Review: Metallica – Through the Never (Blu-ray 3D)

Das Blu-ray-Cover von "Metallica - Through the Never" (Quelle: Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von „Metallica – Through the Never“ (Quelle: Ascot Elite)

Sie gehören zu den erfolgreichsten Rockbands der Welt: Metallica. Seit 30 Jahren tourt das Quartett inzwischen rund um den Globus und hat mit „Master of Puppets“, „Nothing Else Matters“, „Enter Sandman“ und vielen weiteren Liedern absolute Klassiker geschaffen. Egal, wo die Band auftritt, folgen mehrere 10.000 Menschen. Deswegen freut sich ein junger Skater (Dane De Haan, „The Place Beyond the Pines“), als er als Roadie für die Band arbeiten darf. Nachdem er zu Anfang des Konzertes noch als Fan die Lieder mitgröhlt, bekommt er bald einen Auftrag. Er soll einen Truck der Band am anderen Ende der Stadt auftreiben, in dem eine wichtige Tasche steht. Die eigentlich simple Aufgabe wird zur Tortur, als plötzlich Straßenschlachten in der Stadt ausbrechen. Währenddessen rockt Metallica seine Fans bis zur Ekstase.

Es gibt wohl keine Band, die so sehr für Heavy Metal steht, wie Metallica. Das dürfte einer der Gründe für dieses 32 Millionen US-Dollar teure Projekt rund um James Hetfield, Lars Ulrich und Co sein, der mehr sein möchte als ein normaler Konzertfilm. Für die Umsetzung wurde Nimrod Antal als Regisseur verpflichtet, der bereits einige Spielfilme drehen konnte, aber zuletzt 2010 mit dem Reboot „Predators“ ziemlich daneben griff. Die Kritik dieses Filmes muss in zwei Teilen erfolgen. Die Inszenierung des Konzertteils mit eigens angefertigter, spektakulärer Bühne ist ausgezeichnet gelungen. Eine ganze Armada von 3D-Kameras sorgt für tolle Bilder, die eine Ansammlung der größten Metallica-Hits untermauert. Hier gibt es gute Musik für Fans mit einer Menge Schauwerte. Das allein begründet schon die Produktion des Filmes.

Wofür die Rahmenhandlung?

James Hetfield rockt die Bühne (Quelle: Ascot Elite)

James Hetfield rockt die Bühne (Quelle: Ascot Elite)

So stark die Konzertaufnahmen sind, so merkwürdig ist die konfuse Rahmenhandlung, die recht unmotiviert eingestreut wird. Der talentierte Jungschauspieler Dane DeHaan wird hier auf eine zusammenhanglose Odyssee geschickt, die sich dem Zuschauer bis zum Ende nicht wirklich erschließen will. Seine schauspielerische Klasse kann er hier nicht wirklich zeigen. Auch nach einem direkten Zusammenhang zwischen den Geschehnissen in der Stadt und den Songs von Metallica such man vergeblich. Das es auch beim Konzert selber zu (eingeplanten) Pannen kommt, ist dagegen sehr unterhaltsam. Auch der Einsatz von zahlreichen Flammen oder einer gigantischen Justicia-Statue macht beim Zuschauen wirklich Spaß.

„Metallica – Through the Never“ wäre wahrscheinlich ein großartiger Konzertfilm geworden, wenn sich die Macher auf das reine Konzert beschränkt hätten. Das Beiwerk, weswegen es berechtigterweise zu einer Freigabe ab 16 Jahren gekommen ist, wirft mehr Fragen auf, als das es wirklich zum Unterhaltungswert des Gesamtkunstwerks beitragen würde. Trotzdem ist das Musikalische so gut in Szene gesetzt, dass die Fans sicher zufrieden sein werden und die besten Songs ihrer Lieblinge auf neue Art genießen können: „Give me fuel, Give me fire, Give me that which I desire, Ooh!“

Dane DeHaan als vielbeschäftigter Roadie (Quelle: Ascot Elite)

Dane DeHaan als vielbeschäftigter Roadie (Quelle: Ascot Elite)

Der Film ist seit dem 28.01.2014 auf DVD, Blu-ray und Blu-ray 3D erhältlich.

3,5 von 5 Punkten

 

Bild: Das 3D-Bild ist in den meisten Teilen des Filmes exzellent. Tolle Tiefenschärfe und Detaildarstellung sorgen besonders bei den Konzert-Teilen des Filmes für ein intensives, fast hautnahes Erlebnis. Hier kommt es aber auch zu den einzigen Schwächen der Umsetzung. Bei schnellen Bewegungen (z.B. von den Drumsticks) kommen auch 24 Kameras nicht mehr hinterher und das Bild verschwimmt. Dazu sorgen die Scheinwerfer der Bühne dafür, dass der Zuschauer einige Male unangenehm geblendet wird. Hier hätten die Macher ruhig etwas filtern können. Das ändert aber nur wenig an dem positiven Erlebnis, was einem von der 3D-Fassung geboten wird.

4 von 5 Punkten

Ton: Es gibt nur die englische Originalfassung mit Untertiteln, was aber aufgrund des geringen Textanteils in der Rahmenhandlung auch für in der Sprache wenig bewanderte Zuschauer kein Problem darstellen dürfte. Dafür gibt es gleich drei Fassungen des Tons. Je nach Anlage kann man sich zwischen DTS-HD MA 7.1, 5.1 und 2.0 entscheiden, wobei die Qualität natürlich etwas abfällt. Die angetestete 7.1-Version ist in jedem Fall gigantisch. Viel sauberer kann eine Abmischung nicht mehr sein. Der Klang, die Räumlichkeit und der massive Basseinsatz geben einem das Gefühl, direkt an der Bühne zu stehen. Auch in der Nebenhandlung werden die Hintergrundgeräusche wie beispielsweise vom wütenden Mob makellos wiedergegeben. Eine wunderbare Umsetzung der Möglichkeiten von HD-Sound.

5 von 5 Punkten

Extras: Zum Film gibt es noch eine ganze Menge Bonusmaterial. Das Making of „The Adam Dubin Documentary“ (76 Minuten) ist das Herzstück. Dazu gibt es noch ein „Behind the Scenes“ (10 Minuten), das Musikvideo zum Klassiker „Master of Puppets“, das Featurette „Soundworks – Aufnahmen der Tonmischung“ (9 Minuten), ein Q&A mit Metallica, Regisseur Nimrod Antal und Hauptdarsteller Dane DeHaan vom Mill Valley Film Festival (29 Minuten), Highlights aus dem Orion Festival Film Tent (53 Minuten), sowie einige Teaser und Trailer. Diese riesige Auswahl bedeutet noch einmal einen großen Mehrwert für das ohnehin schon gute Produkt.

4 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, YouTube

Metallica - Through the never 3D

Originaltitel:Metallica - Through the never 3D
Regie:Nimród Antal
Darsteller:Dane DeHaan, James Hetfield, Lars Ulrich
Genre:Konzertfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Ascot Elite
Länge:93 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Offizielle Homepage zum Film:Der Internetauftritt von "Metallica - Through the never"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 06.02.2014
Review: Metallica – Through the Never (Blu-ray 3D)

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