Review: Mexico Barbaro (Mediabook)

Das Mediabook Cover D von "Mexico Barbaro" (© Wicked-Vision)

Das Mediabook Cover D von „Mexico Barbaro“ (© Wicked-Vision)

Inhalt: Wie in fast jedem Land hält auch Mexiko ein paar schaurige, düstere Legenden bereit. In acht Episoden erzählt „México Barbaro“ ein paar der schlimmsten Geschichten rund um Themen wie Menschenopfer, Organhandel, tödliche Geister und den Tag der Toten.

 

Kritik: Seit längerer Zeit träumte Regisseur und Autor Lex Ortega davon, Machern von Horror-Kurzfilmen eine gemeinsame Plattform zu geben, um die Umsetzung dieser ansonsten schwer zu finanzierenden Projekte zu ermöglichen. Die Antwort lieferte 2014 „Mexico Barbaro“, in dem gleich acht Schauergeschichten von verschiedenen Regisseuren beigesteuert wurden. Ortega selbst verantwortete die fünfte Episode „Lo que importa es lo de adentro“ (zu deutsch: „Was zählt, ist was drin ist“), eine bitter-ironische und ultrabrutale Geschichte, in der eine Mutter keinerlei Interesse hat, auf die Ängste ihrer Tochter zu achten. Tatsächlich gehört dieser Beitrag zu den wenigen, bei denen man einen wirklichen roten Faden und einen damit verbundenen Unterhaltungswert identifizieren kann.

Nur nicht kopflos agieren... (© 2014 LuchaGore Productions. All Rights Reserved.)

Nur nicht kopflos agieren… (© 2014 LuchaGore Productions. All Rights Reserved.)

In einer ähnliche Liga spielt der optisch interessante Teil 2 „Jaral de Berrios“, der eine nicht spannende, aber zumindest konsequente Mischung aus Western und Geistermärchen erzählt. Leider neigen sich die Positivaspekte (zumindest für einen Außenstehenden, der mit mexikanischer Mythologie nicht sonderlich vertraut ist) einem Ende zu. Handwerklich schwanken die Beiträge zu „Mexico Barbaro“ gern zwischen überambitioniert und amateurhaft, was auf Dauer schon visuell keine angenehme Mischung ist.

Abgesehen von den zwei etwas stärkeren Folgen bleibt eine Kombination von ziemlich belanglosen und nicht wirklich sinnigen Gewaltexzessen (Episode 1: „Tzompantli“, Episode 7: Siete Veces Siete“, Episode 8: „Dia De Los Muertos“) und konfusem Blödsinn, dessen Existenz wohl mehreren Zuschauern Kopfzerbrechen bereiten wird (Episode 3: „Drena“, Episode 4: „La Cosa mas Preciada“, Episode 6 „Munécas“). Speziell der laienhaft inszenierte und gespielte „La Cosa mas Preciada“, in dem zwischen Pseudo-Grindhouse-Look (hat hier jemand einen Instagram-Filter für Snuff-Film-Optik entwickelt?) und hanebüchenen Dialogen um Kondome mit Erdbeergeschmack ein vergewaltigender Kobold nicht das bizarrste Element ist, sticht hier noch einmal negativ hervor.

Wenn „Mexico Barbaro“ wirklich ein Pionier-Projekt und die Beteiligten die besten Genre-Filmer des Landes sind, wirft das ein ziemlich negatives Licht auf die dortige Branche. Abseits von wenigen (eher dezenten) Ausreißern nach oben zeigt sich hier eine Horrorsammlung, die als Gemeinschaftsprojekt des neuen Jahrgangs an der Filmschule passabel gewesen wäre. So bleibt eine selten unterhaltsame oder spannende – dafür aber extrem gewalttätige – Fingerübung, die manchmal prätentiös, manchmal einfach nur lächerlich wirkt und dem Publikum größtenteils frustrierende 111 Minuten beschert.

Diese Gestalt sollte dir besser nicht über den Weg laufen (© 2014 LuchaGore Productions. All Rights Reserved.)

Diese Gestalt sollte dir besser nicht über den Weg laufen (© 2014 LuchaGore Productions. All Rights Reserved.)

Der Film ist seit dem 25.02.2019 im Mediabook erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Bei den acht Kurzgeschichten, bei denen teils sogar das Bildformat wechselt, schwankt die Qualität zwischen schick und ordentlich sowie dreckig, fehlerhaft und stilistisch fragwürdig. Allgemein ist schon merklich, dass hier mit ganz kleinem Geld gearbeitet wurde, sodass die Schwarz-Weiß-Episode „Munécas“ (zumindest optisch) noch am besten funktioniert. Dennoch bleibt ein Niveau, das zwischen mittelprächtig und unterdurchschnittlich schwankt.

2,5 von 5 Punkten

Ton: Die Blu-ray enthält eine deutsche DTS-HD MA 2.0- und eine spanische DTS-HD MA 5.1-Spur. Nach Möglichkeit sollte der Originalton bevorzugt werden, der neben ein wenig Räumlichkeit auch deutlich sattere und natürlicher klingende Stimmen bietet. Die deutsche Variante wirkt hier an einigen Stellen ein wenig dumpf und leise. Bei der Abmischung von Hintergrundatmosphäre und Musik sind qualitativ in beiden Fassungen deutliche Schwankungen zu hören, was zu einem bestenfalls passablen Gesamteindruck führt. Auf der DVD liegt der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0, der spanische in Dolby Digital 5.1 bei.

3 von 5 Punkten

Extras: Im Inneren der Hülle ist ein 24-seitiges Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach und Bildern aus den Filmen. Die Discs enthalten ein dreiteiliges „Behind the Scenes“ (insgesamt 13 Minuten), eine B-Roll (3 Minuten), eine Bildergalerie und vier Trailer als Bonus.

2,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Wicked-Vision, YouTube

México Barbaro

Originaltitel:Barbarous Mexico
Regie:Isaac Ezban (+7 weitere)
Darsteller:Adrián Aguirre, Dulce Alexa, Leslie Arce, Leif Bridgma
Genre:Horror, Episodenfilm
Produktionsland/-jahr:Mexiko, 2014
Verleih:Wicked-Vision
Länge:111 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked-Vision

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 03.09.2020
Review: Mexico Barbaro (Mediabook)

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