Review: Club der roten Bänder – Staffel 1 (Blu-ray)

Die Box der ersten Staffel von "Der Club der roten Bänder" (© Universum Film/Vox)

Die Box der ersten Staffel von “Der Club der roten Bänder” (© Universum Film/Vox)

Inhalt: Das Leben wie er es kannte ist für immer vorbei, seitdem beim Teenager Jonas (Damian Hardung) Krebs diagnostiziert wurde. Nun kommt er in einen Klinik nach Köln, wo ihm sein krankes Bein abgenommen werden soll. Im Krankenhaus trifft er auf seinen gleichaltrigen Zimmernachbarn Leo (Tim Oliver Schultz), der bereits seit Monaten behandelt wird und nur noch ein Bein hat. Gemeinsam mit Emma (Luise Befort), die wegen Magersucht behandelt wird, hilft er Jonas, mit der neuen Situation besser klarzukommen.

Der arrogante Alex (Timur Bartels) wird wegen Brustschmerzen eingewiesen und möchte lieber heute als morgen wieder nach Hause, woran auch dessen Mitbewohner Hugo (Nick Julius Schluck) nichts ändern kann, da er seit 2 Jahren im Koma liegt. Toni (Ivo Kortlang) hat aufgrund autistischer Züge schon genug Probleme im Leben, ehe er nach einem Unfall ins Krankenhaus eingewiesen wird. Obwohl die massiven Unterschiede deutlich sind, finden die sechs jungen Leute als „Club der roten Bänder“ zusammen und schaffen es gemeinsam, trotz all der Langeweile, Bedrückung und nicht zu verhindernder Rückschlägen, ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben.

Kritik: Nach den Erfahrungen des Spaniers Albert Espinosa, der in seiner Jugend mehrere Jahre aufgrund von einer schweren Erkrankung in Krankenhäusern verbracht hatte, entstand diese Eigen-Produktion von Vox, die sich zu einem überraschenden Quoten-Hit entwickelte. Die merklich auf ein jugendliches Publikum zugeschnittene Serie punktet durchgängig mit ihrem ziemlich offensiven Umgang mit der Situation der Hauptfiguren. Dazu gelingt es, fast durchgängig sympathische Charaktere zu formen, die dem Publikum sehr schnell ans Herz wachsen. Dennoch ist gerade zu Beginn bei weitem nicht alles gut. In stellenweise etwas gekünstelt wirkenden Dialogen rutscht das Geschehen manchmal in Richtung des Kitschs ab. Auch die philosophisch-spirituellen Züge, die eine Zwischenwelt umfassen, wirken dem eigentlich nach Authentizität suchenden Ton entgegen.

Alle Club-Mitglieder vereint (© Universum Film)

Alle Club-Mitglieder vereint (© Universum Film)

Nachdem das immer durchaus unterhaltsame Geschehen manchmal recht naiv wirkt, legen die Macher vor allem im letzten Drittel eine deutliche Schippe hinzu. In dieser Phase dürften sich einige Zuschauer die Frage stellen, ob sie bewusst in Sicherheit gewogen wurden, ehe im „Club der roten Bänder“ die wirkliche Ernsthaftigkeit zum Vorschein kommt. Gerade eine Folge rund um Verlustangst und Abschied hinterlässt einen starken Eindruck. Darstellerisch ist die größtenteils junge Besetzung junge Besetzung ordentlich gewählt. So besteht zwischen Damian Hardung, Tim Oliver Schultz, Luise Befort, Timur Bartels, Nick Julius Schluck und Ivo Kortlang eine merklich gute Chemie, die der Serie auch in den schwächeren Phasen hilft. Der ein oder andere Nebendarsteller wirkt hingegen manchmal ein wenig unbeholfen, was aber auch mit dem teils eher mäßigen Dialog-Material zu tun hat.

Auch wenn die erste Staffel von „Club der roten Bänder“ ihre Anlaufzeit braucht, wird jederzeit ordentliche Unterhaltung für ein jüngeres Zielpublikum geboten wird. Wenn sich das Publikum gerade auf eine eher seichte Tragikomödie eingelassen hat, überrascht die Serie mit einem starken und äußerst berührenden Finish, das Potenzial zeigt, um die Geschichte um eine Krankenhaus-Clique längerfristig im deutschen Fernsehen zu etablieren.

Emma, Jonas und Leo genießen die gemeinsame Zeit (© Universum Film)

Emma, Jonas und Leo genießen die gemeinsame Zeit (© Universum Film)

Die Box ist ab dem 29.01.2016 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Die Serie ist handwerklich gut umgesetzt und sieht dementsprechend auch auf Blu-ray gut aus. Schärfe und Detaildarstellung sind zwar nicht immer herausragend, aber absolut zufriedenstellend. Die Farben wirken manchmal schon etwas zu kräftig, was aber nicht stört. Der satte Schwarzwert und die gut eingestellten Kontraste hinterlassen ebenfalls einen guten Eindruck. Rauschen oder ähnliches ist in dem sauberen, fehlerfreien Bild nicht zu erkennen.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Der deutsche DTS-HD MA 5.1-Ton liefert ebenfalls alles, was gebraucht wird. Die Dialoge kommen jederzeit gut verständlich aus dem Center. Natürlich gibt es bei der Serie keine spektakulären Effekte, aber beispielsweise beim Piepen der Maschinen und beim omnipräsenten Soundtrack werden auch die äußeren Boxen gut involviert.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein äußerst ausführliches Making of (87 Minuten), ist neben ein paar Trailern der einzige Bonus, bietet aber allein schon einen guten Mehrwert.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 3,5 von 5 Punkten


Quelle: Vox, YouTube

Club der roten Bänder - Staffel 1

Originaltitel:Club der roten Bänder - Staffel 1
Autoren:Arne Nolting, Jan Martin Scharf
Darsteller:Timur Bartels, Luise Befort, Damian Hardung
Genre:Jugend-Drama-Serie
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2015
Verleih:Universum Film
Länge:10 Episoden zu je 45 Minuten
FSK:ab 6 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 30.01.2016
Review: Club der roten Bänder – Season 1 (Blu-ray)

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