Review: Solis (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Solis" (© Capelight Pictures)

Das Blu-ray-Cover von “Solis” (© Capelight Pictures)

Inhalt: Auf einem Trip durchs All ist einiges schief gelaufen. Nach einer Ohnmacht erwacht Troy Holloway (Steven Ogg) an Bord seines Schiffes. Schnell muss er feststellen, dass er der einzige Überlebende ist. Dazu ist das kleine Raumschiff schwer beschädigt, nahezu manövrierunfähig und die Sauerstoff-Vorräte neigen sich auch dem Ende zu. Mit etwas Glück kann er per Funk Commander Roberts (Alice Lowe, „Sightseers“) erreichen, die sich mit ihrer Crew augenblicklich auf den Weg zur Rettung macht. Jede Sekunde zählt: Gelingt es nicht, in kürzester Zeit zu dem ramponierten Schiff zu gelangen, wird Holloway ersticken oder in der Nahe gelegenen Sonne verglühen.

Kritik: Nach einigen Kurzfilmen feierte der Brite Carl Strathie mit dem Science Fiction-Drama „Solis“ jetzt sein Debüt als Langfilm-Regisseur und -Autor. Mit schmalem Geld inszeniert er eine optisch durchaus gelungene Ein-Personen-Überlebensgeschichte. Natürlich werden da schnell Erinnerungen an „Gravity“ wach, dem dieser Film logischerweise nicht das Wasser reichen kann. Zwischen den Gesprächen und sich für Holloway auftürmenden Katastrophen sind es gerade die philosophisch anmutenden Weltraumaufnahmen, die gefallen können. Das größte Problem dieses durchaus ambitionierten Werks ist aber, dass das Geschehen zu selten spannend wirkt. So bekommt das Publikum emotional und inhaltlich zu wenig mitgegeben, um wirklich involviert zu werden.

 

Holloway geht es - noch - besser als seinen Mitreisenden (© Capelight Pictures)

Holloway geht es – noch – besser als seinen Mitreisenden (© Capelight Pictures)

Nur in den seltensten Phasen, wenn sich Strathie von dem ansonsten eher gemächlichen Tempo wegbewegt, funktioniert „Solis“ als Thriller. Ansonsten plätschert das Geschehen in Richtung seines Ausgangs und bezieht dabei noch am ehesten aus der Frage „Schafft er es, oder schafft er es nicht?“ seine Daseinsberechtigung. Die Hintergründe, die im späteren Verlauf für Holloway und seine Mission geliefert werden, sind nicht einfallsreich genug, um wirklich Gewicht zu haben. Es ist natürlich immer eine gewaltige Herausforderung für einen Schauspieler, einen Film im Alleingang tragen zu müssen. Darstellerische Schwergewichte wie Sandra Bullock in „Gravity“ oder (mit Abstrichen) Tom Hardy in „Locke“ zeigten in solchen Szenarien Topleistungen. Steven Ogg, der wohl hauptsächlich Fans der Serien „The Walking Dead“ und „Westworld“ ein Begriff sein dürfte, zeigt sich durchaus in der Lage, einer derart schweren Aufgabe standzuhalten. Leider kann auch er nichts daran ändern, dass das Publikum den Weg mit Holloway nur sehr bedingt mitgeht.

Bei seinem ersten Film ohne großes Geld ein Weltraumabenteuer zu drehen, bei dem nur eine Figur wirklich sichtbar ist, zeugt zumindest von Mut. In den Zwischensequenzen deutet Carl Strathie an, dass er visuell hoch interessantes Kino machen kann. Leider fehlt der Grundgeschichte von „Solis“ Wucht und Tiefe, weswegen am Ende doch einiges fehlt, um wirklich zu überzeugen.

Kann sich Holloway aus der Todesfalle retten? (© Capelight Pictures)

Kann sich Holloway aus der Todesfalle retten? (© Capelight Pictures)

Der Film ist ab dem 21.12.2018 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Optisch bietet der Film solide Kost. Am ehesten stechen noch die schick präsentierten Weltraumbilder hervor. Im Inneren des Raumschiffes sind Schärfe und Detaildarstellung ordentlich, ohne Topwerte zu erreichen. Die Farbpalette wird zeitweise von der roten Beleuchtung dominiert und hat ansonsten einen (bewusst) etwas unangenehm anmutenden Gelb-Grün-Filter über dem Geschehen. Kontraste und Schwarzwert sind ordentlich ausgefallen. Bis auf ein leichtes Rauschen gab es keine Auffälligkeiten.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind verlustlos und bieten für einen derart dialogbasierten Film eine gute, räumliche Kulisse. Natürlich sind die Gespräche immer deutlich priorisiert. Aber vorbeiziehende Meteoriten, die knarzenden Teile des verbliebenen Schiffs und die rauschende Gegensprech-Anlage beziehen die äußeren Boxen mit ein. Auch die Musik sorgt für etwas räumliche Aktivität. Selbst wenn große Effekte ausbleiben, übertrifft diese Präsentation die Erwartungen.

4 von 5 Punkten

Extras: Mit der Ausnahme von ein paar Trailern ist kein Bonusmaterial vorhanden.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Capelight Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

Solis

Originaltitel:Solis
Regie:Carl Strathie
Darsteller:Steven Ogg, Alice Lowe
Genre:Science Fiction, Drama
Produktionsland/-jahr:UK, 2018
Verleih:Capelight Pictures
Länge:92 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Capelight Pictures

 

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 23.12.2018
Review: Solis (Blu-ray)

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