Review: Eddie Murphy Special

Innerhalb von wenigen Monaten hatte Paramount Pictures Home Entertainment gleich vier Heimkino-Releases zu verantworten, in denen Comedy-Weltstar Eddie Murphy die Hauptrolle spielt. Im Rahmen dieses Specials haben wir uns alle vier Veröffentlichungen vorgenommen.

Boomerang

Das Blu-ray-Cover von "Boomerang" (© Paramount Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Boomerang” (© Paramount Pictures)

Inhalt: PR-Experte Marcus Graham (Eddie Murphy) ist ein Mann, den alle Frauen wollen. Das nutzt der wortgewandte Charmeur, um sich von einem Bett ins nächste zu befördern. Seine attraktive, neue Chefin Jacqueline Broyer (Robin Givens) scheint aber gegen die Waffen von Marcus immun zu sein. Zu dumm, da der Womanizer erstmals wirklich verliebt ist. Während er vor lauter Liebestollheit sogar seine Karriere schleifen lässt, kann er sich aber immer auf Angela (Halle Berry) verlassen, die ihm als gute Freundin mit Rat und Tat zur Seite steht.

Kritik: Im Jahr 1992 war Eddie Murphy gerade auf der Höhe seiner Karriere, als „Boomerang“ von Regisseur Reginald Hudlin erschien. Zwei Sachen sind recht klar: Das Standing von dem „unwiderstehlichen“ Marcus ist wohl damit zu erklären, dass die Story von Murphy selbst entwickelt wurde. Wirklich ersichtlich wird es während des ganzen Filmes nicht, weshalb der Protagonist jetzt Gottes Geschenk an die Weiblichkeit sein soll. Außerdem fußt die Geschichte auf einem Frauenbild, welches in einer aktuellen Produktion wohl keine Anwendung mehr finden würde.

Wenn man darüber hinwegsehen kann, ist „Boomerang“ amüsante und – trotz der Spiellänge – kurzweilige RomCom-Unterhaltung. Ein paar wirklich witzige Einfälle und Running Gags sowie durchaus flotte Dialoge bilden eine gute Grundlage für einen an sich seichten Plot. Die Schauspieler haben sichtlich Spaß an dem ordentlichen Material. Eddie Murphy harmoniert gut mit seinen Kolleginnen Robin Givens, die eine selbstbewusst-verführerische Chefin gibt, und Halle Berry – selbst wenn sie wahrlich nicht der Archetyp einer grauen Maus ist. In den Nebenrollen geben sich Stars wie Martin Lawrence, Chris Rock und Grace Jones die Klinke in die Hand.

Selbst wenn „Boomerang“ nie über den Status leichtverdaulicher RomCom-Kost hinauswächst und der Film sicherlich das eine oder andere Problemchen hat, ist das Gezeigte nach 30 Jahren immer noch temporeich und pointiert genug, um zwei recht vergnügliche Stunden zu bieten.

Der Film ist ab dem 18.08.2022 erstmals auf Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Schärfe und Detaildarstellung sind ordentlich transferiert, ohne in die Nähe von Topwerten zu kommen. Die bunte RomCom-Farbpalette ist recht kräftig und natürlich ausgefallen. Kontraste und Schwarzwert zeigen keine großen Probleme. Abgesehen von einer leichten Körnung ist das Bild ziemlich ruhig und sauber.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der englische DTS-HD MA 5.1- und der deutsche Dolby Digital 2.0-Ton liefern die erwartbare Kost. Während die deutsche Version eine im Rahmen ihres Formats absolut zufriedenstellende Präsentation liefert, ist die englische Fassung überraschend aktiv. Der poppige Soundtrack sorgt ebenso für räumliche Aktivität wie ein paar größere Sequenzen (z.B. der bizarre Einritt von Grace Jones). Ansonsten ist die eher frontlastige Abmischung ordentlich ausgefallen. Die Dialogwiedergabe ist in beiden Varianten problemlos.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein paar entfernte Szenen mit optionalem Audiokommentar des Regisseurs (5 Minuten) bleiben neben dem Trailer der einzige Bonus.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Paramount Pictures, YouTube

