Review: Scream Week (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Scream Week" (© Spirit Media)

Das Blu-ray-Cover von “Scream Week” (© Spirit Media)

Inhalt: Auch im Studium ist es noch wichtig, zu den coolen Kids zu gehören. Dieses Label haben Merel (Carolien Spoor), Lisa (Holly Mae Brood), Kim (Yootha Wong-Loi-Sing), Thijs (Jelle de Jong) und Boris (Jord Knotter) schon länger inne. Deswegen erlauben sie sich mit den Bewerbern für einen freien WG-Platz bei ihnen einige böse Späße. Leider gehen die Aufgaben zu weit und einer der Finalisten für die Aufnahme bricht zusammen und ist tot. Aus Angst, angeklagt zu werden, einigen sich die Anwesenden trotz der Proteste von Merel darauf, alles als blöden Unfall darzustellen. Zwei Jahre später will die Gruppe ihren Studienabschluss feiern und fährt zu „Sneekweek“, einer Mischung aus Segelturnier und gigantischer Party. Die erste Überraschung tut sich auf, als sich herausstellt, dass niemand von ihnen das luxuriöse Ferien-Apartment gemietet hat. Wesentlich weniger erfreulich ist das, was folgen soll. Eine maskierte Person beginnt – ausgestattet mit Säge, Nagelpistole und weiteren netten Spielzeugen – die Jagd auf die Studenten zu eröffnen.

Kritik: Seine Hoch-Zeit erlebte der Slasher-Film in den 80ern, wo meist übernatürliche Killer wie Jason Vorhees, Freddy Krueger und Michael Myers ihre jugendliche Klientel drastisch dezimierten. In den 90ern feierte das Subgenre ein erstaunliches Comeback und landete Hits wie „Scream“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“. Diese dienten jetzt merklich als Vorbild für das Spielfilmdebüt des Niederländers Martijn Heijne. Er gibt sich bewusst in bekannte Fahrwasser und kreiert erst einmal einen Grund, die Protagonisten zum Ziel eines Racheplots werden zu lassen. Danach entsteht eher ein atmosphärischer Partyfilm, der zunächst recht wenig Horrorelemente beinhaltet. Dank schöner Bilder und augenzwinkernder Dialoge dürften die meisten hier aber sehr gerne zusehen. Mit Drogen, Sex und überdreht guter Laune bereiten sich die Figuren recht unterhaltsam darauf vor, bald die Radieschen von unten zu betrachten.

So lässt es sich feiern (© Spirit Media)

So lässt es sich feiern (© Spirit Media)

Wenn dann die Schlachterei beginnt, sorgen weiter Kamera und Musik für Stimmung. Was dem Film aber merklich abgeht, sind die Splatterelemente. So gibt es zwar schön gefilmte Einstellungen – wie beim ersten Mord – wirklich blutig wird es für die bewusst doofen Protagonisten aber nur selten. Hier dürften sich einige Genre-Fans ärgern, wie schnell in einigen Szenen ausgeblendet wird, wenn der Killer seiner Arbeit nachgeht. Das ist aber nur ein Wermutstropfen in einer ansonsten wirklichen netten Hommage an ein nicht mehr sonderlich oft bemühtes Genre. Die passabel gespielten, weder besonders sympathischen noch cleveren Helden sollte man nicht zu Ernst nehmen. Es wird schon einigermaßen offensichtlich, dass Heijne diese Horrorfilm-Klischees bewusst ins Zentrum der Geschichte genommen hat. Genauso wird aber auch deutlich, dass 108 Minuten Spielzeit bei einer solchen Produktion (besonders im letzten Akt) für ein bisschen Verschnitt sorgen. Dafür bekommen die Zuschauer als Entschädigung eine gelungene Auflösung geboten.

Es verdient schon irgendwo Respekt, im Jahr 2016 einen Teenie-Slasher zu veröffentlichen. Trotz merklich kleiner Mittel erreicht „Scream Week“ dabei sogar ein relativ ordentliches Niveau. Abgesehen von ein paar Längen und dem äußerst moderaten Einsatz der wirklichen Slasher-Elemente zeigt Martijn Heijne einen bewusst konventionellen, aber stilistisch gelungenen und durchaus unterhaltsamen Film, der bei dem ein oder anderen Fan nostalgische Gefühle verursachen dürfte.

Die Katerstimmung lässt nicht lang auf sich warten (© Spirit Media)

Die Katerstimmung lässt nicht lang auf sich warten (© Spirit Media)

Der Film ist ab dem 25.11.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3 von 5 Punkten

Bild: Speziell bei den hellen Party-Szenen im ersten Drittel des Filmes sieht „Scream Week“ erstaunlich gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind in diesen Phasen durchweg überzeugend und auch die satten Farben und die Einstellung der Kontraste erreichen überdurchschnittliche Werte. In der Dunkelheit baut das Bild dann ein wenig ab. Es tritt beständig ein leichtes Rauschen auf, die Schärfe ist etwas weicher und auch die Farbgebung rutscht – gerade in den hektischen Momenten – ein wenig ab. Dennoch ist die Präsentation insgesamt absolut zufriedenstellend.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Hier gibt es zu Beginn gleich ein böses Erwachen für OmU-Gucker, da der Originalton gar nicht erst beiliegt. Die deutschen Synchronfassung ist dafür ziemlich ordentlich ausgefallen. Gerade der omnipräsente Techno-Soundtrack lässt die Anlage zeitweise auf allen Kanälen beben. Auch die gute Synchronarbeit zahlt sich aus, da die Stimmen gut priorisiert und immer verständlich über den Center kommen. Der stimmungsvolle Horrorscore und die elektrische surrenden Werkzeuge des Killers sorgen ebenfalls für Aktivität auf den äußeren Boxen. Nur schade, dass es keine Vergleichsmöglichkeit zu der deutschen Variante gibt.

3 von 5 Punkten

Extras: Es befindet sich kein Bonusmaterial auf der Blu-ray.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 3 von 5 Punkten


Quelle: Spirit Media, Leinwandreporter TV, YouTube

Scream Week

Originaltitel:Sneekweek
Regie:Martijn Heijne
Darsteller:Carolien Spoor, Jelle de Jong, Jord Knotter, Holly Maw Brood
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:Niederlande, 2016
Verleih:Spirit Media/WVG
Länge:108 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 04.12.2016
Review: Scream Week (Blu-ray)

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