Review: Die letzte Front – Defenders of Riga (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Die letzte Front" (Quelle: Pandastorm Pictures)

Das Blu-ray-Cover von „Die letzte Front“ (Quelle: Pandastorm Pictures)

Inhalt: Der erste Weltkrieg ist gerade vorbei und in Lettland feiert man die neu gewonnene Unabhängigkeit als die eiserne Division der Deutschen mit 50.000 Soldaten vor die Tore Rigas marschiert. Deren Kommandeur General von der Goltz (Romualds Ancans) will das Ende des Krieges nicht akzeptieren und möchte die Letten unter deutsche Flagge bringen. Das junge Land hofft vergeblich auf die Unterstützung der Alliierten, da diese Angst vor dem erneuten Aufkommen eines größeren Krieges haben.

So sind die Bewohner der Stadt auf sich allein gestellt. Der Fabrikarbeiter und Kriegsveteran Martin (Janis Reinis) organisiert und führt den Aufstand der Bürger, da die unerfahrene Regierung überfordert zu sein scheint. Martins Verlobte Elsa (Elita Klavina) ist nicht gerade begeistert davon, dass sich ihr Liebster kurz nach der Heimkehr schon wieder in den Kampf stürzen möchte. Doch er und seine Unterstützer tun alles, um den zahlenmäßig hoffnungslos überlegenen Gegner in die Flucht zu schlagen und die eigene Freiheit zu retten.

Kritik: Im internationalen Kino konnte Lettland bislang eher selten auf sich aufmerksam machen. Daher kommt dieser Film aus dem Jahr 2007 als große Unbekannte auf viele Zuschauer zu. Wie einige andere europäische Kriegsdramen rund um den ersten oder zweiten Weltkrieg bekam „Die letzte Front“ jetzt mit Pandastorm Pictures einen Verleih. Im Jahr 2009 konnte der Film von Aigars Grauba einige Auszeichnungen beim lettischen Filmpreis mitnehmen. Tatsächlich überrascht der Film mit einer ausgesprochen aufwendigen Ausstattung. Authentische Kostüme und Kulissen bilden zumindest optisch eine sehr gute Grundlage für die Glaubwürdigkeit des Filmes. Hier bekommt der Zuschauer mehr geboten, als zu erwarten war. Die sehr mäßigen CGI-Effekte können da natürlich nicht mithalten, was aber nicht besonders negativ ins Gewicht fällt.

Gekünstelte Handlung vor der tollen Kulisse

Martin zettelt den Aufstand an (Quelle: Pandastorm Pictures)

Martin zettelt den Aufstand an (Quelle: Pandastorm Pictures)

Wesentlich schwächer ist da das Drehbuch ausgefallen, das noch nicht einmal das Niveau eines deutschen TV-Kriegsfilmes hat. Die Figuren sind nicht besonders interessant gezeichnet, was schon die Grundlage für eine packende Erzählung dieser Art sein sollte. Die Liebesgeschichte zwischen Martin und Elsa nimmt zu viel Platz ein und ist auch zu kitschig inszeniert. Manchmal fehlt dem Regisseur etwas das Gespür für einige Szenen, die er zu lange laufen lässt oder sie mit merkwürdigen Einstellungen etwas zerrupft. Durch den Mangel an Statisten gelingt es außerdem nicht, die Größe von Riga glaubhaft darzustellen. Hier wirkt Riga wie ein Dorf, in dem jeder jeden kennt. Teilweise hat er aber auch starke Ideen, mit denen er den Film kurzzeitig glänzen lässt. Besonders das originale Bildmaterial, das stellenweise eingebunden wird, und eine Szene, in der die hauptsächlich mit Minderjährigen besetzte lettische Armee eingeschworen wird, sind sehenswert. Schauspielerisch wird allenfalls solides Niveau erreicht.

Für experimentierfreudige Zuschauer ist „Die letzte Front – Defenders of Riga“ ein durchaus empfehlenswerter Film. Die Mühe, die sich die Macher mit diesem Werk gegeben haben, ist nicht nur aufgrund der überzeugenden Ausstattung durchaus anerkennenswert. Doch leider wird es hier auch ziemlich deutlich, dass das lettische Kino im internationalen Vergleich noch nicht ganz Schritt halten kann. Besonders die dramaturgischen und die Timing-Schwächen sorgen für einen maximal durchschnittlichen Gesamteindruck.

Die deutsche Staffel umlagert die lettische Hauptstadt (Quelle: Pandastorm Pictures)

Die deutsche Staffel umlagert die lettische Hauptstadt (Quelle: Pandastorm Pictures)

Der Film ist ab dem 25.03.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Da der Film mit professionellem Material aufgenommen wurde, kann auch der Blu-ray-Transfer zu großen Teilen überzeugen. Die Bilder sind meistens scharf und verfügen auch über eine ordentliche Darstellung von Details, obwohl einige Aufnahmen etwas blass ausgefallen sind. Die Farben sind meistens mit einer leichten Gelb-Braun-Tönung, wodurch wohl eine optische Alterung des Materials erreicht werden soll. Die durchgängige leichte Körnung stört nicht beim Ansehen des Filmes.

3,5 von 5 Punkten

Ton: Es liegen eine deutsche und die originale lettische Tonspur in DTS-HD MA 5.1 bei. Die Dialoge sind immer gut zu verstehen. Hintergrundgeräusche und Filmscore wurden sauber abgemischt. Während der Gefechte werden überraschend gute Effekte und Bässe geboten. Insgesamt ein solides, zufriedenstellendes Ergebnis.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Beim Bonusmaterial müssen sich die Zuschauer mit ein paar Trailern begnügen.

1 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Pandastorm Pictures, YouTube

Die letzte Front - Defenders of Riga

Originaltitel:Rigas sargi
Regie:Aigars Grauba
Darsteller:Janis Reinis, Elita Klavina, Girts Krumins
Genre:Kriegsdrama
Produktionsland/-jahr:Lettland, 2007
Verleih:Pandastorm Pictures
Länge:123 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 26.03.2014
Die letzte Front – Defenders of Riga (Blu-ray)

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