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Review: Das Versprechen eines Lebens (Kino)

Das Kino-Plakat von “Das Versprechen eines Lebens” (Quelle: Universal Pictures)

Inhalt: 1919: Der australische Farmer Joshua Connor (Russell Crowe, „Noah“) und seine Frau (Jacqueline McKenzie) haben immer noch darunter zu leiden, dass ihre drei Söhne Art (Ryan Corr), Henry (Ben O’Toole) und Edward (James Fraser) vier Jahre zuvor in der Schlacht von Gallipoli gekämpft haben und nie nach Hause zurückgekehrt sind. Als seine Frau verstirbt, reist Joshua in die Türkei, um sich auf die Suche nach seinen Söhnen zu machen und ihre Überreste zu beerdigen. Vor Ort eckt er bei türkischen und britischen Offiziellen an, die mit aller Macht jedes Politikum vermeiden wollen. Joshua quartiert sich bei der Witwe Ayshe (Olga Kurylenko, „The November Man“) ein und beginnt auf eigene Faust die Suche. Ausgerechnet Major Hassan (Yilmaz Erdogan), der in der damaligen Schlacht auf der Gegenseite gekämpft hat, hilft dem verzweifelten Vater.

 

Kritik: Der inzwischen 51 Jahre alte Charakter-Darsteller Russell Crowe gehört unumstritten zu den ganz großen Schauspielern seiner Generation. Neben seiner Oscar-Rolle in „Gladiator“ hat er in Meister-Werken wie „L.A. Confidental“, „A Beautiful Mind“ und „Insider“ (um nur einige zu nennen) die Kino-Landschaft nachhaltig geprägt. Jetzt war es für ihn an der Zeit, eine erste eigene Regie-Arbeit für die große Leinwand zu konzipieren. In seinem Kriegsdrama, das er den namenlosen Opfern vieler Schlachten widmet, zeigt er ein gutes Auge für tolle Landschaftsbilder und düstere Kampf-Szenarien. Gerade die ergiebigen Schauwerte Istanbuls kommen hier gut zur Geltung. Allerdings hat sein Film durchgängig mit einer gewissen Sentimentalität zu kämpfen. Dramatische Rückblenden, ausufernde Zeitlupen und pathetische Musik machen die berührende Geschichte an vielen Stellen doch schon arg rührselig. So erzählt Russell Crowe eine bunte Mischung aus Familiendrama, Kriegsfilm und Abenteuer, die trotz starker Momente etwas zähflüssig erscheint.

Ayshe hilft Joshua, der seine Söhne finden will (Quelle: Universal Pictures)

Seine schauspielerischen Fähigkeiten haben unter der Doppelfunktion auf jeden Fall nicht gelitten. Als wortkarger, aber sympathischer Farmer, der sehr vom Schicksal gebeutelt wurde, zeigt er sich auf der Höhe seines Könnens. Das ungewöhnlich gute Bauchgefühl seiner Figur, das an Hellseherei grenzt, ist zwar eher albern, ihm aber nicht anzulasten. Olga Kurylenko als Türkin zu besetzen, ist optisch zwar gerade noch vertretbar, mutet aber ein wenig merkwürdig an. Davon abgesehen agiert sie gewohnt ordentlich. Der türkische Routinier

Yilmaz Erdogan gefällt als Major Hassan, der Verständnis für die Lage von Joshua entwickelt und ihm hilft. Der (warum auch immer) aktuell gefühlt überall zu findende Jai Courtney („Stirb Langsam 5 – Ein guter Tag zum Sterben“) ist hier als Befehlshaber Hughes zu sehen. Er bleibt recht unauffällig, was für seine Verhältnisse aber nicht zwingend negativ ist. Zusätzlich sind mit Isabell Lucas („Red Dawn“) und Damon Herriman („Justified“) zwei weitere bekannte Darsteller in kleinen Rollen zu sehen.

In der Türkei ist der Film bereits ein großer Hit, was aber nicht weiter überrascht, da Crowe seinen Film auch als Ode an Land und Leute nutzt. Die Griechen kommen in seinem Film deutlich schlechter weg. Am Ende sieht der Regie-Erstling von Russell Crowe wirklich schön aus, hat tolle Momente, ist aber deutlich zu melodramatisch und vorhersehbar. So ist „Das Versprechen eines Lebens“ ein sehr solider, aber bei weitem kein herausragender Film.

3 von 5 Punkten


Quelle: Universal Pictures, Leinwandreporter TV, YouTube

Das Versprechen eines Lebens

Originaltitel:The Water Diviner
Regie:Russell Crowe
Darsteller:Russell Crowe, Olga Kurylenko, Isabell Lucas, Jai Courtney
Genre:Kriegs-Drama
Produktionsland/-jahr:Australien , USA , Türkei, 2014
Kinostart:08.05.2015
Verleih:Universal Pictures
Länge:111 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.05.2015
Das Versprechen eines Lebens (Kino)

Thomas

"Alle bleiben cool! DU - bleib cool!" (Seth Gecko,"From dusk till dawn")

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