Review: Hex (Fantasy Filmfest)

Das Poster von "Hex" (©CAT&Docs)

Das Poster von “Hex” (©CAT&Docs)

Inhalt: Bislang hatten die Freundinnen Johanna, Victoria und Nikoline nicht viel mit Musik zu tun. Instrumente spielen sie nicht, Bühnenerfahrung fehlt ohnehin. Das hält sie nicht davon ab, einen großen Plan zu schmieden: Sie wollen die kontroverseste Band in der männlich dominierten Black-Metal-Szene Norwegens werden. 2022 gehen sie als „Witch Club Satan“ an den Start und landen schon nach wenigen Auftritten auf großen Festivals. Sie sind laut, inszenieren sich als feministische Hexen und untermalen ihre radikalen Texte mit viel Haut und echtem Blut. Das eckt natürlich an. Doch WCS sind bereit für den Kampf.

 

Kritik: Maja Holand war bislang hauptsächlich als Kamerafrau aktiv. Mit der Musik-Dokumentation „Hex“ feiert sie jetzt ihren Einstand als Regisseurin. Dabei hat sie die Mitglieder von „Witch Club Satan“ von den ersten musikalischen Gehversuchen bis zu großen Szene-Erfolgen begleitet. Es gibt dabei einen sehr direkten, unmittelbaren Einblick in die Sparte, aber auch die Gedankenwelt von der Band. Eine Einordnung findet über einen inszenierten Gerichtsprozess statt, bei dem verschiedene Weggefährten Pro und Contra der Auftritte des Trios präsentieren dürfen. Abgesehen davon beobachtet der Film nur und lässt den Zuschauer ein eigenes Bild der Situation malen.

Bei den inszenierten Abschnitten merkt man dank schicker Aufnahmen, wo die handwerkliche Heimat der Regisseurin ist. Daneben entsteht eine interessante Mischung aus kompromisslosen, etwas durchgeknallten Kunstperformances und den eher nachdenklichen Privatgesprächen, bei denen Druck, Probleme und Kritik von Black-Metal-Fans, Medien und auch dem eigenen Umfeld verarbeitet werden. Dieser Deepdive einer gnadenlos feministischen, leicht esoterischen Gruppe in ein teils von Sexismus und Rassismus geplagtes Feld ist zumindest anfänglich sehr interessant. Hier werden Beweggründe und Gedankengänge schnell klar und man lernt die Protagonistinnen (im Gegensatz zu verschiedensten Hollywood-Musik-Biopics) wirklich kennen. Diese Geschichte ist aber für Außenstehende der Szene sehr schnell auserzählt.

In skurrilen Kostümen wird abgerockt (©CAT&Docs)

In skurrilen Kostümen wird abgerockt (©CAT&Docs)

Auch wenn noch verschiedene Karrierestufen erklommen werden und die eine oder andere verrückte Aktion zu beobachten ist, dreht sich „Hex“ dramaturgisch ab der 30-Minuten-Marke ein bisschen im Kreis. Selbst wenn das Ganze schick bebildert und die Hauptfiguren sympathisch sind, ist die Thematik doch zu nischig, um einen kompletten Langfilm zu bespielen. Wer sich in der Szene heimisch fühlt, könnte da natürlich einen größeren Mehrwert aus den Gezeigten ziehen.

Insgesamt macht der Film Einiges richtig: Mit eindrücklichen Bildern wird die Geschichte einer ungewöhnlichen Band erzählt, die in einer rabiaten Branche anecken will. Das ist anfänglich spannend, verliert aber schnell an Luft, weshalb dieser Dokumentation vielleicht ein kürzeres Format gut zu Gesicht gestanden hätte. So bleibt „Hex“ ein Nischenfilm, der für den Durchschnittszuschauer im Verlauf doch ein ganzes Stück zu zäh wird und nur teilweise überzeugen kann.

3 von 5 Punkten

Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest 2026.


Quelle: Fantasy Filmfest, YouTube

Hex

Originaltitel:Hex
Regie:Maja Holand
Darsteller:Johanna Holt Kleive, Victoria Fredrikke Schou Reising,
Nikoline Josefine Spjelkavik
Genre:Dokumentation, Musikfilm
Produktionsland/-jahr:Norwegen, 2026
Verleih:CAT&Docs
Länge:92 Minuten
FSK:tba

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfest

Verfasst von Thomas.

 

Zuletzt geändert am 26.08.2026
Review: Hex (Fantasy Filmfest)

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