Review: Männer und die Frauen (DVD)

Das DVD-Cover von "Männer und die Frauen" (Quelle: Universum Film)

Das DVD-Cover von „Männer und die Frauen“ (Quelle: Universum Film)

Inhalt: Denken Männer eigentlich immer nur an das Eine? In diesem Episodenfilm definitiv. Fred (Jean Dujardin, „The Artist“) und Greg (Gilles Lellouche, „Point Blank“) sind die besten Freunde. Beide sind lange verheiratet, ziehen aber trotzdem ständig auf der Suche nach Frauenbekanntschaften durch die Nachtclubs von Paris. Wenn sie Erfolg haben, wird sich gerne mal ein Hotelzimmer geteilt. Jeder besorgt dem anderen das Alibi, damit die Ehefrauen keinen Verdacht schöpfen. Als die beiden zum Feiern nach Las Vegas fliegen, ändert sich plötzlich alles. Laurent (Dujardin) möchte eine berufliche Tagung für einen Seitensprung nutzen. Doch seine plumpen Baggerversuche bringen ihm nur Abfuhren ein.

Zu seinem Entsetzen hat sein Kollege Antoine (Lellouche), der im Rollstuhl sitzt, weit weniger Probleme, bei der Damenwelt Anklang zu finden. Außerdem versucht ein Zahnarzt (Lellouche), mit einer jungen Geliebten (Clara Ponsot) ein Verhältnis durch Geschenke und Geld aufrecht zu erhalten. Er muss auf brutale Art feststellen, dass er mit dem Tempo der jungen Generation nicht mehr mithalten kann. Ein Ehepaar (Dujardin und seine echte Ehefrau Alexandra Lamy) stößt durch einen notorischen Fremdgänger im Bekanntenkreis auf eigene Probleme. Marie-Christine (Sandrine Kiberlain) versucht als Leiterin der „Anonymen Untreuen“, Männer zurück auf den Pfad der Tugend zu bringen.

 

Fred und Greg waren auf ihrer Jagd erfolgreich (Quelle: Universum Film)

Fred und Greg waren auf ihrer Jagd erfolgreich (Quelle: Universum Film)

Kritik: „Les infidèles“ („Die Untreuen“) heißt dieses französische Filmprojekt aus dem Jahr 2011 im Original. Mit Emmanuelle Bercot, Fred Cavayé, Alexandre Courtès, Jean Dujardin, Michel Hazanavicius, Jan Kounen, Eric Lartigau und Gilles Lellouche arbeiteten gleich acht Regisseure an verschieden langen Episoden, die sich rund um die fremdgehenden Männer drehen, die ihre Begierden über alles andere stellen. Beispielsweise in der von Hazanavicius inszenierten Sequenz, in der Laurent auf einer Tagung sein sexuelles Glück sucht, wird es richtig lustig. In anderen Szenen ist der Film einfach nur vulgär und albern. Dann wird es zeitweise richtig ernst, wenn eine Ehe vor ihren Scherben steht. Manchmal wirkt es wiederum, als ob ein Woody Allen-Film Pate gestanden hätte. Der Spruch „Viele Köche verderben den Brei“ trifft hier wie die Faust aufs Auge. Es sind einfach zu viele unterschiedliche Stile, um den Film einheitlich betrachten zu können. „Männer und die Frauen“ wirkt daher etwas unausgegoren.

Viel Lärm um wenig

Bernard hat sich eine junge Geliebte geangelt (Quelle: Universum Film)

Bernard hat sich eine junge Geliebte geangelt (Quelle: Universum Film)

Als kurz vor der Oscar-Verleihung 2012 das Plakat dieses Filmes mit Dujardin zwischen zwei nackten Frauenbeinen auftauchte, sorgte das vor allem bei feministischen Gruppierungen für Entrüstung. Diese Proteste hätten Jean Dujardin beinahe seinen Hauptdarsteller-Preis gekostet. Jedoch ging alles für ihn gut und auch der Film dürfte nur die wenigsten Zuschauer wirklich schockieren.

Es wird natürlich viel nackte Haut und eindeutige Posen gezeigt. Das Niveau hält sich aber eher auf Höhe eines Teenie-Filmes und ist bei weitem nicht mehr provokativ. Wenn der bemitleidenswerte Zahnarzt Bernard seiner jungen Freundin hinterher hetzt oder die Sexsüchtigen in der Selbsthilfegruppe ihre Taten rechtfertigen, hat der Film wirklich starke Momente, die aber nicht lange aufrecht erhalten werden können. Besonders ein paar kurze Zwischenspiele erweisen sich dabei als unnötig.

Jean Dujardin und Gilles Lellouche sind seit vielen Jahren befreundet und übernehmen hier jeweils fünf Rollen, in denen sie immer wieder aufeinander treffen. Das Duo erweist sich als äußerst wandelbar und wirkt in jeder Sequenz gut aufgelegt. Auch die weiteren Darsteller machen einen zufriedenstellenden Job.

„Männer und die Frauen“ hatte durchaus das Material, eine witzige und charmante Abrechnung mit Rollenklischees zu werden. Es erweist sich abermals als schwierig, mit verschiedenen Regisseuren einen guten Film zu drehen. So reihen sich gute Einfälle an Hunde, die Kondome zerbeißen und einen Jean Dujardin, der in wenigen Minuten mehrmals masturbiert. So hinterlassen die untreuen Herren des französischen Kinos einen etwas faden und mittelmäßigen Eindruck.

Ab dem 08.03.2013 ist der Film auf DVD und Blu-ray erhältlich.

2,5 von 5 Punkten

Da nur ein Pressescreener verfügbar war, der der originalen DVD nicht entspricht, kann keine Bewertung von Bild, Ton und Extras erfolgen.


Quelle: Universum Film, YouTube

Männer und die Frauen

Originaltitel:Les infidèles
Regie:Emmanuelle Bercot
Fred Cavayé
Alexandre Courtès
Jean Dujardin
Michel Hazanavicius
Jan Kounen
Eric Lartigau
Gilles Lellouche
Darsteller:Jean Dujardin, Gilles Lellouche, Lionel Abelanski
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:Frankreich, 2011
Verleih:Universum Film
Länge:109 Minuten
FSK:ab 12 Jahren

 

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 08.03.2013
Männer und die Frauen (DVD)

Leave A Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wir setzen Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Inc. („Google“) ein. Google verwendet Cookies. Wir setzen Google Analytics nur mit aktivierter IP-Anonymisierung ein.  Mehr Informationen zur Verwendung von Google Analytics finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Diese pseudonymisiert erhobenen Daten helfen uns, ein besser auf das Leser-Interesse abgestimmtes Programm anzubieten. Hier klicken um dich auszutragen.