Review: Monos – Zwischen Himmel und Hölle (Kino)

Das Hauptplakat von "Monos – Zwischen Himmel und Hölle" (© DCM)

Das Hauptplakat von „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ (© DCM)

Inhalt: Die Teenager Patagrande (Moises Arias), Rambo (Sofia Buenaventura), Leidi (Karen Quintero), Sueca (Laura Castrillón), Pitufo (Deiby Rueda), Lobo (Julián Giraldo), Perro (Paul Cubides) und Bum Bum (Sneider Castro) haben sich einer paramilitärischen Organisation in einem lateinamerikanischen Land angeschlossen. Für die Gruppierung sollen sie in einer abgelegenen Gegend eine amerikanische Geisel (Julianne Nicholson, „Im August in Osage County“) und die Milchkuh Shakira bewachen. Es dauert nicht lange, bis sich die Stimmung zwischen den Jugendlichen erhitzt. Als dann auch noch das Versteck auffliegt, die Gruppe im Dschungel untertaucht und die Geisel ihrerseits einen Fluchtversuch startet, wird eine Eskalation unvermeidlich.

 

Kritik: Im Jahr 2011 gelange Drehbuchautor und Regisseur Alejandro Landes mit der Tragikomödie „Porfirio“ ein vielbeachtetes Debüt. Es sollte bis 2019 zu seinem Zweitwerk dauern. Herausgekommen ist ein visuell eindrucksvolles Thriller-Drama, das seine Kindersoldaten mit fast schon fantastisch anmutenden Elementen durch eine nicht einmal sonderlich ereignisreiche und dennoch sehr kurzweilige Handlung führt. Während sich die jungen Protagonisten zwischen kindlichen Albernheiten, ersten Romanzen und allgegenwärtiger Gefahr zurechtfinden müssen, entwickelt sich „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ zu einer Art „Herr der Fliegen“ – wenn dieser von Werner Herzog inszeniert worden wäre.

 

Die Soldaten und ihr Anführer (© DCM)

Die Soldaten und ihr Anführer (© DCM)

Bei all der Bildgewalt vernachlässigt der Film seine Figuren nicht, die mit den teils absurd anmutenden Herausforderungen ihre verständlichen Schwierigkeiten haben. Dabei kann sich Landes komplett auf seinen talentierten Cast verlassen. Gerade Moises Arias als machthungriger Patagrande, Sofia Buenaventura in der Rolle des zweifelnden Rambo und Karen Quintero als zornige Leidi stechen hier hervor. Die US-Charakterdarstellerin Julianne Nicholson dringt als Entführungsopfer mit dem Zuschauer in diese fremde Welt ein und zeigt dabei eine gewohnt starke Leistung.

Gerade in einer Zeit, in der viele Zuschauer nach langer Zeit erstmals ihr Kino besuchen können, wird hier ein tolles Beispiel für einen Film geboten, der abseits der Mainstream-Popcorn-Unterhaltung auf großer Leinwand noch einmal anders wirkt. „Monos – Zwischen Himmel und Hölle“ ist ein toll bebilderter, interessant erzählter Thriller, der bei all seinen Eigenarten immer zugänglich bleibt und so ein schönes Filmerlebnis liefert.

4 von 5 Punkten

Der Film ist seit dem 02.10.2020 digital und seit dem 09.10.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.


Quelle: DCM, LeinwandreporterTV, YouTube

Monos - Zwischen Himmel und Hölle

Originaltitel:Monos
Regie:Alejandro Landes
Schauspieler:Julianne Nicholson, Moisés Arias, Sofía Buenaventura, Julián Giraldo
Genre:Drama, Thriller
Produktionsland/-jahr:Kolumbien, 2019
Verleih:DCM
Länge:103 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:04.06.2020 (Start kann in verschiedenen Bundesländern variieren)

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von DCM

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 28.05.2020
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