Review: Alex Staffel 1 (DVD)

Das DVD-Cover von "Alex Staffel 1" (© Polyband)

Das DVD-Cover von “Alex Staffel 1” (© Polyband)

Inhalt: Der knallharte Polizist Alex Leko (Dragomir Mrsic, „Edge of Tomorrow“) ist exzellent in seinem Job, nimmt die Regeln aber nicht ganz genau. Mit seinem Partner und besten Kumpel Martin (Eric Ericson) verdient er sich gern durch kleine Handreichungen für den Gangsterboss BG (Stefan Gödicke) etwas dazu. Als Martin bei einem Einsatz sein Leben verliert, möchte Alex aus den illegalen Geschäften aussteigen. Hinzu kommt, dass mit seiner Ex-Freundin Frida (Rakel Wärmländer) eine absolut gradlinige Polizisten ins Team geschleust wird, um seine Arbeit unter die Lupe zu nehmen. Doch BG denkt gar nicht daran, seinen „Angestellten“ so einfach gehen zu lassen. Alex soll für ihn einen Verräter enttarnen, der der Polizei Informationen liefert. Als dieser sich weigert, lässt der einflussreiche BG kurzerhand Simon (Maximilian Mrsic), den Sohn von Alex, entführen. Noch ahnt er nicht, welche Welle der Gewalt er damit auslöst.

Kritik: Kriminellen, brutalen Polizisten bei der Arbeit zuzusehen, ist inzwischen schon fast ein eigenes Genre geworden. Ausgangslage dafür dürfte wohl die unterschätzte Kult-Serie „The Shield“ gewesen sein, in der sich Michael Chiklis als nicht so gesetzestreuer Vic Mackey mit seinem Team durch die Ganglandschaft von Los Angeles geschossen hat. Auch in dieser schwedischen Serie, die im Jahr 2017 debütierte, sind die Einflüsse des Vorbilds unverkennbar. Die sechs Episoden dieser ersten Staffel sind dreckig, brutal und bewusst trist. Das ist in diesem Fall aber zu wenig, um sechs Episoden konstante Unterhaltung zu liefern. Gerade in der ersten Hälfte schleichen sich – trotz nur 42 Minuten Laufzeit pro Episode – immer wieder Längen in das Geschehen ein.

Alex und Frieda im Einsatz (© Polyband)

Alex und Frida im Einsatz (© Polyband)

Damit eine solche Serie, in der der Anti-Held gar nicht sympathisch sein darf, funktioniert, braucht das Geschehen charismatische oder mindestens interessante Figuren. Leider sucht das Publikum recht vergeblich nach solchen Charakteren. Da ist es auch kaum Hauptdarsteller Dragomir Mrsic und seinen Kollegen anzulasten, wenn das Publikum mit einem Achselzucken aufs Geschehen reagiert. Am ehesten hat Kardo Razzazi, der in der Rolle von Nico, der rechten Hand von BG, wunderbar stoisch und angsteinflößend auftritt, einen erinnerungswürdigen Part. In der zweiten Hälfte nimmt die Staffel dann aber deutlich an Tempo und Unterhaltungswert zu. Hier schafft man es recht rabiat, dann doch noch den gewünschten Krimi-Thriller-Mix zu erzeugen. Leider benötigen die Macher für die Umsetzung eine Reihe an Wendungen, die nur bedingt glaubwürdig sind. Auf diese Art geht dann der Rest an Authentizität verloren. Gerade ein zentraler Twist für den Schlussakt fällt hier negativ auf.

Die Frage, wie „The Shield“ als Nordic Noir-Serie aussehen würde, dürfte ziemlich viele Fans des Genres reizen. Die Antwort, die „Alex Staffel 1“ liefert, ist leider nur sehr bedingt befriedigend. Mit Figuren, die für eine solche Serie nicht gut genug ausgearbeitet sind, fällt es merklich schwer, das Publikum für die Inhalte zu begeistern. Der später gewählte Ansatz, Tempo und Wendungen in den Fokus zu nehmen, reduziert die Längen, aber auch die Glaubwürdigkeit. So bleiben sechs allenfalls durchschnittliche Episoden, die nur schwer erkennen lassen, wie die Prämisse noch zu einem erfolgreichen Ergebnis geführt werden kann.

Alex und seine Frau (© Polyband)

Alex und seine Frau (© Polyband)

Die Box ist ab dem 28.09.2018 auf DVD erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Serie kommt in einem atmosphärischen, bewusst etwas dreckigen Look. Eine optische Schönheit ist „Alex“ somit nicht. Schärfe und Detaildarstellung sind im Mittelmaß einzuordnen. Die etwas matschigen Farben wirken immer noch natürlich. Kontraste und Schwarzwert sind nicht immer ideal, aber insgesamt zufriedenstellend. Das Bild ist manchmal recht körnig, liefert aber insgesamt den passenden Look.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der schwedische Dolby Digital 5.1-Ton liefern solide TV-Qualität. Im Zentrum steht ganz klar die saubere Dialogwiedergabe. Abgefeuerte Schüsse und die Musik sorgen dafür, dass die äußeren Boxen manchmal mit eingebunden werden. Viel mehr gibt es akustisch über die Thriller-Serie nicht zu berichten.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Es befindet sich kein Bonusmaterial auf den DVDs.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, LeinwandreporterTV, YouTube

Alex - Staffel 1

Originaltitel:Alex - Season 1
Showrunner:Niklas Rockström, Michael Hjorth
Darsteller:Dragomir Mrsic, Rakel Wärmländer, Anja Lundqvist
Genre:Thriller-Serie
Produktionsland/-jahr:Schweden, 2017
Verleih:Polyband Medien
Länge:6 x 42 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 28.09.2018
Review: Alex Staffel 1 (DVD)

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