Review: Biloxi Blues (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Biloxi Blues" (© Vocomo Movies)

Das Blu-ray-Cover von “Biloxi Blues” (© Vocomo Movies)

Inhalt: Der zweite Weltkrieg geht gerade in seine letzte Phase, als der New Yorker Junge Eugene Jerome (Matthew Broderick, „Manchester by the Sea“) 1945 zur militärischen Grundausbildung nach Biloxi, Mississippi einberufen wird. Wie die meisten seiner Kameraden hatte Eugene eigentlich komplett andere Pläne für seine kommenden Monate. Angespannte Nerven weichen wirklichem Ärger, als die Truppe ihren Ausbilder, den äußerst exzentrischen, unberechenbaren Sergeant Toomey (Christopher Walken, „Heaven’s Gate“) trifft. Der kommt schnell zu dem Schluss, gerade den vorlauten Gefreiten Jerome zu einem echten Soldaten zu machen. Dieser lernt auf einem Wochenende seinerseits die süße Daisy (Penelope Ann Miller) kennen, wodurch sein Interesse am Militärdienst weiter sinkt. So scheint eine Eskalation zwischen Eugene und Toomey nur eine Frage der Zeit.

Kritik: Der 2018 verstorbene Neil Simon galt in seiner etwa ein halbes Jahrhundert andauernden Schaffensperiode als einer der populärsten Dramatiker der USA. Seine meist leichtverdaulichen Komödien brachten ihm Auszeichnungen wie den Tony Award, den Golden Globe und sogar den Pulitzer-Preis ein. 1985 gelang im mit dem Theaterstück „Biloxi Blues“, in dem er die eigenen Erlebnisse seiner Armee-Zeit verarbeitet, eines seiner bekanntesten Werke. Nur drei Jahre später brachte Meister-Regisseur Mike Nichols („Die Reifeprüfung“) den Stoff auf die Leinwand. Es mag auch an dem Timing gelegen haben, dass es trotz der kreativen Power im Hintergrund nicht zum großen Wurf reichte – etwa ein Jahr zuvor sorgte der legendäre R. Lee Ermey in „Full Metal Jacket“ für die wohl unvergesslichsten Momente eines Kino-Armee-Lagers. „Biloxi Blues“ wählt bewusst einen die meiste Zeit eher harmlosen Ton.

Eugene darf seinen Kollegen beim Sport zusehen (© 1988 Universal Pictures)

Eugene darf seinen Kollegen beim Sport zusehen (© 1988 Universal Pictures)

Dabei bleiben vor allem die unangenehmeren Sequenzen in Erinnerung. Eine Szene, bei der den johlenden Soldaten im Kino bei Ansicht der Nachrichten das Lachen im Hals stecken bleibt, ist hier besonders eindrucksvoll. Ansonsten sind die Phasen im Camp die überzeugenden Momente des Filmes. Kameradschaft und handfeste Streitereien zwischen der zusammengewürfelten Soldaten-Zweckgemeinschaft sind jederzeit sympathisch und recht unterhaltsam. Sobald dann aber Christopher Walken auf der Leinwand erscheint, steigt augenblicklich die Qualität von „Biloxi Blues“. In dieser Paraderolle gelingt es dem Charaktermimen eine wunderbare Mischung von sonderbar, angsteinflößend und amüsant zu finden. Matthew Broderick liefert in der Hauptrolle einen nahbaren und vollkommen brauchbaren Auftritt, dem aber ein wenig Ecken und Kanten fehlen. Leider hat der Film auch eine recht massive Schwächephase. Wenn die Soldaten Ausgang haben, fokussiert sich die Geschichte fast ausschließlich auf Eugenes Liebesleben, was zu recht ausgedehnten und wenig zielführenden Momenten mit einer Prostituierten (Park Overall) und mit Love Interest Daisy (Penelope Ann Miller) führt. In der intensiven Schlussphase gelingt es zum Glück, das Ruder noch einmal umzureißen.

Es hat sicherlich seine Gründe, dass diese Tragikomödie trotz großer Prominenz vor und hinter der Kamera nicht den größten Bekanntheitsgrad genießt. Obwohl einige vergleichbare Werke deutlich konsequenter und teils auch besser erzählt sind, reichen der tolle Christopher Walken und einige starke Szenen, um „Biloxi Blues“ zu einem überdurchschnittlichen Beitrag aus dem Bereich zu machen.

Zwischen Eugene und Toomey entsteht eine Intim-Feindschaft (© 1988 Universal Pictures)

Zwischen Eugene und Toomey entsteht eine Intim-Feindschaft (© 1988 Universal Pictures)

Der Film ist ab dem 05.07.2019 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Der immerhin 31 Jahre alte Film wurde ordentlich, aber keinesfalls makellos ins HD-Zeitalter transferiert. Schärfe und Detaildarstellung sind bei Nahaufnahmen gut, bei (Halb-)Totalen eher mittelprächtig. Die Farben wirken manchmal ein wenig matschig, sorgen aber insgesamt für einen natürlichen Look. Die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert hätte etwas kräftiger ausfallen können, verursachen aber ebenfalls keine großen Probleme. Ein manchmal etwas deutlicheres Rauschen passt zu einem Film dieser Zeit.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 2.0-Ton erledigen ihren Job. Sicherlich wäre für ein paar Sequenzen (vornehmlich im Ausbildungscamp) ein wenig Räumlichkeit wünschenswert gewesen. Das fällt nur gelegentlich ins Gewicht. Ansonsten wird ein saubere, grundsolide Abmischung geboten. Dabei sind die Dialoge stets gut priorisiert und verständlich.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Mit Ausnahme von Trailern gibt es kein Bonusmaterial.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Vocomo Movies, YouTube

Biloxi Blues

Originaltitel:Biloxi Blues
Regie:Mike Nichols
Darsteller:Matthew Broderick, Christopher Walken, Matt Mulhern
Genre:Drama, Komödie
Produktionsland/-jahr:USA, 1988
Verleih:Vocomo Movies
Länge:106 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Vocomo Movies

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 08.07.2019
Review: Biloxi Blues (Blu-ray)

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