Barbara und Heli genießen jede gemeinsame Minute (© Alamode Film, Nikolett Kustos, 2026)
Das Plakat von “Vier minus drei” (© Alamode Film, 2026)
Inhalt: Barbara (Valerie Pachner) und ihr Mann Heli (Robert Stadlober, „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“) leben ihr Leben als hauptberufliche Clowns. Sie wohnen mit ihren zwei Kindern in einer kleinen Wohnung und genießen jeden Moment ihres bescheidenen Daseins. Doch das Glück der Familie wird komplett zerstört, als Heli und beide Kinder bei einem schweren Autounfall ums Leben. Dieser unvorstellbare Verlust lässt Barbara am eigenen Dasein und der stets positiven Lebensphilosophie eines Clowns zweifeln. Schritt für Schritt tastet sie sich an den Gedanken heran, den Alltag ohne ihre Familie anzunehmen.
Kritik: Ein Schicksal wie das von Barbara Pachl-Eberhart dürfte wohl für die meisten Menschen einer der größten anzunehmenden Albträume sein: Bei einem Autounfall verlor sie im Jahr 2008 ihren Partner Heli und die beiden gemeinsamen Kinder. Nachdem der erste Schock verdaut war, verarbeitete sie diese Erfahrungen mit aller Härte und Ehrlichkeit in dem autobiographischen Roman „Vier minus drei“, der im Jahr 2010 erschien. Durch den Erfolg des Buches begann sie, weiter als Autorin, Vortragende und Trauerbegleiterin zu arbeiten. Jetzt hat Adrian Goiginger ihre Geschichte verfilmt. Es dürfte wohl kaum jemanden verwundern, dass dieses Drama an die Substanz geht. Der pure Horror dieses Schicksalsschlags geht wohl an keinem Zuschauer spurlos vorbei.
Wer sich auf die Geschichte einlassen möchte, bekommt emotional herausforderndes und sehr authentisches Kino geboten, das natürlich wenig Freude bereitet, aber einen sehr nachvollziehbaren Blick in eine solche Situation ermöglicht. Dem Film gelingt es auf bewundernswerte Weise, auf jeden Anflug von Kitsch und pseudophilosophischen Weisheiten zu verzichten und die sehr harten Elemente nicht künstlich zu verharmlosen. Gerade diese erfrischende Ehrlichkeit sorgt dafür, dass die vorhandenen humor- und hoffnungsvollen Elemente noch wirkungsvoller ausfallen.
Barbara und Heli genießen jede gemeinsame Minute (© Alamode Film, Nikolett Kustos, 2026)
Einer der Hauptgründe für das Gelingen von „Vier minus drei“ ist die Leistung von Valerie Pachner in der anspruchsvollen Hauptrolle. Mit ihrem enorm nuancierten Auftritt macht sie die Geschichte von Pachl-Eberhart greifbar. Robert Stadlober, der in den gut platzierten Rückblenden den drollig-sympathischen Träumer Heli spielt, ist ebenfalls in Topform. Auch die weitere Besetzung um Hanno Kofler und Ronald Zehrfeld überzeugt durchgehend.
„Vier minus drei“ ist sicherlich kein Film für das breite Publikum. Weit entfernt von seichten Melodramen wird hier ein schonungsloser Blick auf eine private Tragödie geworfen. Was bleibt, ist eine empathisch erzählte und gespielte Geschichte, die Stoff zum Nachdenken und einen Rückweg aus tiefsten emotionalen Abgründen mitbringt.
4 von 5 Punkten
Quelle: Alamode Film, YouTube
| Originaltitel: | Vier minus drei |
| Regie: | Adrian Goiginger |
| Darsteller: | Valerie Pachner, Robert Stadlober, Stefanie Reinsperger |
| Genre: | Drama |
| Produktionsland/-jahr: | Deutschland/Österreich, 2026 |
| Verleih: | Alamode Film |
| Länge: | 121 Minuten |
| FSK: | ab 12 Jahren |
| Kinostart: | 16.04.2026 |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Alamode Film
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 13.04.2026
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