Idris Elba Interview Fast & Furious: Hobbs & Shaw

Idris Elba am 28.06.2019 auf der CCXP Cologne (© 2019 Universal Pictures)

Idris Elba am 28.06.2019 auf der CCXP Cologne (© 2019 Universal Pictures)

Der in London geborene Idris Elba (46) wurde am National Youth Music Theatre ausgebildet. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich in den 90ern neben kleineren Schauspielrollen in Nachtclubs, wo er als DJ Big Driis auflegte. Nach zahlreichen Gastrollen gelang ihm mit der HBO-Serie „The Wire“ der Durchbruch, in der er zwischen 2002 und 2004 den charismatisch-cleveren Drogendealer Russell „Stringer“ Bell spielte. Fortan festigte Elba mit einer bunten Mischung von Popcorn-Unterhaltung und anspruchsvollen Charakterstücken sowie Fernsehen und Kino seinen Ruf als vielseitiger Darsteller. Vor allem seine Titelrolle in der düsteren Krimi-Serie „Luther“, die ihm 2012 einen Golden Globe einbrachte, sicherte ihm weitere Anerkennung auf internationaler Ebene. In „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ ist er als genetisch optimierter Bösewicht Brixton zu sehen, der den beiden Hauptfiguren das Leben schwer macht. Idris Elba ist zur Vorstellung des Films, der von Universal Pictures am 01.08.2019 in die deutschen Kinos gebracht wird, nach Köln gekommen und hat in einer Presserunde mit den anwesenden Journalisten gesprochen.

LWR: Sie haben zuletzt mit „Yardie“ ihr Spielfilm-Debüt als Regisseur gegeben. Hat dieser Perspektivwechsel auch Ihre Arbeit als Schauspieler beeinflusst oder verändert?

Idris Elba: Nicht wirklich. Ich lasse mich als Schauspieler immer vom jeweiligen Regisseur führen. Dennoch denke ich mehr darüber nach, was ich gerne in der Postproduktion von dieser oder jener Rolle an Material sehen wollen würde. Als Regisseur habe ich mich beim Schnitt erwischt, wie ich bei einer Szene, von der wir 9 Takes gedreht haben, am jammern war: „Verdammt, weshalb hast du keinen 10. Take gemacht?“ Wenn mich jetzt ein Regisseur um einen weiteren Take bittet, bin ich wohl etwas nachsichtiger. Sprich die Auswirkungen, soweit vorhanden, waren durchaus positiv.

LWR: Was war für Sie beim Dreh von „Hobbs & Shaw“ die große Herausforderung?

Idris Elba: Mein Charakter ist ziemlich sarkastisch, soll dabei bedrohlich wirken und ist auch noch teilweise ein Roboter. David (Leitch) und ich haben lange über diese Figur diskutiert. Wir wollten ihn jetzt nicht wie eine Joker-Kopie wirken lassen. Er sollte in jedem Fall einen selbstironischen Touch und sichtbaren Spaß an seinen übernatürlichen Fähigkeiten haben. Die Kombination von Dwayne (Johnson) und Jason (Statham) hat manchmal schon Züge einer Screwball-Komödie. Mein Charakter benötigt eine gewisse Ernsthaftigkeit, muss aber zum Ton des Films passen, damit sich die Zuschauer nicht langweilen. Diese Mischung hinzubekommen, war sicherlich herausfordernd.

LWR: Der Dreh der physischen Szenen war problemlos?

Idris Elba: Im Großen und Ganzen. Wir haben viel Kampftraining gemacht, was ich extrem spaßig fand, da ich auch privat gern in dem Bereich unterwegs bin und Erfahrung in Kickboxen bzw. Muay Thai habe. Zudem fahre ich Motorrad – ein weitere praktische Gemeinsamkeit mit meiner Figur.

Das Hauptplakat von “Fast & Furious: Hobbs & Shaw” (© 2019 Universal Pictures)

LWR: Wenn man auf Ihre bekannten TV-Rollen Stringer Bell und John Luther guckt und die jetzt mit Brixton vergleicht: alle sind sehr verschiedene Arten von Anti-Helden. Wo sehen Sie Ihre darstellerische Zukunft?

Idris Elba: Da lege ich mich nicht gerne fest. Das verrät ja auch ein Blick auf meine bisherige Filmografie. Ich möchte mich immer Herausforderungen stellen und Sachen machen, die für mich neu sind. Ob es jetzt Charakterstudie oder Action-Blockbuster ist, macht für mich da kaum einen Unterschied.

LWR: Wie hilfreich war es, bei einem derartigen Hands-On-Actioner mit David Leitch einen gelernten Stuntman als Regisseur und Ansprechpartner zu haben?

