Review: What the Waters Left Behind (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "What the Waters Left Behind" (© Busch Media Group)

Das Blu-ray-Cover von “What the Waters Left Behind” (© Busch Media Group)

Inhalt: Einst war die argentinische Stadt Epecuén ein beliebtes Touristenziel. Nach einer Flut im Jahr 1985 wurden fast alle Häuser zerstört. Seitdem bestehen die Straßen nur noch aus menschenleeren Ruinen. Ein ambitioniertes Film-Team hat sich vorgenommen, eine Dokumentation über die Stadt zu drehen, um diese bei Festivals einzureichen. Zunächst sind sie begeistert von den ungewöhnlichen Aufnahmen, die sie in der Gegend drehen können. Doch die Freude ist bald vorbei, als sie bemerken, dass sie Gesellschaft haben. Eine alteingesessene Familie mag es überhaupt nicht, wenn jemand in ihre Stadt kommt. Schwer bewaffnet eröffnen sie die Jagd auf die panische Film-Crew.

 

Kritik: Das argentinische Filmemacher-Duo Luciano und Nicolas Onetti ist seit einigen Jahren im Horror-Genre beheimatet. Zuletzt hatten sie 2015 in „Francesca“ den Giallo-Film wiederbelebt. Der 2017 veröffentlichte „What the Waters Left Behind“ ist eine merkliche Verneigung vor großen Backwood-Slashern wie „Texas Chainsaw Massacre“ und „The Hills Have Eyes“. Zu Beginn lässt sich das Geschehen recht gut an. Selbst wenn die Protagonisten zu keinem Zeitpunkt über fleischgewordene Genre-Klischees hinausreichen, sorgen ungewöhnliche und gut fotografierte Settings sowie ein paar unterhaltsame Spannungsmomente dafür, dass sich Atmosphäre bildet. Dabei ist es nicht einmal störend, dem Film fast seine halbe Spielzeit für den Aufbau zu gönnen.

 

So sexy können Dokus wirken (© Busch Media Group)

So sexy können Dokus wirken (© Busch Media Group)

Wenn es dann zur Konfrontation mit den Fieslingen kommt, scheint der Film zunächst seine Versprechen einzulösen und rabiates Terrorkino zu liefern. Doch die Ernüchterung ist nicht weit, da die Macher die selbst erzeugte Stimmung ruinieren, in dem sie „What the Waters Left Behind“ zum einfachen Folterporno werden lassen. In angemessen dreckig gefilmten, ultrabrutalen Sequenzen liefert das Werk wieder einmal ein Beispiel dafür, dass ein erhöhter Gore-Gehalt und Spannung nicht immer Hand in Hand gehen. Nach der Phase, in der Gewalt reiner Selbstzweck wird, erinnern sich die Regisseure daran, auch wieder eine Geschichte zu erzählen. Obwohl sich der Film auch hier nicht vor Innovationen überschlägt, entwickelt sich doch wieder der zornig-kompromisslose Genre-Beitrag, auf den man hoffen durfte.

Leider steht man sich ein weiteres Mal selbst im Weg, wenn in der Schlussphase ein Klassiker etwas zu sehr Pate steht. An dieser Stelle wird die Grenze zwischen Zitat und hemmungsloser (und nur mittelmäßig gelungener) Kopie deutlich überschritten.

Am Ende bietet „What the Waters Left Behind“ zwar eine Menge Schatten, hat aber auch erwähnenswertes Licht entgegenzusetzen. Obwohl der Film immer in bekannten Fahrwassern bleibt, zeigt er in der ersten Hälfte einen schick bebilderten und stimmungsvollen Aufbau der Atmosphäre. Nach dem Auftauchen der Mörderbande rutscht der Film zunächst komplett von den Gleisen und widmet sich ziellosem Gewalt-Eskapismus im „Hostel“-Stil. Diese Episode wird – nach einer deutlich stärkeren Zwischenphase – von einem Schlussakt negativ getoppt, in dem der Film schon dreist bei einem großen Vorbild räubert. Dennoch bleiben genug Qualitäten, um diesen Ausflug ins argentinische Hinterland zumindest unter den brauchbaren Horror-Heimkino-Releases einzuordnen.

Bald nimmt der Trip eine böse Wendung (© Busch Media Group)

Bald nimmt der Trip eine böse Wendung (© Busch Media Group)

Der Film ist ab dem 16.11.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch durchläuft der Film fast das komplette Qualitäts-Spektrum. Während Nahaufnahmen scharf und detailreich sind, geht in den schlecht beleuchteten Szenen einiges verloren. In diesen Phasen fehlt auch deutlich die Knackigkeit bei Kontrasten und Schwarzwert. Die Farbpalette ist intensiv, atmosphärisch und ist meistens in Genre-typische Brauntöne getaucht. Während das Bild oft sehr ruhig und sauber ist, gibt es in anderen Sequenzen ein deutliches Rauschen und andere Unruhen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der spanische DTS-HD 5.1-Ton sorgen für eine stimmige Atmosphäre, beziehen dabei die äußeren Boxen aber fast gar nicht mit ein. Die Dialoge sind – gerade bei der guten deutschen Synchronisation – immer deutlich priorisiert und klar verständlich. Ansonsten wird über den Center ein recht effektiver Klangteppich erzeugt. Hier und da sorgen dann doch ein paar Hintergrundgeräusche und der Score für ein wenig Räumlichkeit.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein bei dem Obscura Filmfestival gefilmtes Q&A (11 Minuten) und ein Interview (6 Minuten) mit Darsteller Agustin Pardella sind zusammen mit ein paar Trailern als Bonus auf der Blu-ray zu finden.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: KinoCheckHorror, YouTube

What The Waters Left Behind

Originaltitel:Los Olvidados
Regie:Nicolas Onetti, Luciano Onetti
Darsteller:Paula Brasca, Mirta Busnelli, Victorio D'Alessandro
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:Argentinien, 2017
Verleih:Busch Media Group
Länge:93 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Mehr Informationen findet ihr in der IMDb

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 13.11.2018
Review: What the Waters Left Behind (Blu-ray)

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