Review: X-Men – Zukunft ist Vergangenheit (Kino)

Das Plakat von "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"  (Quelle: 20th Century Fox)

Das Plakat von “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit” (Quelle: 20th Century Fox)

In der Zukunft sieht es übel aus für die Spezies der Mutanten, da die Killer-Roboter Sentinel sie systematisch auslöschen. Das führt soweit, dass Professor Xavier (Patrick Stewart) und Magneto (Ian McKellen, „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“) gemeinsame Sache machen, um ihr Überleben zu sichern. Sie kommen zu dem Entschluss, dass sie die Vergangenheit ändern müssen, um die Zukunft zu retten. Im Jahr 1973 hatte Mystique (Jennifer Lawrence, „Die Tribute von Panem – Catching Fire“) durch ein Attentat auf den Mutantenfeind Dr. Trask (Peter Dinklage, „Game of Thrones“) den Krieg ausgelöst, der von Jahr zu Jahr schlimmer wurde. Aufgrund seiner einzigartigen Heilungskraft wird Wolverine (Hugh Jackman, „Prisoners“) zurückgeschickt, der dort die jüngeren Versionen von Xavier (James McAvoy, „Drecksau“) und Magneto (Michael Fassbender, „12 Years A Slave“) zur Durchführung des Planes benötigt. Das die beiden sich dort noch wie die Pest hassen, von Depressionen und Alkoholmissbrauch zerfressen beziehungsweise in einem Hochsicherheitsgefängnis eingesperrt sind, macht diesen Auftrag nicht einfacher. Zusätzlich wird die Zeit knapp, da Trasks Forschung unerwartet schnell Fortschritte macht.

Trotz seiner rechtlich aktuell heiklen Situation übernahm Bryan Singer zum ersten Mal seit dem zweiten Teil wieder die Regie bei einem „X-Men“-Film. Nach dem exzellenten Neustart der Reihe mit dem 2011er Film von Matthew Vaughn hatte er hier große Erwartungen zu erfüllen. Ausgestattet mit einem monströsen Budget von 250 Millionen Dollar und dem nominell vielleicht spektakulärsten Cast dieses Kinojahres machte er sich an die Arbeit. Das Endergebnis ist meist unterhaltsames, visuell manchmal überwältigendes Popcorn-Kino, das aber leicht an einer überfrachteten Handlung und trotzdem vorhandenen kleinen Längen krankt. Allerdings ist dies Jammern auf höchstem Niveau. Der 3D-Effekt macht sich nur zeitweise bezahlt. Vor allem bei den Zukunftsszenen ist er recht lohnend. Besonders erwähnenswert ist – auch aufgrund des Effektes – eine unfassbar originelle Szene, in der Quicksilver (Evan Peters) bei nahezu angehaltener Zeit eine scheinbar aussichtslose Situation löst.

Ohne Bösewicht in den großen Überlebenskampf

Wolverine mit neuen, alten Krallen  (Quelle: 20th Century Fox)

Wolverine mit neuen, alten Krallen (Quelle: 20th Century Fox)

Was bei „Days of the Future Past“ (so der Originaltitel) ins Auge fällt: Es existiert kein klassischer Antagonist. Der von Peter Dinklage souverän verkörperte Dr. Trask ist mehr eine politische Bedrohung, als ein übermächtiger Feind. Die Sentinel sind nur Maschinen, die aber immer warnend im Hinterkopf des Zuschauers herumspuken. So baut der Film mehr über drohende Gefahr die Spannung auf, was ein durchaus gut funktionierender Ansatz ist. Ein bisschen zu kurz kommt die Ironie in dem Film. Zwar gibt es auch hier spaßige Szenen und Momente, jedoch hat man schon mehr Humor in Marvel-Filmen erleben dürfen. Das die Schauspieler fast alle schon mehrmals ihre Rollen gespielt haben, sieht man hier recht deutlich. Neben Hugh Jackman, der bereits zum siebten Mal Wolverine gespielt hat, kommt es auch zu Wiedersehen mit den gut aufgelegten Patrick Stewart, Ian McKellen, James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Nicholas Hoult, Shawn Ashmore, Halle Berry („The Call – Leg nicht auf!“) und noch einigen mehr. Auch einige nette Gastauftritte erwarten die Fans. Neben Dinklage konnten sich noch unter anderem Ellen Page („The East“), Omar Sy („Ein MordsTeam“) , Evan Peters („American Horror Story“) als Bereicherung der „X-Men“-Welt.

Obwohl sich der Film erwähnte, kleine Unzulänglichkeiten leistet und deswegen knapp hinter seinem Vorgänger landet, lässt „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ nicht nur Fan-Herzen höher schlagen, auch wenn Nichtkenner der Welt sicher Schwierigkeiten mit dem Verständnis haben dürften. Die Mischung von guten Schauspielern, unterhaltsamer Handlung und spektakulären Effekten wie einem schwebenden Stadion, machen diesen Teil sicherlich zu einem der besten der Reihe.

4 von 5 Punkten


Quelle: FoxKino, YouTube

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit

Originaltitel:X-Men: Days of Future Past
Regie:Bryan Singer
Darsteller:Patrick Stewart, Ian McKellen, Hugh Jackman, James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence
Genre:Fantasy-Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2014
Verleih:20th Century Fox
Länge:130 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:22.05.2014
Homepage:Der Internet-Auftritt von "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit"

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