Review: The Great Wall (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "The Great Wall" (© Universal Pictures Germany)

Das Blu-ray-Cover von “The Great Wall” (© Universal Pictures Germany)

Inhalt: Im 15. Jahrhundert in der Wüste Gobi sind William Garin (Matt Damon, „Jason Bourne“) und Pero Tovar (Pedro Pascal, „Narcos“) auf der Jagd nach Schwarzpulver. Dabei wurden alle ihre Begleiter schon von Kriegern des Volkes der Kitan getötet. Dann werden sie auch noch von einem Monster überfallen, das William mit Glück und Geschick töten kann. Kurz darauf erreichen die beiden eine Festung in der Chinesischen Mauer, in der General Shaos (Zhang Hanyu) mit seiner Eliteeinheit Angreifer abwehrt. Garin und Tovar werden zunächst gefangen genommen und erfahren kurz darauf, dass Shaos und seine Leute das Land gegen eben jene Monster verteidigen, die sie bereits kennenlernen durften. Tatsächlich planen die Tao Te – so der Name der Kreaturen – einen Großangriff, bei dem die Menschen kaum eine Chance haben dürften. Zur Überraschung der Soldaten entpuppen sich William und Pero als vielseitige Kämpfer, die in diesem aussichtslosen Duell eine entscheidende Rolle übernehmen könnten.

Kritik: Der chinesische Markt wird immer wichtiger für Hollywood, weswegen immer mehr Produktionen darauf abgestimmt werden. So deutlich wie bei „The Great Wall“ war es aber selten: Die amerikanisch-chinesische Co-Produktion war mit einem Budget von 135 Millionen US-Dollar direkt einmal der teuerste Film, der jemals mit der Beteiligung von China entstanden ist. Mit Zhang Yimou, der unter anderem Klassiker wie „Hero“ und „House Of Flying Daggers“ inszenierte hatte, übernahm einer der bekanntesten einheimischen Regisseure die Hauptverantwortung für die Produktion. Herausgekommen ist ein in allen Maßstäben gewaltiger Film, bei dem am Ende aber eine wirkliche Geschichte auf dem Weg bleibt. Bei der temporeichen Inszenierung folgt eine Actionszene auf die nächste, während sich Massen von bunt kostümierten, austauschbaren Figuren gegen die mäßig designten Ungeheuer stellen.

William findet eine neue Berufung (© Universal Pictures Germany)

William findet eine neue Berufung (© Universal Pictures Germany)

Von den chinesischen Charakteren darf allenfalls noch Tian Jing als junge Kommandantin Lin etwas tun. Daneben war der Film ein neuerlicher Kandidat für die Whitewashing-Kampagne in Hollywood. Wer hier den von Matt Damon gespielten Kleinganoven William sieht, der im „Captain America“-Stil die Monster bekämpft und dabei wesentlich effektiver als die komplette Armee vorgeht, wird sich ein Schmunzeln nicht verkneifen können. Als seine Sidekicks bleiben Pedro Pascal und Willem Dafoe („John Wick“) unterfordert. Auf eine wirkliche Charakterentwicklung wird – abgesehen von den erwarteten Elementen – verzichtet. Viel mehr bleibt der Film in seinen recht kurzweiligen 99 Minuten bei seinem simplen Mensch gegen Monster-Szenario, was auch abseits jeglicher Logik so in Ordnung geht. Leider geht der Geschichte zum Finale noch das letzte bisschen Luft aus. Bei der Auflösung machen es sich die Verantwortlichen derartig leicht, dass man als Zuschauer fast schon wieder Respekt davor haben muss.

Wer einen im klassischen Sinne guten Film erwartet, wird bei „The Great Wall“ sicherlich nicht fündig. Sehr viel eindimensionaler wie dieses von jeglichen Zwängen der Physik und Logik befreite Szenario dürfte teures Hollywood-Kino kaum werden. Dennoch macht das Geschehen Spaß. Charmant-blödsinnig, unterhaltsam, mit schicken Kostümen und augenzwinkernden Gimmick-Effekten ist das amerikanisch-chinesische Großprojekt trotz seiner deutlichen Schwierigkeiten und dem fast schon dreisten Finale insgesamt zufriedenstellend.

Kommandantin Ling vertraut in das Potenzial der Neuankömmlinge (© Universal Pictures Germany)

Kommandantin Ling vertraut in das Potenzial der Neuankömmlinge (© Universal Pictures Germany)

Der Film ist ab dem 18.05.2017 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

 

Bild: Der Look liefert auf modernem Blockbuster-Standard, wobei es aber bei einigen (in 2D etwas billig anmutenden) Effekten sehr deutlich wird, dass der Film auf 3D ausgelegt war. Davon abgesehen sind Schärfe und Detaildarstellung sehr gut. Die Farbpalette ist durchweg warm, kräftig und natürlich. Kontraste und Schwarzwert wurden sauber eingestellt. Stellenweise ist ein leichtes, digitales Rauschen erkennbar gewesen. Ansonsten wird eine saubere Präsentation geboten.

4 von 5 Punkten

Ton: Universal Pictures punktet mit einer feinen Dolby Atmos-Mischung für die deutsche und die englische Version. Gerade bei den zahlreichen krachenden Actionszenen gibt es eine äußerst explosive räumliche Abmischung mit tollem Bass-Einsatz. Die Dialoge sind auch bei chaotischen Szenen immer gut priorisiert und auch leisere Hintergrundgeräusche und der Score gefallen mit einer durchweg starken Verteilung auf die äußeren Boxen.

5 von 5 Punkten

Extras: Zwei Mini-Featurettes (6 Minuten), ein paar unveröffentlichte und erweiterte Szenen (7 Minuten) sowie einige Trailer ergänzen den Film.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures Germany, Leinwandreporter TV, YouTube

The Great Wall

Originaltitel:The Great Wall
Regie:Yimou Zhang
Darsteller:Matt Damon, Jing Tian, Pedro Pascal
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy
Produktionsland/-jahr:USA/China, 2016
Verleih:Universal Pictures Germany
Länge:104 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen gibt es auf der Seite von Universal Pictures

Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 19.05.2017
Review: The Great Wall (Blu-ray)

{lang: 'de'}

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.