Boomerang

Originaltitel:Boomerang
Regie:Reginald Hudlin
Darsteller:Eddie Murphy, Halley Berry, Martin Lawrence
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 1992
Verleih:Paramount Home Entertainment
Länge:117 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Harlem Nights

Das Blu-ray-Cover von "Harlem Nights" (© Paramount Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Harlem Nights” (© Paramount Pictures)

Inhalt: Harlem, New York, 1938 – In jungen Jahren wurde Waisenjunge Quick (Eddie Murphy) von dem Nachtclubbesitzer und Gangster Sugar Ray (Richard Pryor, „Lost Highway“) aufgenommen. Jetzt steht das Duo vor massiven Problemen, da der Konkurrent Bugsy (Michael Lerner, „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“) mit Unterstützung des korrupten Polizisten Cantone (Danny Aiello) das ganze Viertel übernehmen will. Zusätzlich hat Quick nichts Besseres zu tun, als sich in Bugsys Gespielin Dominique (Jasmine Guy) zu vergucken. Diese anschwellende Fehde fordert bald ihre ersten Opfer.

 

Kritik: In den späten 1980ern durfte Eddie Murphy in Hollywood praktisch alles machen, wozu er Lust hatte. So erschien im Jahr 1989 mit „Harlem Nights“ seine eigene Variante eines Scorsese-Films. Dafür steuerte er neben der Hauptrolle noch Drehbuch sowie Regie bei und besetzte eine ganze Reihe an Freunden und Idolen. Das Endergebnis brachte ihm „Goldene Himbeeren“ für Skript und Inszenierung ein, wurde aber immerhin auch für einen Oscar in der Kategorie „Bestes Kostümdesign“ nominiert. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte.

Auch wenn die Klischees hier in Reihe bedient werden, hat „Harlem Nights“ genug Stilbewusstsein und darstellerische Klasse, um als Noir-Gangster-Film brauchbar zu funktionieren. Eddie Murphys schlagkräftiger Ganove Quick ist zwar keine Figur für die Ewigkeit, bleibt aber charismatisch und sympathisch genug, um das Geschehen zu tragen. Da sich um ihn herum Charaktermimen wie Richard Pryor, Redd Foxx, Michael Lerner und Danny Aiello versammeln, hat der Film auf dieser Ebene überhaupt keine Probleme. Seine größten Schwächen zeigt „Harlem Nights“ ausgerechnet im Bereich der Comedy. So werden fehlende Pointen oft nur durch schrille Stimmen und alberne Beleidigungen ersetzt. Den oft so guten Stan Shaw als stotternden Boxer zu vergeuden (was Eddie Murphy anscheinend urkomisch fand), tut schon fast weh.

Hier sind betreffend Schauwerten und Darstellern immer noch weit zu viele Qualitäten vorhanden, um die teils drastisch negativen Kritiken nachvollziehen zu können. Dennoch bleibt „Harlem Nights“ an vielen Stellen derart fehlgeleitet und unlustig, dass Eddie Murphys Regie-Karriere aus verständlichen Gründen keine Fortsetzung fand.

Der Film ist ab dem 18.08.2022 erstmals auf Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Ein 33 Jahre alter Film des mittleren Preissegments wird mit einem eben solchen Transfer gesegnet. Ein recht körnig-unsauberes Bild mit mittelmäßigem Schwarzwert liefert auch betreffend Schärfe und Detaildarstellung nur passable Kost. Die atmosphärische Farbpalette überzeugt. Insgesamt wird hier keine herausragende und dennoch merkliche Steigerung zu alten Veröffentlichungen geboten.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Neben dem englischen DTS-HD MA 5.1-Ton liegt eine deutsche Dolby Digital 2.0-Spur vor. Der Originalversion hört man nur gelegentlich das Alter an. Selbst wenn der Sound nicht immer super dynamisch und allgemein eher frontlastig ist, wird eine saubere Abmischung mit ein paar netten Momenten geboten. Die Synchronfassung wirkt schon sehr unspektakulär, offenbart aber zumindest keine groß störenden Fehler.

