Review: Undine (Kino)

Das Hauptplakat von "Undine" (© Piffl Medien)

Das Hauptplakat von „Undine“ (© Piffl Medien)

Inhalt: Historikerin Undine (Paula Beer, „Frantz“) lebt im Berliner Stadtzentrum und hält für interessierte Gruppen Vorträge über die Architektur der Stadt. Ihr geordnetes Leben fällt auseinander, als sie plötzlich von Lebensgefährte Johannes (Jacob Matschenz) verlassen wird. Sie ist nicht wie andere Frauen: Wenn ihr Herz gebrochen wird, muss der Verräter sterben und für sie endet das irdische Dasein. Gerade als ihr Fluch zu greifen droht, trifft sie auf Industrietaucher Christoph (Franz Rogowski, „Fikkefuchs“). Die beiden sind absolut unzertrennlich und verbringen jede freie Minute miteinander. Als Christoph dann aber erfährt, dass Undine ihn über wichtige Sachen belogen hat, nimmt das Unheil seinen Lauf.

 

Kritik: In der altdeutschen Mythologie sind Undinen als jungfräuliche Wassergeister bekannt. Seit ihrem ersten schriftlichen Auftauchen im 14. Jahrhundert wurden die Wesen vielfach in Kunst, Literatur und Film aufgegriffen. Nun hat der vielfach preisgekrönte Regisseur Christian Petzold seinen Ansatz an die Thematik gesucht. Das Ergebnis stimmt relativ ratlos. Nach einer interessanten Einleitungssequenz entwickelt sich ein quälend langsam erzähltes Liebesdrama, das zwischen geschwätzigen Figuren und bedeutungsschwangerem Symbolismus die Märchenelemente nur erahnen lässt. Der Film schafft es nicht, einen emotionalen Zugang zu den Figuren und ihren Motiven zu finden, weshalb auch durchaus hübsche Aufnahmen ziemlich prätentiös erscheinen.

Aus unerfindlichen Gründen verbringt der Film seine Zeit lieber damit, der Protagonistin in den 90 Minuten mehrfach beim Vorbereiten und Halten von Referaten sowie beim Warten auf die Straßenbahn zuzusehen – was exakt so unterhaltsam und tiefsinnig erscheint, wie es sich auf dem Papier liest. So entwickelt sich ein ausgesprochen zähes Stück Film, das eher ziellos verschiedene Motive aufgreift, ohne dabei einen roten Faden zu finden. Die Darsteller kommen ebenfalls nur bedingt zum Zug.

Undine sucht die wahre Liebe (© Piffl Medien)

Undine sucht die wahre Liebe (© Piffl Medien)

Paula Beer gehört zweifelsohne zu den spannendsten Talenten des deutschen Kinos. Hier besteht ihr Auftritt zu großen Teilen daraus, gedankenverloren in die Gegend, ernsthaft auf ihre Zuhörer und glücklich in Richtung ihrer neuen Flamme Christoph zu gucken. Aus welchem Grund dieser Part bei der Berlinale mit dem „Silbernen Bären“ prämiert wurde, erschließt sich nicht wirklich. Franz Rogowski ist sicherlich nicht der „klassische“ romantische Held, weshalb seine Besetzung hier durchaus interessant war. Leider bekommt seine Figur keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten, wodurch sein Christoph schlicht kauzig wirkt.

 

Der Plan, eine klassische Geschichte für eine moderne Romanze mit künstlerischem Einschlag zu verwenden, macht grundsätzlich Sinn. Scheinbar wusste Christian Petzold aber nur bedingt, was er mit dieser Ausgangslage anfangen möchte. Schlussendlich bleibt „Undine“ ein emotional wie inhaltlich schwer zugänglicher Film, der mit nett bebildertem, aber ziemlich kruden Symbolismus und bruchstückhaft anmutender Erzählweise zu einer ziemlich drögen Veranstaltung wird.

2 von 5 Punkten


Quelle: Piffl Medien, LeinwandreporterTV, YouTube

Undine

Originaltitel:Undine
Regie:Christian Petzold
Schauspieler:Paula Beer, Franz Rogowski, Jacob Matschenz
Genre:Drama, Liebesfilm, Fantasy
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2020
Verleih:Piffl Medien
Länge:90 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:02.07.2020

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Piffl Medien

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 02.07.2020
Review: Undine (Kino)

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