Review: The Kill Team (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Kill Team" (© Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “The Kill Team” (© Universum Film)

Inhalt: Im Jahr 2009 freut sich Andrew Briggman (Nat Wolff, „Stürmische Ernte – In Dubious Battle“) darauf, in Afghanistan für die US-Armee eingesetzt zu werden. Als Stolz seiner Familie will Andrew seinen Teil dazu beitragen, in der Region für Frieden zu sorgen. Dieser rückt aber auch für ihn selbst in weite Ferne, als nach einem tragischen Zwischenfall Staff Sergeant Deeks (Alexander Skarsgård, „Die Libelle“) sein Team übernimmt. Deeks ist ein waschechter Hardliner, bei dem auch Leichen nur ein notwendiges Mittel sind, um ein klares Statement zu hinterlassen. Während seine Kameraden dem neuen Chef in Missionen mit äußerst zweifelhaften Todesfällen folgen, überlegt Andrew, die Vorgänge zu melden. Er muss aber schnell einsehen, wie schwer das Leben für einen Verräter unter dem neuen Regime ist. Ist er bereit, alles zu riskieren, um sein mörderisches Team zur Strecke zu bringen?

 

Kritik: Die Anwesenheit amerikanischer Soldaten in Afghanistan ist längst zum traurigen Alltag geworden. Eines der dunkelsten Kapitel dieser Zeit spielte sich im Jahr 2009 ab, wo Soldaten nachweislich unschuldige Zivilisten ermordeten. Dieser Geschichte ist der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Dan Krauss in der 2013er-Dokumentation „The Kill Team“ auf den Grund gegangen. Nun hat er sich erneut des Themas angenommen und mit dem gleichnamigen Kriegsdrama sein Debüt als Spielfilm-Regisseur abgeliefert. Nach einer prägnanten, geschickt erzählten Einführung, in der schnell die Grundlagen für die folgenden Ereignisse gelegt werden, taucht der Film dann bald in die fürchterliche Realität von Briggmans Team ein.

"Biggsy" steckt in einem Dilemma (© Universum Film)

“Biggsy” steckt in einem Dilemma (© Universum Film)

Leider wird die Unerfahrenheit von Krauss auf dem dramatischen Gebiet an manchen Stellen doch ziemlich offensichtlich. Trotz der brennenden moralischen Fragen und der furchtbaren Situation, in der sich der junge Soldat befindet, gelingt es „The Kill Team“ nur bedingt, die Tragweite der Ereignisse spürbar zu transportieren. Viel mehr hält der Film über große Strecken eine emotionale Distanz, die die durchaus vorhandene Wucht merklich mindert. Das ist durchaus schade, da Szenen wie ein Monolog von Briggsmans skrupellosem Kameraden Rayburn (stark: Adam Long), der eine individuelle Verantwortung für die Taten ablehnt, oder eine beklemmende Szene am Schießstand die vorhandenen Möglichkeiten des Films deutlich machen.

Der bewusst triste, zu großen Teilen im Soldaten-Camp beheimatete Film kann allgemein auf gute Darsteller zählen. Dabei hält sich Nat Wolff als Protagonist, der zwischen Gewissen und eigener Sicherheit abwägen muss, sogar noch überraschend zurück – was für die Effektivität des Films nur bedingt förderlich ist. Im Mittelpunkt steht eine ausgesprochen charismatische und nuancierte Performance von Alexander Skarsgård, der als ruhiger, bestimmter und stellenweise fast schon sympathischer Deeks die jungen Soldaten für sein brutales Handeln einspannt.

Natürlich erzählt „The Kill Team“ eine Geschichte, die immer noch absolut erzählenswert ist und liefert dazu die nötigen Fakten. Es wird aber auch offensichtlich, dass der Regisseur eigentlich im Dokumentarbereich heimisch ist. So schafft es der erzählerisch etwas beliebig anmutende Film zu selten, den Zuschauer wirklich zu packen und berechtigte Wut auf die Handlungen zu provozieren. Dennoch reichen die vorhandenen Inhalte, ein paar einprägsame Momente und ein starker Alexander Skarsgård aus, um trotz unbestreitbarer Schwächen insgesamt auf solidem Niveau zu überzeugen.

Sergeant Deeks bringt das Team auf einen gefährlichen Weg (© Universum Film)

Sergeant Deeks bringt das Team auf einen gefährlichen Weg (© Universum Film)

Der Film ist ab dem 03.01.2020 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film ist wie erwartet hauptsächlich in blassen, tristen – zumeist natürlich sandfarbenen – Tönen gefilmt. Schärfe und Detaildarstellung sind dabei erstaunlich gut. Kontraste und Schwarzwert sind nicht makellos, können aber überzeugen. Eine leichte Körnung passt zu bitteren Atmosphäre des Films.

4 von 5 Punkten.

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD 5.1-Ton bieten solide, aber unspektakuläre Kost. Im Zentrum stehen hier eindeutig die Dialoge, die problemlos wiedergegeben werden. Schüsse und Explosionen sorgen noch am ehesten für räumliche Aktivität – hätten aber etwas kraftvoller eingesetzt werden können. Der nur sporadisch verwendete Score hält sich diesbezüglich die meiste Zeit zurück.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein paar Interviews (20 Minuten), eine B-Roll (10 Minuten) und einige Trailer sind als Bonus auf der Blu-ray vorhanden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, Leinwandreporter TV, YouTube

The Kill Team

Originaltitel:The Kill Team
Regie:Dan Krauss
Darsteller:Adam Long, Nat Wolff, Jonathan Whitesell, Alexander Skarsgård
Genre:Drama, Kriegsfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Square One/Universum Film
Länge:88 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universum Film

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 25.12.2019
Review: The Kill Team (Blu-ray)

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