Review: Chroniken der Unterwelt – City of Bones (Kino)

Das Hauptplakat von "Chroniken der Unterwelt" (Quelle: Constantin Film)

Das Hauptplakat von “Chroniken der Unterwelt” (Quelle: Constantin Film)

Inhalt: Die 15 Jahre alte Clary Fray (Lily Collins, „Spieglein, Spieglein – Die wirklich wahre Geschichte von Schneewittchen“) ist eine absolut durchschnittliche Teenagerin: Sie geht gerne zu kleinen Veranstaltungen, verbringt viel Zeit mit ihrem besten Freund Simon (Robert Sheehan, „Der letzte Tempelritter“) und lehnt sich gegen ihre Mutter Jocelyn (Lena Headey, „The Purge – Die Säuberung“) auf. Erst als sie auf einer Party den geheimnisvollen Jace Wayland (Jamie Campbell Bower) trifft und ihre Mutter kurz darauf spurlos verschwindet, merkt sie, dass sie alles andere als gewöhnlich ist.

Jocelyn war ebenso wie Jace als Schattenjäger im Kampf gegen das Böse und übernatürliche Mächte eingesetzt. Auch in Clary schlummern diese Talente. Jace zeigt ihr den Unterschlupf der Gesellschaft der Schattenjäger und sichert ihr seine Unterstützung bei der Suche nach ihrer Mutter zu. Doch es kommt die Suche nach einem mächtigen Gefäß dazwischen, das im Besitz der Schattenjäger steht und von Jocelyn versteckt wurde. Der alte Vampir Valentine Morgenstern (Jonathan Rhys Meyers, „Match Point“) rückt mit einer Truppe von Artgenossen, Wölfen und anderen Kreaturen an, um diesen Kelch zu erobern und die Schattenjäger in einem finalen Kampf zu zerstören.

Clary mit dem verletzten Simon (Quelle: Constantin Film)

Clary mit dem verletzten Simon (Quelle: Constantin Film)

Kritik: Bereits fünf „Chroniken der Unterwelt“-Bücher wurden von Autorin Cassandra Clay veröffentlicht. Die Romane der Fantasy-Reihe wurden alle zu Bestsellern. Vor allem bei der Jugend kamen die Geschichten gut an, denen eine gewisse Ähnlichkeit zu „Twilight“ nicht abzusprechen ist. Der Niederländer Harald Zwart („Karate Kid“) verfilmte jetzt den ersten Teil „City of Bones“, der tatsächlich etwas düsterer und ironischer daherkommt als der Edward-Bella-Pendant. Es entwickelt sich eine solide erzählte, kurzweilige Geschichte, bei der sich packende, spannende Momente mit entsetzlichem Kitsch abwechseln. Ein großer Trumpf sind die größtenteils gut ausgearbeiteten Charaktere, die zwar nicht allzu tiefschichtig, dafür aber sehr sympathisch sind.

Schrecklicher Soundtrack, mäßige Hauptdarsteller und klasse Nebenfiguren

Der geheimnisvolle Hodge mustert Clary (Quelle: Constantin Film)

Der geheimnisvolle Hodge mustert Clary (Quelle: Constantin Film)

Wirklich negativ fällt hingegen der furchtbar einfallslose Soundtrack auf. Wenn die gut gefilmten Sequenzen in einen Kampf übergehen, darf sich der Zuschauer über billigen 90er-Jahre Elektro-Sound freuen. Schon schleimig fies ist eine Szene in einem überall glitzernden und strahlenden Garten (!), bei dem sich die Protagonisten im Regen (!!) küssen, während im Hintergrund eine Herzschmerzballade im Disney-Stil geschmettert wird (!!!). Dort schafft es der eigentlich gute Film, sich innerhalb weniger Sekunden auf Groschenheft-Niveau herabzuwürdigen. Zum Glück gibt es genügend charmante und spannende Momente, das man diesen geschmacklichen Totalausfall noch irgendwo vergeben kann. Hauptdarstellerin Lily Collins (24) ist dank ihres zierlich-schnuckeligen Aussehens gut für die jugendliche Rolle geeignet. Sie ist jemand, dem der Zuschauer nichts übel nehmen kann. Es wird trotzdem wieder offensichtlich, das sie mit ihrem recht eindimensionalen Auftreten eine allenfalls mittelmäßige Schauspielerin ist.

Ganz solide aber ebenfalls nicht wirklich interessant ist ihr („Twilight“-erfahrener) Gegenüber Jamie Campbell Bower, der außer einiger gefälliger Sprüche nicht besonders viel zu bieten hat. Auch die Performance von Robert Sheehan bewegt sich in einem eher passablen Rahmen. Besser sind da die Routiniers in diesem Film. Lena Headey ist trotz weniger Minuten im Film klasse. Jared Harris („Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“) reicht seine mysteriöse Ausstrahlung, um als Schattenjäger-Obergelehrter zu gefallen. CCH Pounder („The Shield“) hat einige unterhaltsame Momente als Clarys Nachbarin/Hexe. Höhepunkt ist aber (wie so häufig) Jonathan Rhys Meyers, der einen unglaublich bedrohlichen und sehr präsenten Eindruck hinterlässt.

„Chroniken der Unterwelt – City of Bones“ ist mit Abstrichen geglückt. Insgesamt wird eine durchaus unterhaltsame Fantasy-Verfilmung geboten, die trotz kleinerer und auch größerer Schwächen sympathischer, manchmal düsterer Spaß ist, der wohl vor allem ein jugendliches Publikum ansprechen dürfte. Es bleibt abzuwarten, wie dieser Film ankommt. Falls das Publikum zufrieden ist, steht uns hier ein neues Franchise ins Haus.

3 von 5 Punkten


Quelle: Constantin Film,YouTube

Chroniken der Unterwelt - City of Bones

Originaltitel:The Mortal Instruments: City of Bones
Regie:Harald Zwart
Darsteller:Lily Collins, Jamie Campbell Bower, Jared Harris, Jonathan Rhys-Meyers
Genre:Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Constantin Film
Länge:130 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:29.08.2013
Homepage:Der Internetauftritt-Auftritt von "Chroniken der Unterwelt - City of Bones"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.08.2013
Review: Chroniken der Unterwelt – City of Bones (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen