Review: Apartment 143 – Residenz des Bösen (Blu-ray)

Das Blu-ray-Cover von "Apartment 143" (Quelle: Universum Film)

Das Blu-ray-Cover von “Apartment 143” (Quelle: Universum Film)

Inhalt: Seit dem Tod seiner Frau lebt Alan White (Kai Lennox) mit Tochter Caitlin (Gia Mantegna) und Sohn Benny (Damian Roman) in einer kleinen Wohnung. Nur schwer finden die drei in den Alltag zurück. Doch damit nicht genug: Bei Familie White geschehen seltsame Dinge: Türen knallen, das Telefon klingelt ohne Grund, Gegenstände bewegen sich. Scheinbar treibt ein Geist sein Unwesen, der, obwohl sie schon einmal deswegen umgezogen sind, nicht verschwinden möchte. Als sich die Vorfälle immer weiter häufen, engagiert Alan die Geisterjäger Dr. Helzer (Michael O’Keefe), Ellen (Fiona Glascott) und Paul (Rick Gonzalez), die dem ganzen auf den Grund gehen.

Kritik: Schon 2011 wurde diese spanische Horrorproduktion des jungen Regisseurs Carles Torrens fertiggestellt. Mit aktuell so beliebter Handkamera macht er sich auf die Spur von Erfolgskonzepten wie „Paranormal Activity“ und dem großartigen „REC“. Das Ergebnis ist durchaus spannender Grusel, der aber jeden Ansatz von Innovation souverän umschifft. Hier knallt und raschelt es, und irgendwann passieren noch unheimlichere Dinge. Das Torrens dafür bei einem Found Footage-Film oft den Score einsetzt, steigert nicht unbedingt den realen Effekt, den das Medium erzeugen soll. So bewegt sich „Apartment 143“ durch ein, gerade einmal 80 Minuten andauernde Berg- und Talfahrt, die zwischen gut gesetzten Schocks, einem ordentlichen Familiendrama und einigen vollkommen belanglosen Sequenzen wechselt. Dabei verzichtet Torrens fast völlig auf Gewaltszenen, was durchaus lobenswert ist, für Freunde des gepflegten Gore aber ein Ausschlusskriterium sein dürfte.

Überzeugende Schauspieler in bekanntem Ambiente

Im Dunklen soll der ungebetene Gast gefunden werden (Quelle: Universum Film)

Im Dunklen soll der ungebetene Gast gefunden werden (Quelle: Universum Film)

Der Film steigt gleich damit ein, dass Geisterjäger Paul kurz vor der Ankunft im Apartment die Kamera einschaltet. Danach verläuft die Handlung nach bekannten Mustern: Pseudo-Interviews mit den genervten und verängstigten Familienmitgliedern, leichte Zweifel und dann starten kleine paranormale Phänomene, die sich bis zum Finale steigern, aber den erfahrenen Horror-Fan nur selten schockieren dürften. Eine Ansammlung ordentlicher Schauspieler sorgt dafür, dass die Geschichte die meiste Zeit funktioniert. Im Zentrum stehen hier ganz klar Kai Lennox als verzweifelter Vater und Gia Mantegna als zickige Teenager-Tochter, die seit dem Tod der Mutter nicht mehr miteinander klar kommen. So sorgen die beiden für einige emotionale Momente und eine durchaus glaubwürdige Drama-Ebene. Der amerikanische Routinier Michael O’Keefe als Chef-Geisterjäger und der Rest der Besetzung lösen ihre Aufgaben ordentlich, ohne dabei besonders aufzufallen.

Sehr ähnlich fällt auch das Gesamt-Fazit zu „Apartment 143 – Residenz des Bösen“ aus. Der Film ist handwerklich gut inszeniert, hat eine zufriedenstellende Besetzung und einige funktionierende Schockmomente. Leider wird der Zuschauer das Gefühl nicht los, genau die selbe Geschichte allein dieses Jahr schon mehrmals gesehen zu haben. So bleibt der Film ein Werk, welches kurzfristig ganz gut unterhält, danach aber wieder in der Masse von anderen Genre-Werken untergeht.

Paul überprüft die Vorrichtungen (Quelle: Universum Film)

Paul überprüft die Vorrichtungen (Quelle: Universum Film)

Der Film ist ab dem 15.11.2013 auf DVD und Blu-ray erhältlich

2,5 von 5 Punkten

 

Bild: Das hier kein feinstes HD-Produkt zu erwarten ist, dürfte wohl jedem klar sein. Auch für einen Found-Footage-Film wird hier maximal Mittelmaß geboten. Die Schärfe ist allenfalls solide. Allerdings sind die Aufnahmen oft sehr unruhig, wodurch die Detailzeichnung natürlich auch nicht optimal ist. Die Farben sind relativ verwaschen, wie man es von einem heimischen Camcorder kennt. Auch Bildfehler wie Verschmutzungen sind zu erkennen. Insgesamt ein eher unterdurchschnittliches Ergebnis.

2 von 5 Punkten

Ton: Der Film liegt auf Deutsch und Englisch in DTS-HD 5.1 vor. Die Dialoge sind gut verständlich, auch wenn sie meistens etwas dumpf klingen, was besonders bei Aufnahmen gilt, die aus größerer Entfernung zur Kamera gemacht wurden. Die Effekte und Hintergrundgeräusche wurden recht ordentlich abgemischt, sodass hier eine nette Gruselatmosphäre entstehen kann.

3 von 5 Punkten

Extras: Es gibt noch einige Bonusmaterialien zum Film, die durchaus gute Einblicke hinter die Kulissen geben. Die Blu-ray enthält ein Making of (16 Minuten), eine B-Roll (4 Minuten), sowie die Featurettes „Die Kinder von Apartment 143“ (4 Minuten), „Schwebe-Effekte“ (4 Minuten), „Visuelle Effekte“ (6 Minuten), „Spezialeffekte“ (5 Minuten) und „Art Direction & Make up“ (5 Minuten) sowie ein paar Trailer. Alle Extras sind durchaus sehenswert, nur leider (bis auf die Trailer) nicht in HD.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 2,5 von 5 Punkten


Quelle: Universum Film, YouTube

Apartment 143

Originaltitel:Emergo
Regie:Carles Torrens
Darsteller:Kai Lennox, Gia Mantegna, Michael O'Keefe
Genre:Thriller, Horror
Produktionsland/-jahr:Spanien, 2011
Verleih:Universum Film
Länge:80 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 15.11.2013
Apartment 143 – Residenz des Bösen (Blu-ray)

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