Review: Booksmart (Kino)

Das Hauptplakat von "Booksmart" (© Weltkino)

Das Hauptplakat von “Booksmart” (© Weltkino)

Inhalt: Amy (Kaitlyn Dever, „Detroit“) und Molly (Beanie Feldstein, „The Female Brain“) sind die besten Freundinnen und derartige Überflieger, dass nicht nur die Mitschüler, sondern selbst der Direktor (Jason Sudeikis, „Permission“) von dem dynamischen Duo genervt ist. Am letzten Tag vor dem Highschool-Abschluss findet Molly entsetzt heraus, wie viele ihrer ständig feiernden Klassenkameraden einen Platz an einer Elite-Uni bekommen haben, ohne dafür jede Minute ihrer Freizeit zu opfern. Deshalb entschließen sich die Freundinnen, vier verpasste Party-Jahre in eine einzige Nacht zu packen. Doch wie viel kann man schon in wenigen Stunden erleben?

 

Kritik: In den vergangenen 15 Jahren hat sich Olivia Wilde einen guten Ruf als vielseitige Schauspielerin erarbeitet. Nun hat es sie erstmals bei einem Spielfilm hinter die Kamera gezogen. Die Coming-of-Age-Komödie, in der feierwütige Nerds eine Nacht im „Superbad“-Stil erleben, entpuppt sich als eine der großen Überraschungen dieses Kinojahres. Wilde gelingt es, eine temporeiche, charmante, ausgesprochen lustige Geschichte zu erzählen und zeitgleich ein Gespür für menschlich glaubwürdige Figuren zu zeigen. So entwickelt „Booksmart“ einen Tiefgang, der selbst gezielt anspruchsvolleren Werken wie „Lady Bird“ abging. Der Film schafft es, eine Atmosphäre zu entwickeln, in der man als Zuschauer einfach gerne Zeit mit den Protagonistinnen verbringt. Dabei scheuen sich die Macher auch nicht, zeitweise dunklere Töne anzuschlagen.

 

Die Freundinnen geben endlich Gas (© Courtesy of Annapurna Pictures)

Die Freundinnen geben endlich Gas (© Courtesy of Annapurna Pictures)

Ein Garant für das Gelingen sind natürlich auch die jungen Hauptdarstellerinnen, die großartig harmonieren. Gerade Kaitlyn Dever, die als Amy den Status der Mitläuferin ablegen und die Liebe erkunden möchte, spielt einen der erinnerungswürdigsten Parts der letzten Zeit. Aber auch Beanie Feldstein, die als Molly lernen muss, ihren Kontrollzwang abzulegen, liefert einen bärenstarken Auftritt. Die anderen Teenager wie Skyler Gisondo, der als krampfhaft cooler Außenseiter mit den Protagonistinnen anbandeln möchte, oder Carrie Fishers Tochter Billie Lourd, die als Feierbiest Gigi für den besten Running Gag des Films sorgt, sind ebenfalls unglaublich unterhaltsam. Olivia Wildes Lebensgefährte Jason Sudeikis tritt in einer schrulligen Nebenrolle als schräger Direktor auf. Lisa Kudrow und Will Forte sorgen als ein wenig zu verständnisvolle Eltern von Amy für ein paar Lacher.

„Booksmart“ ist einer dieser Filme, die wesentlich klüger sind, als der erste Eindruck vermuten lässt. Olivia Wildes faszinierendes Regiedebüt zeichnet ein augenzwinkerndes, treffsicheres Bild der aktuellen Teenie-Generation und setzt sich angenehm unprätentiös mit den ernsthafteren Problemen des Erwachsen-Werdens auseinander. Kombiniert mit einer enormen Gagdichte und fast greifbarer Cleverness bleibt am Ende eine der seltenen Komödien, die sich das Prädikat „unbedingt sehenswert“ verdient.

4,5 von 5 Punkten

Der Film lief im Programm des Film Festival Cologne 2019.


Quelle: Weltkino, YouTube

Booksmart

Originaltitel:Booksmart
Regie:Olivia Wilde
Schauspieler:Kaitlyn Dever, Beanie Feldstein, Jessica Williams, Will Forte, Lisa Kudrow, Jason Sudeikis
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 2019
Verleih:Weltkino
Länge:102 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:14.11.2019

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Weltkino

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 14.11.2019
Review: Booksmart (Kino)

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