Review: Fliegende Liebende (Kino)

Das Plakat von "Fliegende Liebende" (Quelle: Tobis Film)

Das Plakat von “Fliegende Liebende” (Quelle: Tobis Film)

Inhalt: Auf einem Flug von Spanien nach Mexiko klemmt das Fahrwerk. So müssen die Piloten Benito (Hugo Silva) und Alex (Antonio de la Torre) über Spanien kreisen und nach einer geeigneten Landebahn Ausschau halten. Das Bordpersonal, bestehend aus Chef-Stewards Joserra (Javier Cámara), Fajas (Carlos Areces) und Ulloa (Carlos Areces), die alle drei ihre Homosexualität offen zu Tage tragen, haben vorsorglich einen großen Teil der Gäste mit Schlaftabletten betäubt und versuchen jetzt, Ordnung in der Business-Klasse zu schaffen. Eine ganze Menge Alkohol, den das Trio mit Meskalin versetzt hat, sorgt dafür, das keine Panik ausbricht.

Stattdessen werden die Leute immer enthemmter. Da das einzige funktionstüchtige Telefon mit der Bordanlage verbunden ist, sorgen sehr offene Gespräche von Fluggästen mit am Boden gebliebenen Freunden und Verwandten für beste Unterhaltung. So entsteht eine seltsame Verbundenheit zwischen Crew und den Wach-Gebliebenen, die im Drogen und Alkohol-getränkten Zustand zu immer mehr emotionalen und körperlichen Entgleisungen führt. Währenddessen geht die Suche nach einem passenden Platz für die Notlandung weiter.

 

Crew und Gäste beisammen (Quelle: Tobis Film)

Crew und Gäste beisammen (Quelle: Tobis Film)

Kritik: Pedro Almodóvar („Womit habe ich das verdient?“) ist einer der klangvollsten Namen im spanischen Kino. Seit über 30 Jahren erfreut der Oscar-Preisträger („Sprich mit ihr“) nun schon seine Fans mit toll gefilmten originellen Dramen und Komödien und verhalf Weltstars wie Penelope Cruz („Vicky,Christina Barcelona“) und Antonio Banderas („Haywire“) zum Durchbruch. Nach einigen ernsteren Filmen war es jetzt mal wieder Zeit für eine schrille Komödie aus der Feder Almodóvars, bei der Namen wie eben Cruz und Banderas auf dem Plakat auftauchen. Diese beiden sind aber nach einem mäßigen Anfangsgag schon wieder verschwunden und auch das Folgende hat nicht all zu viel zu bieten. Es entwickelt sich hysterisches Schwulen-Geblödele mit einer relativ geringen Gagdichte. Wenn zu Beginn Fajas und Ulloa genervt und mit übertriebener Gestik die bekannten Flugbegleiter-Anweisungen geben, oder Joserra sich in der Pilotenkabine mit Tequila zuschüttet, kann der Zuschauer noch ein oder zwei Lacher herausbringen. Auch eine spätere Szene mit Paz Vega („Engel des Bösen“)als am Boden gebliebene Durchgeknallte ist schön anzusehen.

Zwar mit Almodóvars DNA – aber deswegen noch lange nicht gut

Gastauftritt von Antonio Banderas und Penelope Cruz (Quelle: Tobis Film)

Gastauftritt von Antonio Banderas und Penelope Cruz (Quelle: Tobis Film)

Von der Art des Erzählens und den Farbkompositionen ist der Film erkennbar ein Kind seines Regisseurs. Jedoch lässt er es vollends an einer ausgeklügelten Charakterzeichnung vermissen. Die biederen Witzchen, mit denen die recht steife Handlung aufgelockert werden soll, zünden sehr bald gar nicht mehr. Spätestens wenn Joserra, Fajas und Ulloa einen einstudierten Tanz von „I’m so excited“ zur Beruhigung der Zuschauer aufführen (und das in voller Länge des Liedes), knabbert „Fliegende Liebende“ an der Peinlichkeitsgrenze. Bei einer darauf folgenden Gruppensexszene fällt dann das letzte bisschen Niveau. Eine Bewertung der Schauspieler würde wohl keinem gerecht werden. Ein wenig Exzentrik in Ehren, die Pedro Almodóvar und seine Filme immer besessen haben, wird hier nie mehr als mauer Klamauk präsentiert. Charme, um ihn zu einem Szene-Kultfilm zu machen, ist hier auch nicht zu erkennen.

Jeder große Meister hat mal einen schlechten Tag. Bei „Fliegende Liebende“ hatte Almodóvar wohl mehrere hintereinander. Nach einem halbwegs ansprechenden Beginn versandet der Film auf einem Niveau, welches fast schon mit den letzten Adam Sandler-Werken auf eine Stufe zu stellen ist. Das die Werke des Spaniers immer Geschmackssache waren, ist unumstritten. Da er sich hier teils mit Geschmacklosigkeiten übertrifft, können allenfalls Hardcore-Fans von Almodóvars wahrscheinlich schlechtestem Film überzeugt sein.

2 von 5 Punkten


Quelle: TobisFilmClub,YouTube

Liebende Fliegende

Originaltitel:Los amantes pasajeros
Regie:Pedro Almodóvar
Darsteller:Javier Cámara, Pepa Charro, Lola Dueñas
Genre:Komödie
Produktionsland/-jahr:Spanien, 2013
Verleih:Tobis Film
Länge:90 Minuten
FSK:ab 12 Jahren
Kinostart:04.07.2013
Homepage:Der Internetauftritt von "Fliegende Liebende"

 

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