Review: Game of Thrones Staffel 1

Die veränstigte Arya mit Ned zwischen zahlreichen düsteren Rittern (Quelle: HBO)

Die etwas veränstigte Arya mit Ned zwischen zahlreichen düsteren Rittern (Quelle: HBO)

Inhalt: Die rechte Hand des Königs von Westeros Robert Baratheon (Mark Addy, Bill Miller aus „Still Standing“) ist unter mehr als fragwürdigen Umständen ums Leben gekommen. Deswegen reist Robert mitsamt seiner Frau Cersei Lannister (Lena Headey, Queen Gorgo aus „300“) in den Norden seines Reiches, um seinen alten Freund Eddard „Ned“ Stark (Sean Bean, Boromir aus „Der Herr der Ringe“), den Lord von Winterfell, zur neuen rechten Hand zu küren. Die Königin und ihr machthungriger Bruder Jaime (Nikolaj Coster-Waldau, „Blackthorn“) haben aber ganz andere Pläne. Tyrion Lannister (Peter Dinklage, „Sterben will gelernt sein“), der kleinwüchsige zweite Bruder, der Prostituierte und Alkohol zu seinem Lebensinhalt gemacht hat, sieht schon bald böse Folgen für das ganze Land kommen.

Währenddessen schmiedet Visery Targaryen (Richard Mason aus „Jane Eyre“), der im Exil lebende Sohn des gestürzten ehemaligen Königs seine eigenen Pläne, um den Thron wieder zu erklimmen. Er zwingt seine Schwester Daenery (Emilia Clarke „Overdrive“) den Stammesfürsten des Kriegerstammes der Dorthaki (Jason Mamoa, „Conan“) zu heiraten, um mit dessen Armee zurück an die Macht zu kommen, aber schon bald fühlt sich Daenery in ihrer Rolle als Prinzessin wohler, als ihrem Bruder lieb sein kann. Jon Snow (Kit Harrington) hat sich der Nachtwache angeschlossen, einer Bruderschaft, die seit jeher die nördliche Grenze des Königreichs bewacht. Hinter der Mauer ereignen sich mysteriöse Vorfälle, die die Wächter nach und nach in Panik versetzen. In allen Ecken des Reiches beginnen sich die Toten zu häufen.

Der gebeutelte Tyrion Lanistair liegt mal wieder am Boden (Quelle: HBO)

Der gebeutelte Tyrion Lanistair liegt mal wieder am Boden (Quelle: HBO)

Kritik: Die überaus erfolgreiche Fantasy-Buchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R.R. Martin wurde für diese HBO-Serie von David Benioff und D.B.Weiss adaptiert. Wie üblich bei HBO-Serien, geizt auch „Game of Thrones“ nicht mit Haut und blutigen Szenen und verfügt über ein sehr komplexes Handlungsgeflecht, was erst nach und nach ineinander gefügt wird. Es entsteht eine von Fehden und Intrigen gezeichnete Episoden-Geschichte, die den Zuschauer vom ersten Moment an Westeros fiktive Welt fesseln. Dabei kommt besonders zur Geltung, dass keiner der Charaktere zu 100% „gut“ oder „böse“ ist, sondern fast alle nur für ihre eigenen Interessen einstehen. So wurde die Serie 2012 für einen Golden Globe als „Beste Drama-Serie nominiert. Dabei muss der Zuschauer aber aufpassen, bei den vielen parallel laufenden Handlungssträngen nicht den Überblick zu verlieren. Die große Anzahl der Charaktere führen auch dazu, dass die meisten Nebenfiguren aufgrund geringer Spielzeiten etwas klischeehaft ausfallen.

Dauerbösewicht Bean mal anders und ein kleiner Mann ganz groß

So durchwachsen die Nebenfiguren teilweise sind, so hervorragend sind die Hauptfiguren. Zentraler Punkt der Geschichten ist Sean Bean als Lord Stark. Bean, der in seinen Filmen meistens die Rolle des Gegenspielers übernimmt, kann in der Hauptrolle des rauen, pflichtbewussten Familienmenschen zu jeder Zeit überzeugen. Mit seiner ganzen Routine und Präsenz konnte er sich 2012 eine Nominierung für einen Saturn Award als „Best Actor on Television“ verdienen.

