaltitel:Sacrifice
Regie:Romain Gavras
Darsteller:Anya Taylor-Joy, Chris Evans, Salma Hayek
Genre:Thriller, Komödie, Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2026
Verleih:DCM
Länge: 103 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 15.10.2026

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von DCM

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 14.10.2026
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