Review: Brücke nach Terabithia (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Brücke nach Terabithia" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover von “Brücke nach Terabithia” (© Constantin Film)

Inhalt: In seiner Familie ist Farmersjunge Jess (Josh Hutcherson, „Die Tribute von Panem“), allein unter vier Schwestern, Stress gewohnt. In der Schule wird er aufgrund veralteter Kleidung und seiner introvertierten Art gehänselt. Nur beim Wettrennen kann er regelmäßig glänzen. Als dann die kesse Leslie (AnnaSophia Robb) neu in die Klasse kommt und ihn beim ersten Rennen deutlich in die Schranken verweist, scheint sein Leben als Verlierer komplett. Doch tatsächlich entsteht zwischen ihm und der weltoffen-fantasievollen Leslie, die auch noch in seinem Nachbarhaus wohnt, sehr bald eine Freundschaft. Im nahegelegenen Wald entfliehen sie dem tristen Alltag und schaffen sich ihr eigenes Reich Terabithia. Im gemeinsamen Kampf gegen Schattenwesen und Riesen gewinnen beide an Selbstvertrauen, was sie auch in der realen Welt nutzen können. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall, der alle Träume in Frage stellt.

 

Kritik: Da sie für ihren Sohn eine Geschichte entwickeln wollte, veröffentlichte Autorin Katherine Paterson im Jahr 1977 ihren Roman „Die Brücke ins andere Land“. Das Fantasy-Abenteuer wurde zum globalen Hit und gilt längst als Klassiker der Jugend-Literatur. 30 Jahre später fand „Brücke nach Terabithia“ – unterstützt durch Patersons Sohn David, der hier als Co-Autor und Produzent beteiligt war – den Weg auf die Leinwand. „Rugrats“-Entwickler Gabor Csupo feierte hier seinen Einstand als Spielfilm-Regisseur. Das Endergebnis kann sich auch im Jahr 2021 noch mehr als sehen lassen.

Der Film zeigt altersgemäße Unterhaltung für sein junges Zielpublikum, das hier merklich ernst genommen und teilweise auch mit nachdenklicheren Themen durchaus gefordert wird. „Brücke nach Terabithia“ ist eine Ode an Freundschaft, Zusammenhalt und Fantasie, die sich auch nicht scheut, unangenehme Wege zu beschreiten. Dabei stehen die toll geschriebenen und immer nachvollziehbaren Charaktere, die fast jedem Zuschauer auf dem Weg ans Herz wachsen dürften, ganz klar im Vordergrund. Die bärenstarken Spezialeffekte kommen (dankenswerterweise) nur punktuell zum Einsatz, was ihre Wirkung erhöht und genug Raum für die realen Themen in der Geschichte lässt. Selbst wenn das Gezeigte nicht ganz ohne Klischees auskommt und der Soundtrack – obwohl es an sich eine schöne Idee war, Hauptdarstellerin AnnaSophia Robb den Titelsong singen zu lassen – an der Kitschgrenze kratzt, bleibt der Film in seiner Gesamtheit angenehm unsentimental.

Zwischen Jess und Leslie entsteht eine enge Freundschaft (© Constantin Film)

Zwischen Jess und Leslie entsteht eine enge Freundschaft (© Constantin Film)

Für die tollen Figuren wurden mehr als überzeugende Darsteller gefunden. Der längst im Bekanntheitsgrad aufgestiegene Josh Hutcherson zeigte hier als Jess, der sich mit seinem Außenseitertum abgefunden hat, ehe ihn die Freundschaft zu Jessie nachhaltig verändert, einen gleichermaßen altersgemäßen wie erstaunlich reifen Auftritt. Ähnliches gilt für AnnaSophia Robb, deren ansteckend positive Leslie der eigentliche Dreh- und Angelpunkt des Films ist. Auch die Erwachsenen, die in solchen Geschichten gerne einmal zu eindimensionalen Skizzen verkommen, tragen hier einen wichtigen Teil bei. Der zumeist auf Raubein-Rollen abonnierte Robert Patrick („Honest Thief“) überrascht hier mit einem empathischen Auftritt als streng-liebevoller Vater von Jess. Zooey Deschanel („Rock the Kasbah“) ist als liebenswerte Musiklehrerin idealbesetzt.

Selbst wenn es sicherlich ein paar Aspekte gibt, in denen der Film nicht ganz optimal funktioniert, ist „Brücke nach Terabithia“ ein durchaus eindrucksvolles Jugend-Fantasy-Abenteuer, das optisch und inhaltlich überzeugt und auf diese Art absolut zeitloses Kino für Jung und Alt liefert.

Ein Seil als Weg in eine andere Welt (© Constantin Film)

Ein Seil als Weg in eine andere Welt (© Constantin Film)

Der Film ist ab dem 03.06.2021 auf Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: In Anbetracht, dass „Brücke nach Terabithia“ schon 14 Jahre auf dem Buckel hat, sieht das Bild prima aus. Schärfe und Detaildarstellung lassen nur selten Schwächen erkennen. Alltag und Fantasiewelt sind mit einer kräftigen und vielseitigen Farbpalette unterlegt. Kontraste und Schwarzwert wurden gut eingestellt. Bis auf Kleinigkeiten ist das Bild ruhig und sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton überzeugen gleichermaßen. Die Dialoge sind klar priorisiert und immer gut verständlich. Gerade wenn die Protagonisten in Terabithia sind, gibt es ein paar nette Effekte zu hören. Aber auch die Hintergrundgeräusche (z.B. in der Schule) werden dynamisch und abwechslungsreich wiedergegeben. Der ohnehin schwächelnde Poprock-Soundtrack wirkt auch rein akustisch eher flach und unspektakulär.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein deutsch synchronisiertes Making of (20 Minuten), die Featurettes „Stimmen zum Buch“ (14 Minuten) und „Visuelle Effekte“ (6 Minuten), Interviews (9 Minuten), ein Musikvideo (4 Minuten), zwei Audiokommentare und ein paar Trailer ergänzen die Blu-ray ordentlich. Das Bonusmaterial liegt in SD und (mit Ausnahme der Audiokommentare) mit optionalen Untertiteln vor.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: MovieC, Constantin Film, YouTube

Brücke nach Terabithia

Originaltitel:Bridge to Terabithia
Regie:Gabor Csupo
Darsteller:Josh Hutcherson, AnnaSophia Robb, Zooey Deschanel
Genre:Fantasy, Abenteuer, Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2007
Verleih:Constantin Film
Länge:95 Minuten
FSK:ab 0 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Constantin Film

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 02.06.2021
Review: Brücke nach Terabithia (Blu-ray)

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