Review: Kickboxer – Die Vergeltung (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Kickboxer - Die Vergeltung" (© Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von „Kickboxer – Die Vergeltung“ (© Ascot Elite)

Inhalt: Eric (Darren Shalavi) und Kurt (Alain Moussi, „Wolves“) sind Brüder, die zusammen durch dick und dünn gehen. Während Eric als Kampfsportler sehr erfolgreich ist, hält Kurt als Manager und Trainer alles Unheil von ihm fern. Als dann eines Tages Marcia (Gina Carano, „Bus 657“) bei den beiden vor der Tür steht und ein gewaltiges Preisgeld für einen illegalen Kampf in Thailand gegen die Muay Thai-Legende Tong Po (Dave Bautista, „SPECTRE“) bietet, nimmt Eric trotz der Bedenken von Kurt an. Er reist alleine nach Thailand, um sich vorzubereiten. Erst am Kampf-Tag reist sein Bruder nach und muss mit ansehen, wie Eric im Ring sein Leben verliert. Kurt rast vor Rachegelüsten. Er sucht Durand (Jean-Claude Van Damme, „Enemies Closer“), den Muay Thai-Trainer von Eric auf, um sich von ihm für einen weiteren Kampf gegen Tong Po ausbilden zu lassen. Doch reicht hartes Training, um gegen eine derart skrupellose Kampfmaschine zu bestehen?

Kritik: Als im Jahr 1989 „Karate Tiger 3 – Der Kickboxer“ erschien, waren Kampfsportfilme gerade hoch modern und Jean-Claude Van Damme genau aus dem Grund auf dem Weg nach oben. Trotz des unabstreitbaren Trash-Faktors und der minimalistischen Handlung wurde der Film zum Kult und hat bis heute seine Fans. Aus diesem Grund war es auch nur semi-überraschend, als ein Remake des Filmes (einschließlich Fortsetzung, die 2017 erscheinen soll) angekündigt wurde. Mit Regisseur John Stockwell, der bislang so wunderbar mittelmäßige Filme wie „Into the Blue“, „Turistas“ oder „Dark Tide“ in seiner Vita gesammelt hat, wurde nur bedingt ein Visionär seines Handwerks verpflichtet. Um es schon einmal positiv auszudrücken: „Kickboxer – Die Vergeltung“ ist kein schlechterer Film als sein Vorbild. Doch ein im klassischen Sinne guter Film ist hier auch eher vergeblich zu suchen. Im Stil der 80er-Jahre ist dieses Werk eine 91 Minuten lange Trainingsmontage, die zeitweise durch ein wenig Rahmenhandlung und mäßige Dialoge unterbrochen wird.

Kurt lässt das unkonventionelle Trainingsprogramm von Durand über sich ergehen (© Ascot Elite)

Kurt lässt das unkonventionelle Trainingsprogramm von Durand über sich ergehen (© Ascot Elite)

Die Produktion richtet sich eindeutig an Fans des Subgenres und versucht auch gar nicht, viel mehr zu sein. Was kann diesem Remake wirklich vorgeworfen werden? Der unnötige Sprung zwischen den Zeitebenen und die fehlende Spannung währen da zu nennen. Dafür punktet das Werk mit seinem zentralen Element, den Kampfsportszenen, die sehr ordentlich choreographiert wurden. Hauptdarsteller Alain Moussi ist hauptsächlich als Stunt-Double aktiv. Er ist beweglich, wuchtig und erscheint in seinen Kämpfen überzeugend. Obwohl er als Schauspieler bestenfalls solide ist, reicht die Darbietung, um das Geschehen zu tragen. Ein Hauptgrund, die Neuauflage des Filmes zu erlauben, dürfte die Zusage von Jean-Claude Van Damme gewesen sein, der hier als Mr. Miyagi-Verschnitt seine Weisheiten an den Mann bringen darf. Wrestling-Superstar Dave Bautista hat sich zuletzt immer häufiger als brauchbarer Schauspieler erwiesen. So bringt er als Tong Po neben der physischen Präsenz genug düstere Ausstrahlung mit, um als überlebensgroßer Gegenspieler zu funktionieren. Die Kämpfe meistert er natürlich absolut anstandslos. So wird auch das finale Aufeinandertreffen von Tong Po und Kurt zum Höhepunkt des Films. Die gute Gina Carano bekommt nicht genug Spielzeit, um hier wirkliche Eindrücke zu hinterlassen.

Auch wenn Hardcore-Fans des Originals das anders sehen mögen, ist „Kickboxer – Die Vergeltung“ kein furchtbarer Film. Viel mehr wird hier simpel gestrickte Unterhaltung für Fans geboten, die sicherlich auch noch ihre deutlichen Schönheitsfehler hat, aber vor allem im Ring ihre Leistung abruft.

Mit diesem netten Gesellen sollte man sich lieber nicht anlegen (© Ascot Elite)

Mit diesem netten Gesellen sollte man sich lieber nicht anlegen (© Ascot Elite)

Der Film ist ab dem 18.11.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Hier müssen die hellen Außenaufnahmen und die düsteren Bilder (zum Beispiel im Inneren des Tempels) voneinander abgegrenzt werden. Während die gut beleuchteten Aufnahmen ziemlich scharf und detailreich sind, geht bei den dunkleren Shots aufgrund einer nicht idealen Kontrastierung doch einiges verloren. Die Farbgebung ist ordentlich, wobei das Geschehen zeitweise aufgrund eines recht radikalen Grünfilters etwas kränklich erscheint. Die relativ deutliche Körnung passt zu dem nostalgischen Ambiente des Films und stört kaum.

3 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton können zumeist gefallen. Dia Dialoge sind klar im Vordergrund. Der Score und Hintergrundgeräusche wie das jubelnde Kampf-Publikum wurden sauber und ziemlich präzise abgemischt und auf die Boxen verteilt. Vereinzelte fallende Schüsse und auch der prasselnde Regen hätten etwas mehr Kraft vertragen können.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein kleines Behind the Scenes-Featurette (7 Minuten) und eine Reihe von Trailern ergänzen die Blu-ray.

1,5 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, Leinwandreporter TV, YouTube

Kickboxer - Die Vergeltung

Originaltitel:Kickboxer: Vengeance
Regie:John Stockwell
Darsteller:Jean-Claude Van Damme, Dave Bautista, Alain Moussi, Gina Carano
Genre:Action
Produktionsland/-jahr:USA, 2016
Verleih:Ascot Elite
Länge:91 Minuten
FSK:ab 18 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 20.11.2016
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