3 von 5 Punkten

Extras: Bis auf den Kino-Trailer gibt es kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Kult Trailer, YouTube

Harlem Nights

Originaltitel:Harlem Nights
Regie:Eddie Murphy
Darsteller:Eddie Murphy, Richard Pryor, Danny Aiello
Genre:Krimi, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 1989
Verleih:Paramount Home Entertainment
Länge:116 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

 

Beverly Hills Cop II

Das 4K-UHD-Blu-ray-Cover von "Beverly Hills Cop II" (© Paramount Pictures)

Das 4K-UHD-Blu-ray-Cover von “Beverly Hills Cop II” (© Paramount Pictures)

Inhalt: Nachdem Lt. Bogomil (Ronny Cox) bei der Jagd auf den Alphabet-Killer niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt wurde, reist Axel Foley (Eddie Murphy) wieder nach Beverly Hills, um seinem alten Freund zur Seite zu stehen. Gemeinsam mit seinen Weggefährten Taggert (John Ashton) und Rosewood (Judge Reinhold) heftet er sich auf die Spur der Gangster, die immer einen verschlüsselten Brief am Tatort zurücklassen.

Kritik: Mit „Beverly Hills Cop II“ lieferte Tony Scott 1987 ein nicht makelloses, aber gelungenes Sequel, das schon wegen dem reinen Unterhaltungswert fast alle Erwartungen erfüllt.

Eine ausführlichere Kritik findet ihr in unserer Rezension der Beverly Hills Cop-Trilogie

Der Film ist seit dem 19.05.2022 erstmals auf 4K-UHD-Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Für UHD ist das Ergebnis sicher nicht perfekt und dennoch überzeugend. Auch die mitgelieferte Blu-ray ist dem vorausgegangenen Release vorzuziehen. Schärfe und Detaildarstellung sind bei beiden Versionen sehr ordentlich, wobei die 4K-Fassung noch ein wenig nuancierter und ausgewogener wirkt. Die Farbpalette ist in beiden Varianten gelungen, wobei die Blu-ray etwas knalliger, die 4K-UHD-Disc etwas realistischer wirkt. Kontraste und Schwarzwert kommen in 4K etwas besser zur Geltung. Das gilt leider auch für die durchaus vorhandenen Bildfehler und Kompressionen, die auf Blu-ray weniger ins Gewicht fallen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Hier gibt es auf beiden Discs eine englische DTS-HD MA 5.1- und eine deutsche Dolby Digital 2.0-Spur. Wenig überraschend ist die Originalversion der doch sehr schwachbrüstigen und allenfalls zweckdienlichen Synchronvariante vorzuziehen. Die englische Version ist mit gut ausgearbeiteten Dialogen, einer für das Alter sehr dynamischen Abmischung und auch einer gewissen Räumlichkeit da deutlich besser gelungen.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Bonusmaterial sucht man hier vergeblich.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Trailer Tracker, YouTube

Beverly Hills Cop II

Originaltitel:Beverly Hills Cop II
Regie:Tony Scott
Darsteller:Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Jürgen Prochnow
Genre:Action-Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 1987
Verleih:Paramount Home Entertainment
Länge:103 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Der Prinz aus Zamunda 2

Das Blu-ray-Cover von "Der Prinz aus Zamunda 2" (© Paramount Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Der Prinz aus Zamunda 2” (© Paramount Pictures)

Inhalt: Runde 30 Jahre sind vergangen, seitdem Prinz Akeem (Eddie Murphy) aus Zamunda in den USA seine Lisa (Shari Headley) kennen lernte. Als sein Vater (James Earl Jones) verstirbt, Akeem die Krone übernimmt und der im Nachbarland angesiedelte Diktator General Izzi (Wesley Snipes) die veränderten Machtstrukturen auf ihre Festigkeit überprüfen will, muss der neue König über seine Zukunft grübeln. Dann erfährt Akeem auch noch, dass er bei seinem damaligen US-Trip einen ihm bislang unbekannten Sohn namens Lavelle (Jermaine Fowler) gezeugt hat. Gemeinsam mit Semmi (Arsenio Hall) macht er sich abermals auf den Weg nach Queens, wo er den neuen Prinzen von Zamunda treffen möchte.

