Review: 10 to Midnight (Blu-ray-Steelbook)

Das Cover von "10 to Midnight" (© Wicked-Vision)

Das Cover von „10 to Midnight“ (© Wicked-Vision)

Inhalt: Leo Kessler (Charles Bronson, „Chatos Land“) ist ein mit allen Wassern gewaschener Polizist, der seit vielen Jahren die schlimmsten Psychopathen ins Gefängnis bringt. Gemeinsam mit dem unerfahrenen Kollegen Paul McAnn (Andrew Stevens) soll er einen bestialischen Frauenmörder überführen. Obwohl es keinerlei Beweise gibt, ist sich Leo sicher, den Killer bereits in einer Vernehmung getroffen zu haben: Der aalglatte Büroangestellte Warren Stacey (Gene Davis) ist für ihn der perfekte Verdächtige. Als Kessler Druck macht und sein Plan schief läuft, gerät seine Tochter Laurie (Lisa Eilbacher, „Beverly Hills Cop“) ins Visier des Mörders. Er muss zu extremen Mitteln greifen, um Stacey zu stoppen.

Kritik: Der 2002 verstorbene britische Filmemacher J. Lee Thompson war eine echte Ikone seines Fachs. In den 1960ern erlebte er mit Klassikern wie „Die Kanonen von Navarone“ und „Ein Köder für die Bestie“ die Glanzzeit seiner Karriere. Gute 15 Jahre startete erlebte er den Herbst seiner Laufbahn mit zumeist ziemlich unterhaltsamen B-Produktionen, in denen Charles Bronson die Hauptrolle übernahm. „10 to Midnight“ (bzw. „Ein Mann wie Dynamit“) war 1983 die vierte von insgesamt neun Kooperationen des Duos (u.a. „Murphys Gesetz“). Zum Release erhielt der blutige Exploitation-Thriller gerade von Kritiker-Seite nicht nur Lob. So bezeichnete Ikone Roger Ebert das Gesehene als „scummy little sewer of a movie“ (sinngemäß: „Ein Film wie ein Abwasserkanal“).

Das Cover von "10 to Midnight" (© Cannon Group)

Das Cover von „10 to Midnight“ (© Cannon Group)

Selbst wenn der Film sicherlich keine großen Innovations- oder Geschmackspreise gewinnen wird, ist das Werk mit 37 Jahren Abstand ein dreckiger und durchaus atmosphärischer Thriller, der auf ein paar Arten aus der Post-„Ein Mann sieht rot“-Ära Bronsons hervorsticht. Es entwickelt sich eine Mörderjagd, die in ihrer Heftigkeit durchaus überrascht, in der Thompson aber dennoch geschickt beweist, wie effektiv eine geschickte Inszenierung reinrassige Gewaltdarstellungen in den Schatten stellen kann. Der Plot von „10 to Midnight“ geht schon fast zu rasant vor, um alle Subplots vernünftig abdecken zu können. Dennoch bleibt eine von Anfang bis Ende gut funktionstüchtige Geschichte, die den Fans zorniger Genre-Unterhaltung gelungene Kost liefert.

Charles Bronson wollte die Rolle in dem Film (laut IMDb) derart dringend, dass er sich einer Schönheits-OP unterzog. Sein aufrichtig cool angelegter Leo Kessler ist ein sehr klassischer „Law and Order“-Cop, für den Befehle und Gesetze bei der Jagd nach dem Bösewicht auch einmal hinten an stehen können. Wer das im Jahr 2020 unpolitisch sehen kann, wird mit einem knackigen, gelungenen Auftritt von Bronson belohnt. Gene Davis spielt einen finsteren Bösewicht, der trotz ungewöhnlichem Aufzug (=nackt) bei seinen Taten zum wirklich einschüchternden Fiesling wird. Andrew Stevens und vor allem Lisa Eilbacher geben die gelungenen Sidekicks von Keller. Die unlängst verstorbene Kelly Preston ist hier in einer ihrer ersten Rollen zu sehen.

Wer den Film als das nehmen kann, was er ist – ein kleiner, böser Serienkiller-Exploitation-Film, bekommt sicherlich einen der besseren Bronson-Filme der Phase präsentiert. Doch selbst wenn man sich nur über das Gezeigte ärgern will, bleibt „10 to Midnight – Ein Mann wie Dynamit“ bis zu seiner 2020 absurd anmutenden Schlusspointe eine Produktion, die der Zuschauer nicht so schnell vergisst.

Laurie schwebt in großer Gefahr (© Cannon Group)

Laurie schwebt in großer Gefahr (© Cannon Group)

Der Film ist seit dem 13.12.2019 im Steelbook erhältlich.
3,5 von 5 Punkten

Bild: Ohne den Schmuddellook des Films zu sehr aufzugeben, ist hier ein guter Transfer gelungen. Schärfe und Detaildarstellung sind im Rahmen der Möglichkeiten wirklich überzeugend. Die gut passende Farbpalette liefert einen durchgängig passenden Stil. Kontraste und Schwarzwert sind nicht immer ideal, zeigen aber auch keine großen Gründe zur Kritik. Dazu ist das Bild angemessen körnig, ohne dabei zu unsauber zu wirken.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Ton sind solide ausgefallen. Allerdings darf man (vermutlich aufgrund des Ausgangsmaterials) keine all zu präzise Vertonung erwarten. Im Zentrum steht die ganz saubere Wiedergabe der Dialoge. Auch die Musik ist ordentlich abgemischt. Die Hintergrundatmosphäre klingt ein wenig beliebig.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Dr. Gerd Naumann, ein weiterer Audiokommentar mit David Del Valle, Produzent Pancho Kohner und Casting-Direktor John Crowther, ein isolierter Musik-Track des Films und ein paar Bildergalerien, Spots sowie Trailer komplettieren die Blu-ray.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten

 


Quelle: Scream Factory TV, YouTube

10 to Midnight – Ein Mann wie Dynamit

Originaltitel:10 to Midnight
Regie:J. Lee Thompson
Darsteller:Charles Bronson, Lisa EIlbacher, Gene Davis
Genre:Krimi, Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 1983
Verleih:Wicked-Vision
Länge:101 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Wicked-Vision

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 21.07.2020
Review: 10 to Midnight (Blu-ray-Steelbook)

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