Review: Ohne Limit (Blu-ray)

Ohne Limit

Bildquelle: Concorde Home Entertainment

Inhalt: Sein Leben hat den Boden erreicht: Der New Yorker Buchautor Eddie Morra (Bradley Cooper, “Silver Linings“) hat seit langem eine Schreibblockade, seine Freundin Lindy (Abbie Cornish, „Die Vorsehung – Solace“) verlässt ihn und seine Vermieterin droht ihn aus der Wohnung zu werfen. Alles ändert sich als er seinen fadenscheinigen Ex-Schwager Vernon (Johnny Whitworth) wieder trifft der ihm eine Dosis des experimentellen Medikaments NZT schenkt. NZT sorgt dafür, dass die Gehirnleistung maximiert wird. Plötzlich kann Eddie jede noch so kleine Information aus seiner Erinnerung abrufen und beginnt sofort, Seite nach Seite zu schreiben. Nachdem der erste Rausch verflogen ist, will Eddie mehr NZT von Vernon. Er stellt sein Buch innerhalb weniger Tage fertig, lernt verschiedene Fremdsprachen und wird der neue Shooting-Star im Finanzsektor. Es dauert aber nicht lange, bis die ersten Nebenwirkungen von NZT auftreten.

Kritik: Neil Burger („The Illusionist“) inszenierte diesen packenden Lifestyle-Thriller. Das Gefühl von Unbesiegbarkeit, den Druck einer Leistungsgesellschaft und die damit einhergehende Selbstüberschätzung packt er dabei in eine kleine, durchsichtige Tablette. Den Rausch zeigt er in plötzlich neon-farbigen Alltagsbildern und rasenden Kamerafahrten durch die Straßen von New York. Die ansonsten geröteten Augen Eddies beginnen Meerblau zu leuchten. Der Regisseur nimmt den Zuschauer mit auf einen grellen und hyperaktiven Trip, der von ästhetischen Gesichtspunkten wohl nicht besser hätte werden können. Doch auch die Geschichte kann packen, da irgendwo in jedem der Wunsch Eddie Morras nach Selbstverwirklichung steckt. Dabei lauern an jeder Ecke Feinde, die dem neu entdeckten Erfolg geschuldet sind. Und der Zuscheuer wartet auf den Kater, der auf jeden Rausch folgt. Der Film bleibt über die gesamte Spieldauer unglaublich temporeich und spannend.

Bradley Cooper auf Patrick Batemans Spuren

Als absoluten Glücksfall erwies sich die Besetzung von Komödien-Star Bradley Cooper als vom plötzlichen Erfolg geblendeter Eddie Morra. Er überzeugt als Versager, er überzeugt als Junkie und er glänzt als arroganter Yuppie. Die Szenen, in denen er die neuen „Kollegen“ des Finanzsektors vorführt, machen unglaublich viel Spaß und erinnern an die legendäre Vorstellung von Christian Bale in der Rolle des „American Psycho“ Patrick Bateman. Außerdem kann er auch ohne Probleme neben Robert de Niro bestehen. De Niro ist in einer größeren Nebenrolle als Finanzmogul Karl Van Loom zu sehen. Er schöpft als rücksichtsloser Erfolgsmensch souverän sein Potenzial aus. Abbie Cornish spielt Eddies Ex-Freundin, die zwischen ihrer Liebe und ihrem Misstrauen gegenüber Eddie hin und hergerissen ist, wirklich hervorragend. Sie schafft es nachhaltig auf sich aufmerksam zu machen, was unter anderem mit einer Hauptrolle in Madonnas neuem Film „W.E.“ belohnt wurde. Zusätzlich kann auch noch Andrew Howard in der Rolle des brutalen Kredit-Hais Gennady, der Eddies Startkapital finanziert, einen starken Eindruck hinterlassen. Er ist herrlich fies, etwas tumb und lässt die Leute allein durch seine Ausstrahlung die Straßenseite wechseln. Ihn werden die Zuschauer in der Zukunft wohl häufiger in der Rolle des Bösewichts erleben.

Die einzig wirkliche Schwäche des Films ist der Abschluss. Der Zuschauer wird am Ende mit einigen offenen Fragen und nur halbgaren Auflösungen zurück gelassen. Zum Glück verzichtet Burger fast auf moralische Vorträge und den philosophischen Zeigefinger, da jedem auf dieser cineastischen Achterbahnfahrt genügend Denkansätze über die Drogen- und Selbstausbeutungsproblematik gegeben werden, um sich selbst mit dem Gesehenen auseinander zu setzen. „Ohne Limit“ liefert den Beweis, dass auch heute noch subtiles Popcorn-Kino mit Verstand und Inhalten gedreht werden kann.

4,5 von 5 Punkten

Bild: Concorde gelingt auf der Blu-Ray eine ausgezeichneter Bildtransfer. Die Schärfe, der Kontrast und die lebendigen bunten Farben bestechen durch hervorragende Qualität. Details werden auch bei den schnellen Kamerafahrten und Schnitten nicht verschluckt. Die teilweise zerfließenden bunten Farben aus dem Rausch sind ein bewusst eingesetztes Stilmittel, was zwar einigen fremd vorkommen wird, aber die Grundstimmung des Films noch mehr betont.

5 von 5 Punkten

Ton: Der DTS-HD Master Audio 5.1-Sound in der deutschen und englischen Tonspur ist absolut gleichwertig. Der Sound ist dynamisch, vielseitig, sehr präzise und perfekt abgemischt. Selbst in lauten Umgebungen wie Diskotheken ist die Dialogverständlichkeit immer gegeben.

5 von 5 Punkten

Extras: Die Extras sind mit 23 Minuten Spielzeit etwas knapp bemessen. Dafür sind das Making Of, ein Feature „A Man Without Limits“ und das alternative Ende sehr interessant gestaltetet. Der Audio-Kommentar von Neil Burger bietet ebenfalls eine Menge Informationen. Leider ist der neben der Kinofassung enthaltene Unrated Cut nur in englischem Ton abrufbar.

3 von 5 Punkten

Gesamt: 4,5 von 5 Punkten

 


Bildquelle: Concorde Home Entertainment, YouTube

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