Die gerade 15-Jährige Newcomerin Maisie Williams ragt als Arya, die etwas burschikose Tochter von Ned Stark ebenfalls heraus. Für ihr Alter verfügt sie schon über eine enorme Leinwandpräsenz und hat sicher eine große Karriere vor sich. Richard Madden, Issac Hempstead Wright, Kit Harington, Sophie Turner und Michelle Fairey komplettieren die Stark-Familie mit durchgängig ordentlichen Leistungen. Lena Headey spielt als Cersei Lannister die böse Mutter des Reiches und hat an ihrer zynischen und selbstgefälligen Rolle erkennbar Spaß. Jack Gleeson als arroganter Thronfolger harmoniert sehr gut mit ihr. Comedian Mark Addy versteckt sich zwar hinter einem dicken Vollbart, spielt aber auch hier als verfressener König eine der lustigsten Rollen der Serie.

Daenery mit ihrem Leibwächter und Vertrauten Ser Jorah Mormont (Quelle: HBO)

Daenery mit ihrem Leibwächter und Vertrauten Ser Jorah Mormont (Quelle: HBO)

Der mehr als nur heimliche Star von „Game of Thrones“ ist aber der nur 1,35 Meter große Peter Dinklage. Sein Auftritt als gebeutelter Lebemann, der aufgrund seiner geringen Körpergröße gerade zu diesen düsteren Zeiten mit Vorurteilen zu kämpfen hat, dies aber mit Cleverness und Schlagfertigkeit kompensiert. Mit seinem grandiosen Auftritt spielt er selbst die starken Kollegen an die Wand. Seine Leistung wurde vollkommen zu Recht mit einem Golden Globe und einem Emmy in der Kategorie „Bester Nebendarsteller“ belohnt.

Ebenfalls mehr als gelungen ist das Hauptrollendebüt von Emilia Clarke. Die schöne Londonerin vollzieht als Daenery Targaryen die Wandlung vom schüchternen, ihrem Bruder hörigen Mädchen, zur toughen Prinzessin eines Kriegerstammes. Sie agiert mit einer dermaßenen Präsenz und Klasse, sodass ihr in Zukunft alle Türen in Hollywood offen stehen dürften. Der hawaianische Muskelberg Jason Mamoa beweist als Daenerys Mann Khal Drago, dass er mehr zu leisten im Stande ist, als in dem schwachen „Conan“.

„Game of Thrones“ ist eine Serie, die in der HBO-Tradition von „True Blood“, „Boardwalk Empire“ und „The Sopranos“ vielschichtige und komplexe Unterhaltung bietet, die mit starken Settings und Hauptdarstellern zu überzeugen weiß. Einziger Wermutstropfen bleiben die teilweise etwas eindimensionalen Nebenfiguren. Dennoch sind die zehn Episoden der ersten Staffel „Game of Thrones“ nicht nur für Fantasyfans sehenswert.

4 von 5 Punkten

 

Bild: Der Bildtransfer ist nahezu perfekt. Die Bilder der spektakulären Landschaften sind immer scharf und detailreich. Die Farbgebung ist sowohl im kalten Norden, als auch im warmen Süden immer sehr gut ausbalanciert und realistisch gewählt. Die Nahaufnahmen der Schauspieler lassen jedes noch so kleine Detail erkennen. In der gesamten Laufzeit sind praktisch keine Fehler vorhanden, die das Vergnügen bei diesem Augenschmaus mindern würden.

5 von 5 Punkten

Ton: Auch der englische und deutsche Ton in DTS-HD 5.1 ist sehr gut gelungen. Die Hintergrundgeräusche, Action-Effekte und Musikuntermalungen sprechen die gesamte Anlage an. Die Dialoge sind zu jeder Zeit verständlich. Da alles auch noch sehr gut abgemischt wurde, gibt es auch hier keine Mängel.

5 von 5 Punkte

Extras: Die opulente Sonderausstattung komplettiert diese tolle Box. Sieben Audio-Kommentare ein halbstündiges Making-Of, ein Führer durch Westeros, der alle nur vorstellbaren Informationen zu Orten, Charakteren etc. liefert, Episodenguides, Features „Anatomie einer Episode“ sowie Features zur Entstehung des Vorspanns und der eigens für die Serie entwickelten Dorthaki-Sprache lassen keine Wünsche offen. Alle Extras liegen in HD vor.

5 von 5 Punkten

Gesamt: 4,5 von 5 Punkten


Bildquelle: HBO, YouTube

Game of Thrones Staffel 1

Originaltitel:Game of Thrones
Entwickler:David Benioff , D.B.Weiss
Darsteller:Sean Bean, Peter Dinklage, Emilia Clarke, Lena Headey
Genre:Fantasy-Serie
Produktionsland/-jahr:USA, 2012
Verleih:HBO
Länge:10 Episoden zu je 50-60 Minuten
FSK:ab 16 Jahren
Homepage"Game of Thrones"

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Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 29.05.2012
Game of Thrones – Season 1 (Blu-ray)

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