Review: Holy Meat (Kino)

Das Plakat von "Holy Meat" (© Camino Film, 2025)

Das Plakat von “Holy Meat” (© Camino Film, 2025)

Inhalt: Der dänische Pfarrer Oskar Iverson (Jens Albinus) wagt einen Neustart in der schwäbischen Einöde in Winteringen, wo er die örtliche Pfarrei vor dem Ruin bewahren soll. Mit einer Inszenierung der Jesus-Geschichte, für die er den gecancelten Berliner Theater-Regisseur Roberto (Pit Bukowski, „Babylon Berlin“) anstellt, möchte er für Wohlwollen beim Erzbischof sorgen. Die Finanzierung soll über Erbschaften aus der Gemeinde erreicht werden, die er an verschiedenen Totenbetten erbittet. So kommt er an den Nachlass der entfremdeten Mutter von Mia (Homa Faghiri), die nach Jahren nach Winteringen zurückkehrt, um sich um die Familien-Metzgerei und ihre mit Down-Syndrom lebende Schwester Merle (Amelie Gerdes) zu kümmern. Mia ist außer sich, als sie vom spontan geänderten Testament erfährt. Sie fasst einen Plan: Wenn das Theaterstück scheitert, gibt es keine Pfarrei, an die das Erbe gehen kann. So nehmen die Dinge ihren Lauf.

 

Kritik: Mit „Holy Meat“ feiert Regisseurin Alison Kuhn ihr Langfilm-Debüt. In der Geschichte taucht sie in dörfliches Treiben, von Skandalen gebeutelte Kirchen und einer von künstlerischem Anspruch als Selbstzweck getriebenen Theaterszene ein. Nach einem Prolog, in dem man als Zuschauer zunächst viele Fragen (zu Halbnackten, Wurstketten und sprechenden Schweinen) haben dürfte, beleuchtet „Holy Meat“ das kuriose Treiben aus gleich drei Blickwinkeln. Sehr trocken, sehr naturalistisch, aber immer schrill erinnert die deutsch-dänische Co-Produktion mehr als einmal an Werke aus der Dogma-95-Bewegung. Das liegt natürlich auch teilweise an der Anwesenheit von „Idioten“-Star Jens Albinus, der hier als frustrierter Pfarrer, für den die Selbsterhaltung der Kirche auch fragwürdige Mittel heiligt, vor allem im ersten Drittel das Geschehen trägt.

Da verliert sogar der Pfarrer den Glauben (© Camino Film, 2025)

Da verliert sogar der Pfarrer den Glauben (© Camino Film, 2025)

Den Mittelteil übernimmt dann Homa Faghiri, die als zornige Mia, die eher unfreiwillig in der alten Heimat vor Anker gehen muss, zur Gegenspielerin von Iverson wird und das ähnlich überzeugend wie ihr Protagonisten-Vorgänger tut. Der dritte Akt gehört dann Pit Bukowski, der sich als gebeutelter Theater-Regisseur nach privater und professioneller Anerkennung sehnt und so zwischen die Fronten von Mia und Oskar gerät. Das ist nicht immer pointiert und wiederholt sich zwangsweise an ein paar Stellen, bleibt aber durchweg charmant, bissig und ziemlich kurzweilig.

Selbst wenn noch nicht jedes Rädchen ins nächste greift, ist Alison Kuhn eine Regie-Talent, das man im Auge behalten sollte. „Holy Meat“gelingt es, durchaus schwere Themen wie Einsamkeit, Glaube und familiäre Verantwortung in einen teils wirklich witzigen und unterhaltsamen Film zu verpacken, der durchaus Beachtung verdient hat.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Camino Filmverleih, Vimeo

Holy Meat

Originaltitel:Holy Meat
Regie:Alison Kuhn
Darsteller:Jens Albinus, Homa Faghiri, Pit Bukowski
Genre:Satire, Komödie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2025
Verleih:Camino Filmverleih
Länge: 117 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 01.01.2026

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Camino Filmverleih

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 31.12.2025
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