Review: Heavy Trip (Fantasy Filmfest)

Das originale Artwork von "Heavy Trip" (© Ascot Elite)

Das originale Artwork von “Heavy Trip” (© Ascot Elite)

Inhalt: Obwohl Turo (Johannes Holopainen) Sänger einer Heavy Metal-Band ist, konnte er seine Schüchternheit bislang nicht überwinden. Zusammen mit den anderen Bandmitgliedern übt er immer nur im Keller von Gitarrist Lotvonen (Samuli Jaskio). Den Mut, die süße Floristin Miia (Minka Kuustonen) um ein Date zu bitten, hatte er bislang auch nicht. Als die Truppe dann Frank (Rune Temte, „Eddie the Eagle – Alles ist möglich“), den Veranstalter eines gigantischen Festivals in Norwegen, trifft, sehen sie ihre Chance gekommen. Doch Turo hat eigentlich gar keine Lust, vor so vielen Menschen aufzutreten und sein Lampenfieber zu überwinden. Auf einer gnadenlosen Odyssee müssen Turo und der Rest von „Impaled Rektum“ zueinander finden, um sich den Traum vom Leben als Rockstar zu erfüllen.

Kritik: Skandinavischer Metal ist auf dem Musikmarkt eine feste Größe. Die Langfilm-Debütanten Juuso Laatio und Jukka Vidgren haben nun eine nicht so erfolgreiche Band aus dem Bereich zum Mittelpunkt ihrer Geschichte gemacht. Herausgekommen ist eine eigenwillige Komödie, die sich aber zu viel Zeit nimmt, um aus den Startblöcken zu kommen. Es ist durchaus verständlich, dass sich der Film zunächst darauf fokussiert, seine sonderbaren Figuren einzuführen. Die Mischung, eine junge Truppe mit ihren Hoffnungen zu zeigen und dabei Vollgas-Slapstick zu entwickeln, geht nur bedingt auf. Hier sind es aber hauptsächlich ein paar kleine Einfälle – beispielsweise wenn ein Fleischwolf Inspiration für einen Song liefert – die für die Lacher sorgen. Grunddramaturgie und Figurenzeichnung sind hingegen nicht spannend genug, um den Film wirklich zum erhofften Party-Spaß zu machen. So ist Turos Konkurrenz im Kampf um Miia auf eine Art überzeichnet, die mehr nervt als unterhält. Insgesamt bleibt das Geschehen überraschend zäh.

Der Weg zum Konzert verläuft nicht ganz störungsfrei (© Ascot Elite)

Der Weg zum Konzert verläuft nicht ganz störungsfrei (© Ascot Elite)

Im Schlussdrittel, wenn der „Heavy Trip“ dann wirklich auf die Straße geht, werden alle guten Vorsätze über Bord geworfen. Nun bekommt das Publikum vollkommen überzogenen Klamauk geboten, der an „National Lampoon“ erinnert und zumindest teilweise für die lange Anlaufphase entschädigt. Zwischen Wikingern, Terroristen und einer inkompetenten Bürgerwehr stürzen sich die Rocker in das erhoffte Chaos. Die Hauptdarsteller sind durch die Bank weg sympathisch, ohne dabei ein besonders beeindruckendes Pensum abliefern zu müssen. Gerade Protagonist Johannes Holopainen sorgt hier für ein paar nette Momente.

Dennoch braucht dieser Debütfilm schlicht zu lange, um das Geschehen rückwirkend wirklich retten zu können. Nach einer ziemlich mauen Stunde rund um Träume, hoffnungslose Liebe, Heavy Metal und provinzielle Prominenz bekommt der Film spät die Kurve. So wird „Heavy Trip“ in der Schlussphase immerhin noch zu dem überdrehten Spaß, den sich die meisten schon wesentlich früher gewünscht hätten.

2,5 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2018 und wird von Ascot Elite am 01.03.2019 auf DVD und Blu-ray veröffentlicht.


Quelle: Fantasy Filmfest, Vimeo

Heavy Trip

Originaltitel:Hevi Reissu
Regie:Juuso Laatio, Jukka Vidgren
Darsteller:Johannes Holopainen, Minka Kuustonen, Max Ovaska
Genre:Komödie, Roadmovie
Produktionsland/-jahr:Finnland/Norwegen 2018
Verleih:Ascot Elite
Länge:92 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihre auf der Seite von Ascot Elite

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 07.09.2018
Review: Heavy Trip (Fantasy Filmfest)

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