Review: Gefällt mir (Kino)

Das Plakat von "Gefällt mir" (Quelle: Take25 Pictures)

Das Plakat von “Gefällt mir” (Quelle: Take25 Pictures)


Inhalt:
Im kleinen Städtchen Heide treibt ein besonders perfider Killer sein Unwesen. Der „Fleischer“ verabredet sich mit seinen ahnungslosen Opfern im Internet, um sie daraufhin zu zerlegen und die Bilder ihrer Leichen im Netz hochzuladen. Zuletzt wurde eine gute Freundin der rebellischen Hobby-Boxerin Natascha (Isabella Vinet) vom „Fleischer“ ermordet. Nachdem sie aus einem Impuls heraus den brutalen Mörder in einer Talkshow öffentlich provoziert, wird sie zur YouTube-Sensation. Außerdem wird sie vom „Fleischer“ zum privaten Gegenspieler erhoben. Dieser eröffnet ein Katz- und Mausspiel und beginnt die Jagd auf Nataschas Freunde. Gemeinsam mit dem jungen Polizisten Alex (Tobias Schenke) dreht sie den Spieß um und versucht dem Killer das Handwerk zu legen. Aber auch andere böse Buben kreuzen den Weg des Duos.

 

Kritik: Das Genre-Kino in Deutschland ist in den vergangenen Jahren fast ausnahmslos ein leidiges Thema. Es ist schon einige Zeit her, dass die Zuschauer etwas wirklich Gelungenes bewundern durften. Kein Grund für den jungen Filmemacher Michael David Pate, sein Drehbuch nicht in die Tat umzusetzen. Gemeinsam mit seinen Kollegen von take25 Pictures gelang es ihm, ein Budget von etwa 300.000 Euro zu sammeln, „Gefällt mir“ so in die Tat umzusetzen und für den 09.10. dieses Jahres einen Start in ausgewählten Kinos zu bekommen. Auch wenn der Film ein paar augenfällige Schwächen und Schwierigkeiten hat, verdienen sich die Macher den mit dem Titel assoziierten Daumen nach oben, da etwas gelingt, was man auch schon länger nicht mehr erlebt hat: Der Film überrascht. Originelle Einfälle und zumeist funktionierende Wendungen sorgen für 97 kurzweilige Minuten.

Spaß, Spannung und unfreiwillige Komik

Natascha mit kleiner Schwester (Quelle: Take25 Pictures)

Natascha mit kleiner Schwester (Quelle: Take25 Pictures)

Sicherlich merkt man dem Film öfters die geringen Mittel an, die aber recht gut kaschiert werden können. Ein Grund dafür ist die unkonventionelle, abwechslungsreiche Optik. Teils dreckig, teils schrill und mit Einblendungen aus Skype, Facebook und Co. sieht „Gefällt mir“ für einen Low Budget-Film wirklich gut aus. Die satirischen Elemente des Filmes rund um das Thema Medienkritik zünden zwar längst nicht immer, liefern aber schon einige amüsante Momente, die die düstere Atmosphäre des Filmes streckenweise aufhellen. Daneben bleibt besonders eine schön andere Kuss-Szene haften. Damit hat dieses Werk schon deutlich mehr Highlights als die meisten Horror-Konkurrenten. Leider gibt es aber doch einiges, was schlicht und ergreifend etwas daneben geht. Die Logik steht auf mehr als wackligen Füßen und wird öfters mit klischeehaften Einschüben wie Nataschas gutherzigem, aber kriminellen Vater (Gedeon Burkhard) veredelt.

Das wirklich kreative Drehbuch von Michael Pate zeigt seine größten Schwächen bei den schon albernen Dialogen, die den bewussten Humorelementen auch einige unbewusste hinzufügen. Fairerweise muss man aber zugeben, dass auch die unfreiwillig komischen Aspekte den Unterhaltungswert nicht gerade schmälern. Für glänzende Schauspielleistungen bleibt da natürlich nicht viel Raum, wobei Hauptdarstellerin Isabella Vinet eine durchaus vielversprechende Präsenz zeigt. Neben ihr gibt es gleich mehrere bekannte Namen wie den Tarantino-erfahrenen Gedeon Burkhard, dem aber wie erwähnt ein etwas undankbarer Part zufällt. Der ehemalige Jugend-Star Tobias Schenke, der zuletzt eher in Serienrollen zu sehen war, spielt hier den sympathischen Polizisten Alex. In der Rolle seines Kollegen Manfred darf man Charles Rettinghaus bewundern. Rettinghaus ist als Synchronsprecher von Robert Downey Jr., Jean-Claude Van Damme und Jamie Foxx eine der bekanntesten Stimmen der deutschen Kino-Landschaft und verdingt sich inzwischen immer häufiger (und ordentlich) auch vor der Kamera.

Irgendwo zwischen genial und daneben ordnet sich der Langfilm-Erstling von Michael David Pate ein, wodurch allen sich schon die Frage stellt, was der Regisseur mit ein wenig mehr Erfahrung zu leisten im Stande ist. Auch wenn noch manches schief geht, macht dieser Film ziemlich viel Spaß und hebt sich häufig mit eigenständigen Einfällen aus der Masse ab. Schon deswegen ist „Gefällt mir“ einen Blick (und natürlich auch einen Daumen) wert.

3 von 5 Punkten


Quelle: Take25 Pictures, YouTube

Gefällt mir

Originaltitel:Gefällt mir
Regie:Michael David Pate
Darsteller:Isabella Vinet, Tobias Schenke, Gedeon Burkhard, Charles Rettinghaus
Genre:Horror
Produktionsland/-jahr:Deutschland, 2014
Verleih:Take25 Pictures
Länge:97 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Kinostart:09.10.2014
Homepage:Der Internet-Auftritt von "Gefällt mir"

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 11.10.2014
Gefällt mir (Kino)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.
GDPR Cookie Consent mit Real Cookie Banner