Review: Devil’s Pass – Tod in der weißen Hölle

Das Blu-ray-Cover von "Devil's Pass" (Quelle: Ascot Elite)

Das Blu-ray-Cover von „Devil’s Pass“ (Quelle: Ascot Elite)

Inhalt: Schon seit längerem ist die Psychologiestudentin Holly King (Holly Goss) sehr vom mysteriösen Verschwinden einer Gruppe von Bergsteigern im Ural-Gebirge im Jahr 1959 fasziniert. Zu Ehren des Anführers wurde der Gebirgszug damals in den Djatlov-Pass umbenannt. Holly überzeugt den befreundeten Filmstudenten Jenson (Matt Stokoe), die Tontechnikerin Denise (Gemma Atkinson) sowie die Bergführer Andy (Ryan Hawley) und JP (Luke Albright) mit ihr nach Russland zu fahren und eine Dokumentation über die Geschichte zu drehen. Hochmotiviert fährt die Truppe in den nördlichen Teil des unwirtlichen Gebirgszuges. Als sie nach ihrer ersten Nacht gewaltige Fußspuren im Schnee finden, glauben alle, Holly wolle ihren Film nur etwas lebendiger gestalten. Doch kurz darauf finden die Studenten eine merkwürdige Höhle und eine abgetrennte Zunge. Schon bald entdecken sie mit Schrecken, was für das Verschwinden von Djatlov und seinen Begleitern gesorgt hat.

Kritik: Der merkwürdige Tod von Igor Djatlov und acht Begleitern, ist ein Fall, der nach über 50 Jahren immer noch weit davon entfernt ist geklärt zu werden. Der finnische Regisseur Renny Harlin, der mit dem Stallone-Action-Kracher „Cliffhanger“ einen der vielleicht bekanntesten Bergsteigerfilme überhaupt drehte, war eine absolut logische Wahl, um den Verstorbenen nun ein Denkmal zu setzen. Dafür bemächtigte er sich einiger größtenteils unbekannter Schauspieler, die er gefolgt von Handkameras durch die beeindruckenden Landschaften des Ural-Gebirges schickt. Der pseudo-dokumentarische Stil sorgt tatsächlich hier für starken Spannungsaufbau und gut inszenierten Gänsehauthorror. Das ist aber leider nur der Fall, so lange Harlins Geschichte auf einer realistischen Ebene bleibt. Im Schlussdrittel driftet der Film vollkommen unnötig ins Abstruse ab und zerstört sich so einen großen Teil der vorher so mühsam aufgebauten Spannung.

Vieles bleibt auf der Strecke

Die fünf Studenten beim Aufstieg (Quelle: Ascot Elite)

Die fünf Studenten beim Aufstieg (Quelle: Ascot Elite)

Es muss natürlich klar sein, dass ein großer Teil der Qualität von „Devil’s Pass“ von den spektakulären Landschaftsbildern stammt. Die Zeichnung der Figuren und ihre Handlungen dürften jedem Genre-Fan nur allzu bekannt vorkommen. Die soliden Schauspieler haben da natürlich kaum Gelegenheit, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Der Fokus liegt ganz klar auf der Debütantin Holly Goss, die als ehrgeizige Holly die Gruppe anführt.

Das bekannteste Gesicht dürfte wohl Top-Model Gemma Atkinson sein, die in ihrer stereotypen Rolle aber ähnlich wie die weiteren Kollegen Matt Stokoe, Ryan Hawley und Luke Albright keine groß erwähnenswerten Momente hat. Gerade in der mäßigen Schlussphase gibt es aber praktisch auch keine Szenen mehr, in der einer der Schauspieler wirklich wichtig zu sein scheint. Hier verliert Renny Harlins Erzählung jegliche Verbindung zum bis dahin erzählten. Das ist sehr bedauerlich, da der Film schon allein wegen des realen Kerns und der Drehorte bis dahin sicher zu den besseren seiner Art gezählt werden konnte.

Über weite Strecken ist „Devil’s Pass – Tod in der weißen Hölle“ ein gut in Szene gesetzter, spannender und weit überdurchschnittlich bebildeter Horrorthriller eines merklich routinierten Regisseurs. Der drastische Stimmungswechsel, der für das letzte Drittel des Filmes gewählt wurde, will aber so überhaupt nicht zum bis dahin gezeigten passen und wirkt einfach nur wie die wirre Zusammenkunft von 50 Jahren Verschwörungstheorien, die von schlechten CGI’s begleitet werden. Auch wenn die meisten Zuschauer am Ende in ein kontinuierliches Kopfschütteln verfallen dürften, sorgt die erste Stunde dafür, dass der Film von Renny Harlin immer noch im passablen Bereich bleibt.

Nicht jeder findet wieder nach Hause (Quelle: Ascot Elite)

Nicht jeder findet wieder nach Hause (Quelle: Ascot Elite)

Der Film ist ab dem 24.01.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Auch wenn ein erfahrener Filmemacher wie Renny Harlin am Werk war, werden die Found Footage-Bilder dadurch nicht zum HD-Erlebnis. Farben, Schärfe und Klarheit der Bilder ist vor allem im Vergleich zu anderen Genre-Werken durchaus in Ordnung. So kann der Zuschauer zumindest immer erkennen, was gerade los ist, was aufgrund der Handlung ja manchmal schwer fällt.

3 von 5 Punkten

Ton: Der englische und der deutsche DTS-HD MA 5.1-Sound ist ebenfalls nicht die Krone der HD-Schöpfung, aber absolut in Ordnung. Auch wenn der Ton in manchen Momenten etwas dumpf klingt (ebenfalls bekannte Found Footage-Krankheit) ist doch alles verständlich und gerade in der Action-geladenen Schlussphase gibt es einige schön räumlich abgemischte Effekte.

3,5 von 5 Punkten

Extras: Ein solides Making of (10 Minuten) ist neben ein paar Trailern der einzige Bonus zum Film.

2 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Ascot Elite, YouTube

Devil's Pass – Tod in der weißen Hölle

Originaltitel:The Dyatlov Pass Incident
Regie:Renny Harlin
Darsteller:Holly Goss, Matt Stokoe, Luke Albright
Genre:Thriller
Produktionsland/-jahr:USA, 2013
Verleih:Ascot Elite
Länge:101 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 27.01.2014
Devil’s Pass – Tod ind er weißen Hölle (Blu-ray)

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