Idris Elba: Sein inszenatorischer Stil erinnert an ein großes Puzzle. Die meisten der Eastern und Kung-Fu-Filme sind auf so eine Art aufgebaut – verschiedene Filmschnipsel setzen sich zu einem großen Ganzen zusammen. Das wollte er auch. Dabei war es ihm aber wichtig, den Darstellern ein Bewusstsein für den aktuellen Moment zu geben. Meine Kampferfahrung hat bei der Umsetzung natürlich geholfen. In der Zusammenarbeit hat man wunderbar voneinander profitieren können.

LWR: Brixton ist ein genetisch modifizierter Supersoldat. Er bezeichnet sich im Film als „die Zukunft“. Wie viel Wahrheitsgehalt steckt da Ihres Erachtens hinter?

Idris Elba: Die immer größere Verbindung zwischen Mensch und Technik ist ja schon zu beobachten. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, ehe technische Apparaturen auch immer mehr innerhalb unseres Körpers zum Einsatz kommen. Was modifizierte Einsatzkräfte wie Brixton angeht: keine Frage, das steht uns sicherlich bevor. Klar ist das irgendwie traurig, scheint aber ein unvermeidlicher Schritt in unserer Evolution.

LWR: Sind Sie ein Fan der „Fast & Furious“-Reihe?

Idris Elba: Ich war es nicht von Anfang an, habe die aber als Action- und Auto-Fan inzwischen nachgeholt. „Tokyo Drift“ war mir dann wirklich ins Auge gefallen. Die späteren Teile haben ein unglaubliches Ausmaß und großartige Stunts. Das unterhält mich.

LWR: Wie geht es für Sie nach „Hobbs & Shaw“ weiter? Gibt es schon neue Projekte, über die Sie sprechen dürfen?

Idris Elba: Als nächstes bin ich in einem kleineren Film namens „Ghetto Cowboy“ dabei. Der dreht sich um eine kleine Cowboy-Gemeinde in Philadelphia – ein wahre Geschichte. Die haben da ihre riesige Pferdeweide mitten in der Stadt. Das ganze ungenutzte Grundstück ruft natürlich bald Leute auf den Plan, die sie rausekeln möchten. Der Film dreht sich um das Leben dieser Menschen und Probleme wie Gentrifizierung.

Jason Statham und Idris Elba stellten sich am 28.06.2019 auf der CCXP Cologne den Fragen der Fans (© 2019 Universal Pictures)

LWR: Müssen Sie für den Film Reiten lernen?

Idris Elba: Ja, das muss ich. Meine Pferde-Allergie macht den Job wohl nicht leichter. Vielleicht lassen die sich ja auf ein CGI-Pferd ein (lacht). Ich lass mir die Geschichte dann innerhalb einer Woche beibringen, ehe der Dreh wirklich losgeht.

LWR: Sehen Sie sich als Kampfsportler und Schauspieler auch gerne Martial-Arts-Action-Filme an? Wo liegen da Ihre Vorlieben?

Idris Elba: Bruce Lee ist schon ziemlich klasse. „Der Mann mit der Todeskralle“ ist ein unfassbar gut gemachter Film. Die Ära von Van Damme ist so ein bisschen an mir vorbei gegangen. Aktuell gefallen mir so toll choreographierte Filme wie „The Raid“ und „John Wick“.

LWR: Sie sind jetzt schon viele Jahre in der Branche unterwegs und haben es bis hierhin geschafft. Welche Eigenschaft war für sie rückblickend auf dem Weg besonders wichtig?

Idris Elba: Geduld! Alles braucht Zeit: der Aufbau einer Karriere und eines Lebenslaufs sowie die Möglichkeit, sich kreativ zu verwirklichen. Da kann sich einiges wirklich lange hinziehen ehe irgendeine Art von Belohnung absehbar ist. Ein echter Marathon, bei dem nicht alle ans Ziel kommen und viele beim Überqueren der Linie schon müde sind.

LWR: Waren Sie jemals an einem Punkt, wo Sie zu sich selbst gesagt haben: „Das war es jetzt. Ich mache einfach eine Bar auf“?

Idris Elba: Nein, absolut gar nicht…deshalb Geduld bewahren.

LWR: Das ist doch erfreulich zu hören. Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben.

Idris Elba: Sehr gerne.


Quelle: Universal Pictures International Germany, LeinwandreporterTV, YouTube

Mehr Informationen findet ihr auf der Facebook-Seite des Films

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 29.07.2019
Idris Elba Interview Fast & Furious: Hobbs & Shaw

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