Review: Nichts als die Wahrheit (Blu-ray)

Rachel wird verhaftet (Bildquelle: Ascot Elite)

Inhalt: Es sollte für die Journalistin Rachel Armstrong (Kate Beckinsale) die Story ihres Lebens werden: Durch einen Geheimtipp kann sie die CIA-Agentin Erica Van Doren (Vera Farmiga, “Source Code“) enttarnen und wird zur Kandidatin für den Pulitzer-Preis. Doch nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung nimmt das FBI und Chefankläger Dubois (Matt Dillon, „Verrückt nach Mary“) Kontakt zu ihr auf. Sie soll ihre Quelle preisgeben, da diese durch das Enttarnen einer Geheimagentin die nationale Sicherheit gefährdet hat. Als Rachel sich weigert, wird sie trotz Unterstützung des Staranwalts Burnside (Alan Alda, „M*A*S*H“) in Beugehaft genommen. Nun hat Rachel die Qual der Wahl: Möchte sie ihre Integrität als Journalistin wahren, oder bei ihrem Mann Ray (David Schwimmer, „Friends“) und ihrem Sohn (Preston Bailey, „Dexter“) bleiben.

Kritik: Rod Lurie („Straw Dogs“) inszenierte diesen packenden Politthriller im Jahr 2008. Dabei beschäftigt er sich mit der Frage, wie weit ein Journalist für seine Berichterstattung gehen kann und darf. Lurie, der auch das Drehbuch schrieb, lehnt sich dabei lose an einen Fall während der Bush-Regierung im Jahr 2003 an, wo eine Journalistin 85 Tage lang in Beugehaft saß. Die Familienprobleme, die durch das Handeln Rachels entstehen, bilden die dramatische Nebenhandlung. Der sachlich inszenierte Film entwickelt durch die Kombination des Einzelschicksals und der Kluft zwischen Pressefreiheit und Staatssicherheit nach einem etwas komplizierten Beginn eine mitreißende Spannung. Lurie nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise, bei der die integere Journalistin zwar gewürdigt, aber nicht heroisch verklärt wird. In kleinen Szenen werden die Konsequenzen des Artikels für Rachels und für Ericas Familie subtil und mit schmerzhafter Intensität geschildert.

Kate Beckinsale in Charakterrolle

Die positive Überraschung des Films ist Kate Beckinsale. Die Britin kann, wenn Sie nicht von Ehemann Len Wiseman (Regisseur von „Underworld“) in Lack- und Leder-Fetisch-Outfits auf Untote losgelassen wird, richtig gut schauspielern. In der Rolle der Powerfrau Rachel schafft sie es, den Zuschauer von Beginn an mit sehr viel Ausstrahlung für ihre Ansichten zu gewinnen. Auch die pragmatische Haltung, mit der Rachel ihre familiären Probleme in Kauf nimmt, verkörpert sie absolut glaubhaft. Matt Dillon ist, trotz relativ geringer Spielzeit, ein guter Gegenspieler. Sein Charakter Dubois arbeitet gegen Rachel, da er, genau wie Rachel, seinen Job ausübt. Er ist konsequent, rücksichtslos und teilweise selbstgefällig. Dank dem guten Spiel von Matt Dillon bleibt Dubois zu jeder Zeit menschlich nachvollziehbar. Vera Farmiga kann als enttarnte CIA-Agentin ebenfalls überzeugen. Durch die ausgewogene Charakterisierung in Luries Drehbuch, darf sie sowohl die taffe Geheimagentin, als auch die liebevolle Mutter, mimen.

Die vielleicht unterhaltsamste Figur des Films ist der von Alan Alda gespielte Staranwalt Burnside. Zwischen Verständnis für seine Mandantin, entrüsteten Wutreden über die Pressefreiheit und arrogantem Geschwafel über Designeranzügen, gelingt es dem Routinier Alda, seine Rolle mit einer gehörigen Portion Selbstironie zu spielen. David Schwimmer im ernsthaften Metier zu begegnen, war auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig. Dennoch gelingt es ihm, den verzweifelten Ehemann ordentlich darzustellen.

Der Zuschauer sollte sich nicht davon irritieren lassen, dass es der Film nicht in die Kinos geschafft hat, sondern direkt auf DVD veröffentlicht wurde. „Nichts als die Wahrheit“ ist ein hochinteressanter Film über aufeinanderprallende Wertvorstellungen. Trotz kleiner logischer Lücken, ist der brisante Politthriller definitiv einer der besseren Genrefilme der letzten Zeit.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Bildtransfer ist bei diesem effektarmen Film ordentlich gelungen. Die Bildschärfe und die Detailzeichungen zeigen fast keine Schwächen. Die Farbwahl wirkt etwas unnatürlich unterkühlt. Da das aber zum Film passt, bewegt sich die Umsetzung des Bildes über dem Blu-Ray-Durchschnitt.

4 von 5 Punkten

Ton: Die deutsche und die englische Tonspur sind in DTS-HD 5.1-Sound vorhanden. Die Dialogverständlichkeit ist sehr gut und der manchmal etwas frontlastige Ton klingt sehr authentisch. Das bei „Nichts als die Wahrheit“ kein Effektfeuerwerk geboten wird liegt in der Natur des Films.

4 von 5 Punkten

Extras: Die Extras sind mit Interviews, einem Featurette „Beim Dreh“, einem Making Of, Deleted Scenes und einer Trailershow auf gutem Blu-Ray Standard. Überraschende Zusatzinformationen beinhalten die Bonusmaterialien nicht.

3,5 von 5 Punkten

Gesamt: 4 von 5 Punkten


Bildquelle: Ascot Elite, YouTube

Nichts als die Wahrheit

Originaltitel:Nothing but the Truth
Regie:Rod Lurie
Darsteller:Kate Beckinsale, Matt Dillon, Alan Alda, David Schwimmer
Genre:Drama
Produktionsland/-jahr:USA, 2008
Verleih:Ascot Elite
Länge:110 Minuten
FSK:ab 16 Jahren

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 23.02.2012
Nichts als die Wahrheit (Blu-ray)

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