 

Kritik: Wenn man die bekanntesten Werke von Eddie Murphy sammelt, werden wohl die meisten Kinofans schnell bei „Der Prinz aus Zamunda“ aus dem Jahr 1988 landen. Inzwischen hat die vor Einfallsreichtum, Charme und Witz nur so sprühende Culture-Clash-RomCom von John Landis längst den Status eines Klassikers erreicht. „Dolemite Is My Name“-Regisseur Craig Brewer hat nun diese mit Spannung Fortsetzung umgesetzt. Das Endergebnis wird wohl nicht in die Annalen Hollywoods eingehen. Es hat sicherlich etwas für sich, die Charaktere der Originals nach all den Jahren wieder zu treffen. Die Entwicklung der Figuren ist durchaus sinnvoll und amüsant. Gerade in Rückblenden-Sequenzen und bei Anspielungen auf den Vorgänger macht „Der Prinz aus Zamunda 2“ mit all seinen hochbegabten Comedy-Darstellern wirklich Spaß.

Doch da ist auch gleich das Hauptproblem dieses Sequels. Für sich stehend gibt es hier keine wirklich lohnende Geschichte zu bewundern. Mit minimalistischer Dramaturgie hüpft der Film von Szene zu Szene und liefert mal lustige, mal beliebige und mal überflüssige Sketche. Von der neuen Besetzung um Leslie Jones und Tracy Morgan bleibt allenfalls Wesley Snipes als viel zu gut gelaunter Diktator mit Waffenfetisch im Kopf. Dennoch reicht schon allein die Chemie von Eddie Murphy (+ den zahlreichen Alter Egos), Arsenio Hall und den weiteren Stars des Originals, um „Der Prinz aus Zamunda 2“ eine Daseinsberechtigung zu geben.

In sehr selten Fällen gelingt einmal eine späte Fortsetzung wie „Blade Runner 2049“, die dem filmischen Universum wirklich etwas hinzufügt. Auch wenn es sicher weit schlechtere Filme dieser Art gibt, bleibt „Der Prinz aus Zamunda 2“ eine wenig bemerkenswerte und bestenfalls durchschnittliche Fortführung eines Klassikers, bei der wohl die wenigsten Fans ins Schwärmen geraten dürften.

Der Film ist seit dem 28.04.2022 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Abgesehen von ein paar grässlichen CGI-Tieren ist der Look sehr gelungen. Schärfe und Detaildarstellung sind bei der ansprechend märchenhaften Präsentation immer zufriedenstellend. Die satten Farben sehen toll aus. Kontraste und Schwarzwert sind fast schon ein wenig zu kräftig. Große Unruhen und Bildprobleme waren nicht zu sehen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der englische DTS-HD MA 5.1-Ton und die deutsche Dolby Digital 5.1-Spur funktionieren auf ähnlich ordentlichem Level. Die Abmischung hätte sicherlich etwas dynamischer sein können. Dafür gibt es bei den Gruppenszenen und speziell den Musicalnummern eine solide Einbindung der äußeren Boxen. Die Dialogwiedergabe ist in beiden Versionen problemlos.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar mit Regisseur Craig Brewer, ein ausführliches Making of (26 Minuten) und eine Trailershow mit Murphy-Filmen ergänzen die Blu-ray. Optionale Untertitel liegen bei.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Amazon Prime Video, YouTube

Der Prinz aus Zamunda 2

Originaltitel:Coming 2 America
Regie:Craig Brewer
Darsteller:Eddie Murphy, Arsenio Hall, Wesley Snipes
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Paramount Home Entertainment
Länge:108 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Paramount Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 18.08.2022
Review: Eddie Murphy Special

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