Review: Die Besessenen (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Die Besessenen" (© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.)

Das Blu-ray-Cover von „Die Besessenen“ (© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.)

Inhalt: Als Kate (Mackenzie Davis, „Irresistible – Unwiderstehlich“) genug davon hat, täglich eine ganze Klasse zu unterrichten, heuert sie 1994 als Privatlehrerin der kleinen Flora (Brooklynn Prince) auf einem alten Landsitz an. Neben dem Mädchen trifft sie dort auch auf den älteren Bruder Miles (Finn Wolfhard, „Dog Days – Herz, Hund, Happy End!“), der gerade nach einem gewalttätigen Ausbruch der Schule verwiesen wurde. Außerdem lebt die Haushälterin Mrs. Grose (Barbara Marten), die eine Art Erziehungsberechtigte für die Waisenkinder ist, auf dem Anwesen. Schon kurz nach Kates Ankunft häufen sich unerklärliche und finstere Ereignisse. Wird der neuen Lehrerin einfach nur fies mitgespielt? Muss sie an ihrem eigenen Verstand zweifeln? Oder wird das Haus tatsächlich nach einem Todesfall von einem bösen Geist heimgesucht?

 

Kritik: Bereits im Jahr 1898 veröffentlichte Henry James seinen Grusel-Roman „Das Durchdrehen der Schraube“, der als lose Vorlage für diesen Horrorfilm der – hauptsächlich für ihre Musikvideos bekannten – Regisseurin Floria Sigismondi diente. Die künstlerische Herkunft der Macherin sieht man „Die Besessenen“ auch in jeder Aufnahme an, da der Film wirklich schön und düster-atmosphärisch wirkt. Sehr viel weiter ist es mit den hier gezeigten Qualitäten aber nicht bestellt. Gemeinsam mit der jungen Lehrerin taucht der Zuschauer in die Welt eines schicken, wenn auch verfallenen Landhauses ein, was aber bis auf zwei nervige Kinder, eine alte Grusel-Haushälterin sowie eine Wagenladung schlecht platzierter und liebend gern auf Traumsequenzen aufbauender Jumpscares kaum interessante Aspekte zu bieten hat. Wenn das fast schon packendste Schauer-Element eine verfallene Mannequin-Puppe auf dem Dachboden ist, steckt eine derartige Genre-Produktion zumeist in Schwierigkeiten.

Auf dem Landsitz ereignen sich merkwürdige Dinge (© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.)

Auf dem Landsitz ereignen sich merkwürdige Dinge (© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.)

So ergibt sich eine Geschichte, in der nur wenig geschieht. Weshalb die Handlung im Jahr 1994 (einschließlich einer Referenz an den Tod von Kurt Cobain) angesiedelt wurde, erschließt sich inhaltlich nicht. Nach recht viel Aufbau und Belanglosigkeiten macht der Film erst im letzten Drittel den Schritt in Richtung der Ereignisse, die für das den Spuk verantwortlich sein könnten. Doch ehe man probiert, wirkliche Antworten bzw. überhaupt einen Schlussakt zu liefern, endet der Film, nachdem in lose aneinander gereihten Sequenzen Verwirrung gestiftet wurde. Davon zu sprechen, dass „Die Besessenen“ ein offenes Ende hätte, wird der Ziellosigkeit der Geschichte nicht gerecht.

Neben dem schicken Look kann sich der Film aber zumindest auf einen guten Cast verlassen. Gerade Mackenzie Davis ist als hoffnungsvolle Privatlehrerin, die langsam am eigenen Verstand zweifelt, deutlich zu gut für das gebotene Material. Finn Wolfhard und Broklynn Prince spielen zwar unausstehliche Nervensägen, zeigen aber, weshalb sie zu den populärsten Kinderdarstellern aktuell zählen.

Auf den ersten Blick hinterlässt „Die Besessenen“ mit schönen Bildern und tollen Schauspielern einen zurecht hochwertigen Eindruck. Leider fehlt es inhaltlich an jeder Substanz. So bleibt der Film zu unoriginell und konfus, um irgendwann wirklich spannend zu werden. Da das Ganze in einem Finale gipfelt, das den Namen nicht verdient, ist dieser Gruseltrip schlussendlich eine eher frustrierende Angelegenheit.

Kate und Miles haben ihre Schwirigkeiten miteinander (© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.)

Kate und Miles haben ihre Schwirigkeiten miteinander (© Universal Studios. Alle Rechte vorbehalten.)

Der Film ist ab dem 03.09.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch kann die Blu-ray zu großen Teilen überzeugen. Schärfe und Detaildarstellung sind abgesehen von Kleinigkeiten konstant solide. Die eher kühle Farbpalette passt zur Atmosphäre. Kontrasteinstellungen bzw. der Schwarzwert hätte(n) etwas knackiger sein können, was in sehr dunklen Momenten für kleine Probleme sorgt. Ansonsten ist die Bildpräsentation relativ ruhig und sauber.

4 von 5 Punkten

Ton: Hier zeigt sich Universal experimentierfreudig. Während der deutsche Ton in Dolby Digital Plus (7.1) vorliegt, kommt die Originalfassung mit einer Dolby TrueHD 7.1-Spur. Die englische Fassung dürfte wohl das Optimum aus dem (passablen) Ausgangsmaterial holen. Aber auch die synchronisierte DD+-Variante kann sich hören lassen und punktet mit schöner Räumlichkeit. Allerdings gibt es hier kleine Abzüge für stellenweise etwas zu leise Stimmen.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein (deutlich sinnvolleres) alternatives Ende (4 Minuten), ein paar unveröffentlichte Szenen (5 Minuten) und das Featurette „Die Produktion von „Die Besessenen““ (11 Minuten) sind als Bonus auf der Blu-ray zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Die Besessenen

Originaltitel:The Turning
Regie:Floria Sigismondi
Darsteller:Mackenzie Davis, Finn Wolfhard, Brooklynn Prince
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Universal Pictures
Länge:94 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.08.2020
Review: Die Besessenen (Blu-ray)

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