Review: Waves (Kino)

Das Hauptplakat von "Waves" (© Universal Pictures International)

Das Hauptplakat von „Waves“ (© Universal Pictures International)

Inhalt: Ronald (Sterling K. Brown, „Hotel Artemis“), seine Frau Catharine (Renée Elise Goldsberry), Sohn Tyler (Kelvin Harrison Jr.) und Tochter Emily (Taylor Russell, „Escape Room“) sind eine ganz normale Mittelstands-Familie, die trotz kleinerer Reibereien ein sehr harmonisches Leben führt. Als der beliebte Tyler, Star des Ringer-Teams der Schule, sich an der Schulter verletzt, löst das eine Reihe von Ereignissen aus, durch die die Familie in eine tiefe Krise stürzt. Dabei müssen alle Vier auf eigene Art lernen, mit den Veränderungen umzugehen.

 

Kritik: Im Jahr 2017 tauchte Filmemacher Trey Edward Shults mit dem (fast) kammerspielartigen Horror-Drama „It Comes at Night“ auf dem Radar vieler Kinogänger auf. Nun liefert er den mit Spannung erwarteten Nachfolger, der sicherlich ein nicht ganz alltägliches Filmerlebnis bietet. Ohne klassischen roten Faden und mit einer eher losen Dramaturgie folgt „Waves“ der zentralen Familie, bei der sich die Ereignisse überschlagen. In ausgesprochen schick gefilmten, verträumten Bildern, gepaart mit der exzellenten Musik von Trent Raznor und Atticus Ross und einem teils auffällig guten Sounddesign nimmt Shults die Zuschauer auf eine regelrechte Reise. Dabei kommt aber bald das Gefühl auf, dass die Macher ein wenig zu begeistert vom eigenen Genie waren.

 

Die Familie beim gemeinsamen Kirchenbesuch (© Universal Pictures International)

Die Familie beim gemeinsamen Kirchenbesuch (© Universal Pictures International)

Während manche Phasen auch inhaltlich sehr intensiv werden, ergeht sich der Film – besonders in der Spätphase – oft genug in ausgedehnten Nichtigkeiten, die für die ziemlich ausgedehnten 135 Minuten sorgen. Im Gegenzug scheint eine Nebenhandlung zur „Pro Choice“-Problematik hauptsächlich für Relevanz und Zeitgeist in der Geschichte gelandet zu sein. Die eher halbherzige Umsetzung dürfte bei kaum jemandem für Begeisterungsstürme sorgen. Dennoch bleibt der Film immer emotional nahbar genug, um nicht nur auf seine technisch-handwerklichen Glanzmomente reduziert zu werden. Ein nicht unerheblicher Teil fällt hierbei den guten Hauptdarstellern zu.

Kelvin Harrison Jr., der bereits in „It Comes At Night“ eine zentrale Rolle gespielt hatte, überzeugt als Teenager, der gleich mehrere lebensverändernde Entscheidungen treffen muss. Taylor Russell kann vor allem in der zweiten Hälfte in der Rolle der stillen Emily auf sich aufmerksam machen. Sterling K. Brown als strenger, engagierter Vater und „Hamilton“-Star Renée Elise Goldsberry als liebevolle Stiefmutter nutzen ebenfalls den gegebenen Raum. Die Nebendarsteller um Lucas Hedges passen sich der Qualität an.

Mit seinem neuen Film beweist Trey Edward Shults, dass er auch auf großer Bühne ein nennenswerte Zukunft vor sich haben dürfte. In einer auf technischem Topniveau präsentierten Geschichte hätte „Waves“ ein bisschen mehr Struktur und Fokus geholfen, um inhaltlich packender zu werden. Dennoch bleibt ein ungewöhnlich anzusehendes Familiendrama, bei dem die positiven Aspekte klar überwiegen.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Waves

Originaltitel:Waves
Regie:Trey Edward Shults
Schauspieler:Sterling K. Brown, Taylor Russel, Kelvin Harrison Jr., Alexa Demie
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Universal Pictures
Länge:135 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:16.07.2020

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 16.07.2020
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