Odysseus wird im Geiste von Athena beraten (© Universal Pictures, 2026)
Das Plakat von “Die Odyssee” (© Universal Pictures, 2026)
Inhalt: Über 10 Jahre war König Odysseus (Matt Damon, „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“) mit seinen Gefolgsleuten im Trojanischen Krieg. Nach einer genialen List von ihm gelang der entscheidende Schlag, der den Krieg entschieden hat. Nun möchte der Monarch endlich wieder nach Hause zu seiner Frau Penelope (Anne Hathaway, „Interstellar“) und seinem Sohn Telemachos (Tom Holland, „Spider-Man“). Er und seine überlebenden Mitstreiter begeben sich auf eine beispiellose Heimreise, bei denen Götter, Monster und Zauberer dafür sorgen, dass sich die Reihen lichten und eine Ankunft bald außer Reichweite scheint. Im heimischen Ithaka belagern währenddessen ambitionierte Männer wie Antinoos (Robert Pattinson, „Tenet“) das Schloss, um Penelope bei erster Gelegenheit zu ehelichen und selbst den Thron zu besteigen. Telemachos macht sich auf die Reise, um selbst nach seinem Vater zu suchen.
Kritik: Es gibt im modernen Kino nicht mehr viele Regisseure, die nur mit ihrem Namen die Leute in die Kinos locken. Christopher Nolan ist definitiv weit vorne in dieser Kategorie. Nachdem der Brite 2024 für „Oppenheimer“ endlich seinen lang anvisierten Regie-Oscar gewinnen konnte, durfte er sich jetzt mit „Die Odyssee“ den Traum einer Historien-Adaption erfüllen. Der über 2500 Jahre alte Stoff von Homer wurde bereits mit Kirk Douglas, Armand Assante und Ralph Fiennes auf die Leinwand gebracht. Der 172 Minuten lange Epos Nolans dürfte definitiv die aufwändigste Version der filmischen Moderne sein. Die mit IMAX-Kameras gedrehten Aufnahmen des wieder mit möglichst wenig CGI produzierten Films sehen natürlich exquisit aus. Gerade in Center Pieces wie der Schlacht um Troja und dem Aufeinandertreffen mit dem Zyklopen ist der Film Kino in Reinkultur.
Odysseus wird im Geiste von Athena beraten (© Universal Pictures, 2026)
Man merkt sehr, dass Nolan ein Passionsprojekt umgesetzt hat. Er ist hier wohl sehr nah an Emily Wilsons Übersetzung des Homer-Stoffes geblieben. Dadurch müssen sich moderne Sehgewohnheiten erst einmal an das doch schleppende Tempo gewöhnen, was bei der epochalen Laufzeit nicht immer leicht ist. Die schon vorab aufgekommenen Kritiken an historischen Ungenauigkeiten bezüglich Kleidung, Schiffen und Besetzung (wobei sich Leute wie Matt Walsh und Elon Musk dort auf Lupita Nyong’o und Elliot Page konzentrierten, während andere nicht-griechischstämmige Darsteller in den Wortmeldungen nicht als störend empfunden worden) ist zu vernachlässigen.
Wie immer kann sich Christopher Nolan auf einen spektakulären Cast verlassen. Ein erstaunlich muskulöser Matt Damon trägt den Film als tapferer Krieger und gequälter Familienvater. Anne Hathaway und Tom Holland sind in der Parallelhandlung ebenso überzeugend wie John Leguizamo als idealistischer Haushälter und Robert Pattinson als schmieriger Möchtegern-Thronfolger. Wenn man sich dann noch in kleineren Nebenrollen auf Namen wie Zendaya, Lupita Nyong’o, Charlize Theron, Elliot Page, Jon Bernthal, Ryan Hurst, Mia Goth, Samantha Morton oder Benny Safdie berufen kann, ist ein Film sagenhaft gut ausgestattet.
Allein mit Look und Darstellern zeigt Christopher Nolan auch hier, weshalb er einer der Ausnahmefilmemacher dieser Zeit ist. Dennoch bleibt hier das allgegenwärtige Gefühl, dass er dieses Mal sich selbst als Hauptzielpublikum ausgemacht hat. Hier scheint stellenweise das reine (über jeden Zweifel erhabene) Handwerk im Vordergrund zu stehen. So bleibt trotz großartiger Phasen an einigen Stellen der Unterhaltungswert auf der Strecke. Auf fast drei Stunden gestreckt macht das aus „Die Odyssee“ ein immer noch sehenswertes, aber phasenweise wirklich anstrengendes Kino-Erlebnis.
3,5 von 5 Punkten
Quelle: Universal Pictures, YouTube
| Originaltitel: | The Odyssey |
| Regie: | Christopher Nolan |
| Darsteller: | Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland, Zendaya |
| Genre: | Historien, Fantasy, Abenteuer |
| Produktionsland/-jahr: | USA, 2026 |
| Verleih: | Universal Pictures |
| Länge: | 172 Minuten |
| FSK: | ab 16 Jahren |
| Kinostart: | 16.07.2026 |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Universal Pictures
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 15.07.2026
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