Review: Mutter – The Diary of a Mother (Fantasy Filmfest)

Das Plakat von "Mutter" (©-Istanbul74)

(©-Istanbul74)

Inhalt: Die hochschwangere Gül (Hazar Ergüçlü) lebt mit ihrem Mann Cem (Erdeniz Kurucan) in einem Haus abseits des Dorfes. Als plötzlich die Wehen einsetzen, schaffen die beiden es nicht mehr ins Krankenhaus – Gül muss im Wagen gebären. Der Schock, als sie statt eines Kindes eine undefinierbare Kreatur zur Welt bringt, ist für Cem so groß, dass er in die Berge flüchtet. Ganz auf sich allein gestellt, versucht Gül für ihren ungewöhnlichen Nachwuchs zu sorgen. Dabei sieht sie sich Anfeindungen aus dem Dorf ausgesetzt und muss wirklich jede Gelegenheit nutzen, um Nahrung beschaffen zu können. Überforderung und Anstrengung stürzen sie in eine Abwärtsspirale, die einen hohen Preis einfordert.

 

Kritik: Autorenfilmer Alphan Eseli ist seit gut einem Jahrzehnt hinter der Kamera aktiv. Mit „Mutter – The Diary of a Mother“ gedenkt er seiner 2022 verstorbenen Mutter. Er taucht in den Alltag der alleinerziehenden Gül ein, deren Leben plötzlich zum reinen Horror wird, sie den Herausforderungen aber mit Liebe und Einsatz begegnet. Eseli entwickelt eine düstere Welt, die auf mehr als eine Art dem Lynch-Klassiker „Eraserhead“ ähnelt und zeitgleich ein kompromissloses Bild der Frauenrechte in den provinziellen Teilen der Türkei zeichnet. Dabei stürzt der Film seine Hauptfigur aus Tristesse und Einsamkeit immer tiefer in eine Welt, in der man nur ohne Rücksicht auf eigene und andere Verluste bestehen kann.

 

Gül hat einen schlechten Tag (©-Istanbul74)

Gül hat einen schlechten Tag (©-Istanbul74)

„Mutter – The Diary of a Mother“ ist sicherlich kein einfacher und auch kein unbedingt kurzweiliger Filmgenuss. Das Horrordrama ist aber ungemein atmosphärisch und packend, was vor allem in der zweiten Hälfte wirklich zur Geltung kommt. Dabei kann sich Alphan Eseli voll auf seiner Hauptdarstellerin verlassen. Hazar Ergüçlü spielt einen überragenden Part und gibt dem finsteren, oft ruhigen und teils sehr surrealen Treiben emotionale Tiefe und Erdung.

 

Auch wenn es sicherlich nicht jedem Zuschauer gelingen wird, einen Zugang zu „Mutter – The Diary of a Mother“ zu finden, ist diese blutige und mit Body-Horror-Elementen versetzte Ode an die alleinerziehenden Mütter ein ungewöhnliches Stück Kino, welches nicht nur wegen seiner Protagonistin positiv in Erinnerung bleibt.

3,5 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2026


Quelle: Fantasy Filmfest, YouTube

Mutter – The Diary of a Mother

Originaltitel:Mutter – The Diary of a Mother
Regie:Alphan Eşeli
Darsteller:Hazar Ergüçlü, Güven Kiraç, Erdeniz Kurucan
Genre:Horror, Drama
Produktionsland/-jahr:Türkei, 2026
Verleih:Raven Banner
Länge:99 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfest

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 24.08.2026
Review: Mutter – The Diary of a Mother (Fantasy Filmfest)

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