Review: Mr. Sloane (DVD)

Das DVD-Cover von "Mr. Sloane" (© Polyband)

Das DVD-Cover von „Mr. Sloane“ (© Polyband)

Inhalt: Jeremy Sloane (Nick Frost, „The World’s End“) ist eigentlich ein netter Kerl. Der etwas pedantische und komplett unspontane Buchhalter hat aber große Probleme, im Jahr 1969 mit der sich komplett ändernden Gesellschaft Schritt zu halten. Nachdem seine gelangweilte Frau Janet (Olivia Colman, „Mord im Orient Express“) ihn verlässt und er auch noch seinen Job verliert, möchte Jeremy Selbstmord begehen. Wie das Schicksal so spielt, scheitert er aber auch hierbei. Kurz darauf scheint alles besser zu werden. Zunächst bekommt er einen interessanten Aushilfsjob. Dann lernt er auch noch Robin (Ophelia Lovibond, „Hooten & the Lady“) kennen. Zu seiner Überraschung scheint die hübsche, witzige und abenteuerlustige Amerikanerin tatsächlich Interesse an ihm zu haben. Doch leider wäre Jeremy nicht er selbst, wenn er nicht eine Möglichkeit finden würde, diese tollen Gelegenheiten vor die Wand zu fahren.

Kritik: Im Jahr 2014 entwickelte Robert B. Weide für die BBC diese siebenteilige Mini-Serie, die sich mit dem tragikomischen Schicksal eines Außenseiters in den späten 60ern auseinandersetzt. Nachdem die erste Folge mit einem missglückten Selbstmord des Protagonisten startet, geht es stimmungsmäßig danach zumindest konsequent bergauf. Das Leben von Mr. Sloane ist ziemlich langweilig. Dennoch gelingt es ihm, den Biergenuss mit den gehässigen Kumpels, das Kennenlernen einer neuen Frau, oder den Job als Nachhilfelehrer für sich selber so schwierig zu gestalten, dass Erfolge nahezu unmöglich werden. Abgesehen von einer Folge, die sich sehr auf verzichtbaren Fäkal-Humor stützt, schlägt die Serie zum Glück eher ruhige Töne an. So wächst eine Geschichte, die manchmal lustig, manchmal warmherzig, zeitweise aber auch etwas dröge ist.

Jeremy lernt Janet kennen (© Polyband)

Jeremy lernt Janet kennen (© Polyband)

Die Atmosphäre der späten 60er-Jahre wird dabei sehr gut eingefangen. Allein schon die Ausstattung und der Soundtrack – angefangen bei „A Well Respected Man“ von The Kinks als Titelsong – sorgen für die passende Stimmung. Eine weitere Stärke ist natürlich die erstklassige Besetzung. Nick Frost ist nicht nur ein guter Komiker, sondern auch ein guter Schauspieler. Als verträumter Jeremy, der einfach nicht aus seinem Alltagstrott heraus kommt, ist er ebenso amüsant wie tragisch. Er hat eine tolle Chemie mit Ophelia Lovibond, die auch hier wieder einmal zeigt, dass sie eigentlich wesentlich prominenter sein müsste. Mit Ausstrahlung, Charme und komödiantischem Timing erhellt sie jede Szene, in der sie zu sehen ist.

Dazu ist mit Olivia Colman eine Schauspielerin vertreten, die eigentlich jede Produktion besser macht. Als gutherzige, aber genervte Noch-Ehefrau von Jeremy nutzt sie mal wieder den sich ihr bietenden Spielraum voll aus. Von den mäßig sympathischen Freunden des Protagonisten dürfte Peter Serafinowicz („John Wick – Kapitel 2“) das bekannteste Gesicht sein. Als selbstgefälliger Ross, der regelmäßig seinen Sohn im Auto warten lässt, während er in die Kneipe geht, hat er ein paar nette Momente.

Sicherlich ist „Mr. Sloane“ nicht der ganz große Wurf, da sich die Mini-Serie vom Start bis zum bittersüßen Finale immer wieder Verschnaufpausen und auch ein paar missglückte Gags gönnt. Dennoch ist das Gezeigte liebenswert und lustig genug, damit es gepaart mit guten Darstellerleistungen immer noch für vergnügliche Unterhaltung reicht.

Robin tritt ins leben des traurigen Jeremy (© Polyband)

Robin tritt ins leben des traurigen Jeremy (© Polyband)

Die Box ist ab dem 24.11.2017 auf DVD in der „Hot from UK“-Version erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Serie kommt in einem angemessen vergilbten 60er-/70er-Jahre Look. Dabei stechen aber immer wieder ein paar kräftige Farben (beispielsweise Robins Lippenstift) hervor. Schärfe und Detaildarstellung sind meistens solide. Auch die Einstellung von Kontrasten und Schwarzwert ist nicht ohne Fehler, genügt aber den Ansprüchen. Passend zum Material ist ein zeitweise deutliches Rauschen zu sehen gewesen. Wirklich störende Fehler gibt es aber nicht.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Wie auf dem Cover beschrieben, ist nur die englische Originalversion (mit optionalen deutschen Untertiteln) auf der DVD enthalten. Diese liegt in einer vollkommen soliden Dolby Digital 2.0-Abmischung vor. Die Dialoge sind immer gut priorisiert und verständlich. Obwohl ein wenig Räumlichkeit zwar nett gewesen wäre, ist auch die Wiedergabe von Hintergrundgeräuschen und Musik vollkommen brauchbar.

3 von 5 Punkten

Extras: Gleich vier Episoden enthalten einen Audiokommentar von Nick Frost. Zusätzlich sind vier kleine Featurettes (insgesamt 12 Minuten) und ein paar Trailer als Bonusmaterial auf der DVD zu finden.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Polyband, Leinwandreporter TV, YouTube

Mr. Sloane

Originaltitel:Mr. Sloane
Regie:Robert B. Weide
Darsteller:Nick Frost, Olivia Colman, Peter Serafinowicz, Ophelia Lovibond
Genre:Mini-Serie, Komödie, Drama
Produktionsland/-jahr:UK, 2014
Verleih:Polyband
Länge:7 x 22 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Polyband

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.11.2017
Review: Mr. Sloane (DVD)

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