Review: The 12th Man – Kampf ums Überleben (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The 12th Man - Kampf ums Überleben" (© Constantin Film)

Das Blu-ray-Cover von “The 12th Man – Kampf ums Überleben” (© Constantin Film)

Inhalt: Im Norwegen des Jahres 1943 will der Maschinenbauer Jan Baalsrud (Thomas Gullestad) mit elf Gleichgesinnten die deutsche Besatzungsmacht sabotieren. Bevor sie ihre Pläne in die Tat umsetzen können, werden sie erwischt und gefangen genommen. Nur Jan gelingt schwer verletzt und halb erfroren die Flucht. Schon bald heftet sich der kompromisslose Gestapo-Offizier Kurt Sage (Jonathan Rhys Meyers, „Black Butterfly – Der Mörder in mir“) an die Fersen des Mannes. Obwohl jede Unterstützung des „Verräters“ mit dem Tod bestraft wird, schlägt Jan von der norwegischen Bevölkerung eine Welle der Sympathie und Hilfsbereitschaft entgegen. Er erhält Unterschlupf und Verpflegung, während er nach einem Weg sucht, in das unbesetzte Schweden zu gelangen. Unter widrigen Umständen und dicht gefolgt von Stages Männern wird Jan zum Symbolbild des Widerstands.

Kritik: Die Geschichte des wahren Jan Baalsrud, der sich über zwei Monate vor den Nazis versteckte, ist in seiner norwegischen Heimat längst zur Legende geworden. Natürlich ist es nicht das erste Mal, dass sein Überlebenskampf verfilmt wird. Sehr bekannt dürfte „So weit die Kräfte reichen“ sein, der 1958 für den Auslands-Oscar nominiert wurde. Allerdings war der echte (1988 verstorbene) Baalsrud nicht sonderlich begeistert von diesem Film, da der Fokus zu wenig auf seinen Unterstützern lag. Nun hat der Hollywood-erfahrene Regisseur Harald Zwart („Chroniken der Unterwelt – City of Bones“) seine Sicht auf die Dinge verfilmt. Dabei ist ein Aufdruck auf der Blu-ray, der vollmundig Vergleiche zu „Dunkirk“ und „The Revenant“ zieht, noch nicht einmal so weit hergeholt. In epischen 136 Minuten entwickelt sich ein knallharter und packender Überlebenskampf, der die Ereignisse mit angenehm wenig Pathos nachzeichnet.

Jan muss irgendwie nach Schweden kommen (© Constantin Film)

Jan muss irgendwie nach Schweden kommen (© Constantin Film)

Selbst wenn der Film doch ein paar kleine Längen überstehen muss, wird eine starke Geschichte über Willens- und Charakterstärke, Loyalität und Selbstlosigkeit erzählt, die durchaus zu Herzen geht. Ein weiterer Trumpf sind die tollen Bilder, die Zwart zusammen mit Kameramann Geir Hartly Andreassen entwickelt hat. Die eindrucksvollen Schneelandschaften werden mit kleinen, intimen und teilweise wirklich unangenehmen Aufnahmen kombiniert, wodurch das Geschehen schon rein optisch sehr intensiv wird. Auch die Besetzung liefert ein starkes Pensum. Gerade Thomas Gullestad, der hier seine erste wirklich nennenswerte Rolle spielt, ist herausragend. Als Mann, der ein wahres Martyrium über sich ergehen lassen muss, liefert er eine körperlich und mental mehr als bemerkenswerte Leistung.

Jonathan Rhys Meyers hat zwar nie den wirklichen Sprung auf die Hollywood-A-Liste geschafft. Mit dem richtigen Material ist er dennoch ein guter Schauspieler. Als gnadenloser, intelligenter Gestapo-Offizier, der Jan zu Fall bringen will, ist er einschüchternd und sehr präsent. Der starke Akzent, den er auf Deutsch in der Originalfassung hat, schränkt die Qualität seiner Performance nicht ein. Die weiteren Darsteller zeigen durchweg mindestens brauchbare Leistungen.

„The 12th Man – Kampf ums Überleben“ entpuppt sich als echter Geheimtipp. Obwohl sich das Geschehen ein paar zähere Momente nimmt, ist Harald Zwart eine toll gefilmte und gespielte Mischung aus Kriegsdrama und Survival-Thriller gelungen, die noch so einige Zuschauer überraschen dürfte.

Kurt Sage will den Saboteur mit aller Macht aufhalten (© Constantin Film)

Kurt Sage will den Saboteur mit aller Macht aufhalten (© Constantin Film)

Der Film ist ab dem 07.06.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Film ist natürlich zu guten Teilen in eisige, diesige Schneelandschaften getaucht. Trotz der unangenehmen Bedingungen sind Schärfe und Detaildarstellung nicht nur bei den Innenszenen ordentlich. Die kühlen, etwas entsättigten Farben wirken immer natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind vereinzelt ein wenig blass, überzeugen aber insgesamt. Außer einem gelegentlichen, leichten Rauschen sind keine Unruhen im Bild aufgefallen.

4 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der norwegische DTS-HD HR 5.1 liefern auf hohem Niveau ab.Gerade der peitschende Schnee und abgefeuerte Schüsse sorgen für knackige Aktivität auf den äußeren Boxen. Auch die Bässe sind ziemlich kräftig. Dabei sind die Dialoge immer gut verständlich und klar priorisiert. Obwohl sich ein großer Teil der Präsentation im Frontbereich abspielt, sorgen auch die Musik und einige Hintergrundgeräusche noch für etwas räumliche Aktivität.

4 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines Behind the Scenes-Featurette (7 Minuten) ist neben ein paar Trailern der einzige Bonus auf der Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Constantin Film, LeinwandreporterTV, YouTube

The 12th Man

Originaltitel:Den 12. mann
Regie:Harald Zwart
Darsteller:Jonathan Rhys Meyers, Thomas Gullestad, Marie Blokhus, Mads Sjøgård Pettersen
Genre:Kriegsfilm, Drama
Produktionsland/-jahr:Norwegen, 2017
Verleih:Constantin Film
Länge:136 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Constantin Film

Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 10.06.2018
Review: The 12th Man – Kampf ums Überleben (Blu-ray)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen