Review: Winchester – Das Haus der Verdammten (Kino)

Das Hauptplakat von "Winchester" (© Splendid Film)

Das Hauptplakat von “Winchester” (© Splendid Film)

Inhalt: Im frühen 20.Jahrhundert muss der Psychiater Dr. Eric Price (Jason Clarke, „Planet der Affen – Revolution“) mit einem Schicksalsschlag umgehen und droht in seiner Drogensucht unterzugehen. Er muss sich benehmen, als er einen überraschenden Auftrag bekommt. Er soll den Geisteszustand der Witwe Sarah Winchester (Helen Mirren, „Eye in the Sky“) – Hauptanteilseignerin der Winchester Arms Company – begutachten. Dafür muss er einige Tage in ihrem Haus leben, das mit keinem anderen Haus vergleichbar ist. Das Gebäude hat sieben Stockwerke, mehrere hundert Zimmer und einen ständig aktiven Bautrupp, der alte Räume abreißt und neue baut.

Sarah ist davon überzeugt, dass die Seelen der Opfer, die von den Winchester-Gewehren getötet worden sind, nach Rache sinnen und möchte sie im Haus einsperren. Nachdem Eric zunächst noch davon überzeugt ist, mit einem schnellen Ergebnis zu seinen Auftraggebern zu kommen, erlebt auch er bald merkwürdige Dinge. Dazu verhält sich Henry (Finn Scicluna-O’Prey), der Sohn von Sarahs Nichte Marion (Sarah Snook, „Schloss aus Glas“), äußerst eigenartig. Ist das bizarre Gebäude tatsächlich zur Heimat für ruhelose Seelen geworden?

Kritik: Im vergangenen Jahr haben die deutschen Brüder Peter und Michael Spierig John Kramer als „Jigsaw“ zurück auf die Leinwand gebracht. Nun lassen sie schnell einen weiteren Genre-Beitrag folgen, schlagen aber eine andere Richtung ein. Das Winchester-Haus gehört zu den vielleicht bekanntesten Spukhäusern der USA. Die gruselige Prämisse, die die echte Sarah Winchester mit ihrer skurrilen Dauerbaustelle geschaffen hat, sorgt seit über 100 Jahren bei Zuhörern für eine Gänsehaut. Da ist die Entscheidung nicht weit, die Geschichte auf der Leinwand zu verewigen. Nachdem in „Abattoir – Er erwartet dich!“ zuletzt noch sehr lose mit den Motiven gespielt wurde, tauchen die Spierig Brothers jetzt in die richtige Mythologie ein. Dabei gelingt ihnen ein durchaus spannender, handwerklich ordentlicher Film, der aber immer wieder Potenzial auf der Strecke liegen lässt.

Ist die exzentrische Sarah doch nicht so verrückt, wie sie zunächst wirkt? (© Splendid Film)

Ist die exzentrische Sarah doch nicht so verrückt, wie sie zunächst wirkt? (© Splendid Film)

Es ist anerkennenswert, dass die Macher ein wenig mit einigen Kennzeichen des modernen Horrorkinos brechen wollen, selbst wenn sie dabei seelbst manchmal in die altbekannten Muster verfallen. So sind einige klug platzierte und äußerst effektive Jumpscares im Film zu finden. Dafür waren ein paar andere vergleichbare Szenen verzichtbar. Das extrem eigenartige Haus ist eigentlich ein grandioses Set, um einen Genrefilm zu drehen. Obwohl eine recht verlässliche Atmosphäre kreiert wird, gelingt es nicht, das Setting wirklich gut zu nutzen. Der Cast liegt natürlich weit über Genre-Schnitt.

Jason Clarke ist als drogensüchtiger Arzt, der an seinem vernebelten Hirn zweifelt, ein angemessen irritierender, aber immer brauchbarer Hauptdarsteller. Oscar-Preisträgerin Helen Mirren hat merklich einen großen Spaß daran, die exzentrische Titelheldin zu spielen. Sonderbar und überdreht liefert sie einen sehr unterhaltsamen Part. Auch Sarah Snook, die die stets etwas verkniffen wirkende Nichte von Sarah spielt, reiht sich mit einem ordentlichen Auftritt ein. Weitere bekannte Gesichter wie „Twin Peaks“-Star Eamon Farren und Angus Sampson („Insidious“) ergänzen die Besetzung.

Obwohl die Macher relativ leichtfertig die Möglichkeit aus der Hand geben, einen wirklich starken Film zu drehen, bleibt immer noch eine mehr als brauchbare Schauergeschichte. Es ist unwahrscheinlich, dass „Winchester – Das Haus der Verdammten“ eine besonders große Halbwertzeit im Gedächtnis der Zuschauer hat. Dennoch bleibt ein recht atmosphärischer Horrorfilm, der mit ein paar netten Schockern und guten Darstellern aufwarten kann und so 93 unterhaltsamen Minuten für sein Zielpublikum liefert.

3,5 von 5 Punkten


Quelle: Splendid Film, Leinwandreporter TV, YouTube

Winchester – Das Haus der Verdammten

Originaltitel:Winchester
Regie:Peter und Michael Spierig
Darsteller:Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:Australien/USA, 2017
Verleih:Splendid Film
Länge: 93 MinutenFSK: ab 16 Jahren
Kinostart: 15.03.2018

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.03.2018
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