Review: Doctor Who: Der erste Doktor – Das Kind von den Sternen (DVD)

Das DVD-Cover von "Doctor Who: Der erste Doctor - das Kind von den Sternen" (© Polyband)

Das DVD-Cover von „Doctor Who: Der erste Doctor – das Kind von den Sternen“ (© Polyband)

Inhalt: Da sie sich über das Verhalten ihrer intelligenten Schülerin Susan (Carole Ann Ford) wundern, möchten die Lehrer Ian (William Russell) und Barbara (Jacqueline Hill) mit dem Großvater und Erziehungsberechtigten des Mädchens reden. An der Wohnadresse finden sie nur einen großen Schrottplatz, in dessen Ecke eine Polizei-Telefonzelle steht. Dort treffen sie auf einen grummeligen alten Mann (William Hartnell), der sich selbst als „Doctor“ bezeichnet. Tatsächlich entpuppt er sich als Großvater von Susan. Noch ahnen sie nicht, dass ihnen die größe Überraschung noch bevorsteht: Die Telefonzelle ist ein Raumschiff namens TARDIS, mit dem die Besatzung durch Raum und Zeit reisen kann. Susan und ihr Opa nehmen die beiden Lehrer auf einen Trip, der sie in die Steinzeit führt.

Kritik: Im Jahr 1963 suchte die BBC eine neue 30 Minuten lange Serie, um einen freien Spot im Vorabend zu befüllen. Der neue Programmchef Sydney Newman entwickelte die Idee für eine Science Fiction-Serie „Doctor Who“, machte seine ehemalige Assistentin Verity Lambert zur Produzentin und engagierte den jungen indischen Regisseur Waris Hussein. Nach den ersten vier Episoden, die hier erstmals in deutscher Sprache erhältlich sind, stand die Serie schon kurz vor dem Aus. Das Schicksal (und der Kanal) schlugen dann doch eine andere Richtung ein, weswegen am Ende des Tages eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten entstehen konnte. In diesen ersten Stunden ist tatsächlich nur ansatzweise zu erkennen, was später noch folgen sollte. Die erste Episode ist – nicht nur mit einem nostalgischen Blick – wirklich gut.

Gestatten, Doctor Who (© Polyband)

Gestatten, Doctor Who (© Polyband)

So gelingen die Einführung eines übellaunigen Doctor Who und der – innen größeren – TARDIS stark. Die Macher schaffen es, Prämisse und Charaktere effektiv und spannend vorzustellen. Das erste wirklich Abenteuer, das sich über die Episoden 2-4 erstreckt, ist hingegen ziemlich simpel und eher hölzern ausgefallen. So sind die Gegenspieler aus der Steinzeit albern kostümiert, sprechen fließendes Englisch und wirken darüber hinaus ziemlich eindimensional. Wirkliche Spannung will in der repetitiven Handlung nicht aufkommen. Auf diese Art ist es auch heute noch ziemlich nachvollziehbar, weswegen die BBC zunächst relativ wenig Vertrauen in die neuartige Produktion hatte.

Es ist dafür sehr interessant zu beobachten, wie Charakterdarsteller William Hartnell hier die Grundlagenarbeit für die Titelfigur legt. Natürlich wurde die Figur über die Jahre deutlich nahbarer und sympathischer. Dennoch entwickelt Hartnell mit toller Präsenz ab der ersten Szene die einzigartige Geschichte von „Doctor Who“. Auf diese Art ist er in der Frühphase der deutlich beste und konstanteste Bestandteil der Serie. Er ergänzt sich gut mit der jungen Carole Ann Ford, die als neugierige Susan zur ersten Begleiterin wurde. Sie agiert ebenso solide wie William Russell und Jacqueline Hill, die als Lehrer äußerst unvermittelt in das Abenteuer ihres Lebens gezogen werden.

Selbst wenn die Qualität der späteren Folgen noch nicht erreicht werden konnte und sichtbar wenig Budget für die Umsetzung zur Verfügung stand, werden wohl doch viele Fans begeistert sein, die ersten Gehversuche vom Doctor und der TARDIS hier erleben zu dürfen. „Doctor Who: Der erste Doktor – Das Kind von den Sternen“ ist ein sicherlich nicht perfektes Teil TV-Geschichte, das sich erst im Laufe der Jahre zu einem echten Meilenstein entwickelt hat, der 55 Jahre später immer noch von Interesse ist.

Die TARDIS auf ihrer ersten offiziellen Spazierfahrt (© Polyband)

Die TARDIS auf ihrer ersten offiziellen Spazierfahrt (© Polyband)

Die Box ist ab dem 27.04.2018 auf DVD erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Für heutige Sehgewohnheiten ist die optische Qualität ziemlich grenzwertig. Gerade in den dunklen Szenen ist das Bild derart unruhig und kontrastschwach, dass kaum etwas zu erkennen ist. In den besser beleuchteten Sequenzen und vor allem bei den Nahaufnahmen sind Schärfe und Detaildarstellung zumindest mittelmäßig. Der Schwarzwert geht häufig eher in Grautöne über und rauscharm (geschweige denn rauschfrei) ist das Bild eigentlich nie.

2 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische Dolby Digital 2.0-Ton sind neu gemacht beziehungsweise überarbeitet worden, weswegen der Klang ziemlich ordentlich ist. Die Dialoge sind immer gut verständlich, klar priorisiert und wirken in beiden Fassungen natürlich. Gerade die so berühmte Musik ist schön und sauber abgemischt. Auch der Rest der Präsentation bietet vollkommen solide Kost.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Audiokommentare zu den Episoden 1 und 4 mit den Beteiligten, der Titelvorspann (3 Minuten) in drei verschiedenen Tonfassungen, vier „Doctor Who“-Sketche (insgesamt 18 Minuten), eine Grußbotschaft von der deutschen „Doctor“-Stimme Michael Schwartzmann (1 Minute), das Featurette „The Doctor Revisited“ (25 Minuten) und ein Trailer ergänzen die Box.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, LeinwandreporterTV, YouTube

Doctor Who - Der Erste Doktor: Das Kind von den Sternen

Originaltitel:Doctor Who - The Beginning (part one)
Regisseur:Waris Hussein
Darsteller:William Hartnell, William Russell, Jacqueline Hill, Carole Ann Ford
Genre:Science-Fiction-Serie
Produktionsland/-jahr:UK, 1963
Verleih:Polyband Medien
Länge:100 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.04.2018
Review: Doctor Who: Der erste Doktor – Das Kind von den Sternen (DVD)

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