Im Keller von Dr. Toupin gehen merkwürdige Dinge vor sich (© Reason8, 2026)
Das Plakat von “Veins” (© Reason8, 2026)
Inhalt: Gemeinsam mit ihrer Freundin Catherine (Marie-Madeleine Sarr) möchte Isabelle (Romane Denis) nach langer Zeit ihre entfremdeten Eltern besuchen. Vor Ort treffen sie auf Isabelles überraschte Mutter Therese (Marie-Thérèse Fortin), die sich gerade im Austausch mit dem Nachbarn Dr. Toupin (Sylvain Marcel) befindet. Fast beiläufig teilt die ältere Dame ihrer Tochter mit, dass ihr Vater vor einigen Tagen verstorben ist. Die entsetzte Isabelle entscheidet sich, ihrer merklich verwirrten Mutter Gesellschaft zu leisten. Noch ahnt sie nicht, was für bizarre Ereignisse auf sie warten.
Kritik: Seit über 30 Jahren ist Raymond St-Jean als Regisseur aktiv. Bereits in den 90ern tauchte er mit dem Film „Out of Mind“ sehr direkt in die Welt von H.P. Lovecraft ein. Sein aktuelles Werk „Veins“ hat St-Jean als Co-Autor sogar mit verfasst – es hätte aber genauso gut aus der Feder des legendären Horror-Schriftstellers stammen können. Die Geschichte nimmt wenig Anlauf, ehe sie alle Figuren einschließlich des zwielichtigen Dr. Toupin zusammenführt und mit dem zentralen Element – dem unerwarteten Ableben des Vaters – die Handlung in Bewegung bringt. Auf zwei verschiedenen Zeitebenen zeigt St-Jean eine Welt, in der altersbedingte Probleme und der Zwang, Abschied zu nehmen, für einen sehr hohen Preis der Vergangenheit angehören könnten.
Im Keller von Dr. Toupin gehen merkwürdige Dinge vor sich (© Reason8, 2026)
Dabei lebt „Veins“ von einer fast greifbaren Atmosphäre und Bildern, die sich in den Kopf einbrennen. Leider gelingt es nur bedingt, bei dem gemächlichen Wechsel zwischen den Ereignissen, die zum zentralen Todesfall geführt haben, sowie der Gegenwart wirkliches Überraschungspotenzial oder Spannung aufkommen zu lassen. Erst in der gradlinigen Schlussphase, die auf einer eindrücklichen letzten Pointe endet, wird der Film wirklich packend. Darstellerisch kann sich St-Jean auf ein überzeugendes Team um Romane Denis verlassen, die als wehrhafte Besucherin mit dem Zuschauer in das Chaos dieser vereinsamten Nachbarschaft abgleitet. Auch Sylvain Marcel, der hier eine ganz eigene Version von Dr. Herbert West gibt, trägt eine gewaltigen Teil zum Gelingen dieses Horrormärchens bei.
Wenn die Handlung etwas früher an Rasanz zugelegt hätte, wäre hier sicherlich ein noch besserer Film im Bereich des Machbaren gewesen. Dennoch reichen Look, Atmosphäre und eine turbulente Schlussphase locker aus, um „Veins“ zu einem sehenswerten Body-Horror-Beitrag zu machen.
3,5 von 5 Punkten
Der Film gehört zum Programm der Fantasy Filmfest Nights 2026.
Quelle: Fantasy Film, YouTube
| Originaltitel: | Veins |
| Regie: | Raymond St. Jean |
| Darsteller: | Romane Denis, Marie-Thérèse Fortin, Richard Fréchette |
| Genre: | Horror, Fantasy |
| Produktionsland/-jahr: | Kanada, 2025 |
| Verleih: | Reason8 |
| Länge: | 96 Minuten |
| FSK: | tba |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfests
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 16.04.26
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