Hell House LLC

Das Artwork von “Hell House LLC – The Complete Collection” (© LEONINE, 2026)
Inhalt: Vor fünf Jahren ist es bei der Eröffnung eines Spukhauses im ehemaligen Abaddon Hotel zu einer unerklärlichen Katastrophe gekommen, bei der 15 Menschen ihr Leben verloren. Jetzt will die Journalistin Diane (Alice Bahlke) den Fall mit ihrem Team in einem Dokumentarfilm aufrollen und hinter die Geheimnisse des Desasters steigen. Ein Interview mit Sara (Ryan Jennifer Jones), die zum Betreiber-Team des Spukhauses gehörte und zusätzlich Videomaterial von den Tagen vor dem Ereignis mitgebracht hat, soll weiter Licht ins Dunkle bringen. Noch ahnt niemand, was sie in den kommenden Stunden erwartet.
Kritik: Der Found-Footage-Horror ist natürlich reizvoll für Filmemacher, da er in erster Linie eine Sache ist: günstig. Im besten Fall können so Filmteams ohne großes Budget ihr Talent ausleben und kreative Genrewerke liefern („Rec“, „Paranormal Activity“, „The Blair Witch Project“). Leider kommt es aber viel zu oft vor, dass auch weniger begabte bis faule Personen das geringe finanzielle Risiko nutzen, um mit belanglosem Schrott ein paar schnelle Dollars von den Genrefans abzugreifen. Stephen Cognetti, der im Jahr 2015 „Horror House LLC“ geschrieben und inszeniert hat, ist hier deutlich bei den Positivbeispielen einzuordnen. Eingebettet in eine Art True-Crime-Mockumentary entwickelt er hier einen kleinen, aber gemeinen Grusel-Horror-Film, der zeitweise wirklich unter die Haut geht.
Sicherlich hat dieser Film mit altbekannten Problemen des Subgenres zu kämpfen. Manche Actionszenen sind derart verwackelt, dass die Horrorelemente untergehen. Zusätzlich enthält der „Found Footage“ reichlich Stoff, in dem sich die eher flachen Charaktere mit Nichtigkeiten auseinandersetzen. Dennoch ist die Katastrophe als Ausgangslage äußerst einnehmend und der Weg der Figuren dorthin ziemlich packend. Allein dank einer großartig gewählten Film-Location, in der man Deko nicht von schlimmerem Grusel unterscheiden kann, versprüht „Horror House LLC“ eine extrem unangenehme Atmosphäre.
Cognetti erliegt selten der Versuchung, zu klassischen Jumpscares zu greifen. Viel mehr sind es hier die ruhigen Momente, wo fremde Gestalten sich unerkannt durch das Spukhaus bewegen, die für ehrliche Gänsehautmomente sorgen. Schauspielerisch wird für das Subgenre ordentliches Niveau geboten, ohne dabei jemanden zu haben, der besonders hervorsticht.
Es ist gut verständlich, dass mit „Horror House LLC“ ein kleines Franchise angestoßen wurde. So gibt die Rahmenhandlung reichlich Möglichkeiten mit, noch tiefergehend erkundet zu werden. Darüber hinaus ist dieser erste Film der Reihe ein interessant konzipierter, größtenteils spannender und stellenweise wirklich gruseliger Found-Footage-Beitrag, der sich auch hinter prominenteren Werken aus dem Bereich nicht verstecken muss.
3,5 von 5 Punkten
Hell House LLC II: The Abaddon Hotel

Diese freundlichen Gestalten warten im Keller (© LEONINE, 2026)
Inhalt: Zwei Jahre, nachdem ein Dokumentar-Team auf grausige Art mit den Ereignissen des Abaddon Hotels konfrontiert wurden, verschwinden noch regelmäßig Menschen, die sich für Mutproben und Online-Videos in das Hotel schleichen. Zu dieser Zeit bekommen die Journalistinnen Jennifer (Jillian Geurts) und Molly (Joy Shatz), Infos, dass sich noch brandheiße Beweismaterialien über die Hell-House-Nacht im Keller des Hotels befinden. Sie engagieren mit Mitchell (Vas Eli) jemanden, der schon an der Dokumentation beteiligt war und die Gänge des Gebäudes kennt. Doch schnell müssen sie einsehen, dass auch Vorsichtsmaßnahmen nicht reichen, um sich vor den Mächten innerhalb des Abaddon zu schützen.
Kritik: Drei Jahre nach dem verdienten Erfolg des ersten Teils kehrte Stephen Cognetti 2018 zurück, um mit „Hell House LLC II: The Abaddon Hotel“ tiefer in das Grauen des titelgebenden Orts einzutauchen. Dabei hält er neben der Location auch noch die meisten anderen Qualitäten des Vorgängers am Leben. Dennoch ist dieses Sequel nicht ganz so effektiv. Der erste Teil zog seinen Grusel auch aus der Rätselhaftigkeit, mit der Gestalten erschienen und ohne große Soundeffekte drohendes oder schon sehr nahes Ungemach angekündigt haben. Hier neigt man ein wenig dazu, die Ereignisse zu sehr zu erklären, was einigen Gänsehautmomenten doch entgegensteht.
Dennoch ist auch „Hell House LLC II: The Abaddon Hotel“ ein spannender und oft überdurchschnittlicher Genre-Beitrag, der mit einfachen Mitteln ordentliche Horror-Unterhaltung liefert. Während das erste Drittel noch ein wenig sprunghaft wirkt, um die Lücken zwischen beiden Filmen aufzuarbeiten, folgt in den weiteren 60 Minuten gradliniger Grusel. Schauspielerleistungen und Ausarbeitung der Charaktere sind wie im Vorgänger größtenteils überzeugend. Spätestens mit der gelungenen Schlussphase, die ein paar offene Fragen gut verknüpft, ist auch dieses Sequel ein Found-Footage-Horror, den man Fans vergleichbarer Werke bedenkenlos ans Herz legen kann.
3 von 5 Punkten
Hell House LLC III: Lake of Fire

Können diese hübschen Augen lügen? (© LEONINE, 2026)
Inhalt: Inzwischen sind neun Jahre seit den Ereignissen um das „Hell House“-Team vergangen. Der exzentrische Multi-Millionär Russ Wynn (Gabriel Chytry) möchte seine selbst entwickelte „Faust“-Theater-Adaption „Insomnia“ in den finsteren Gängen des Abaddon Hotel aufführen. Dabei wird er von der neuen „Morning Mysteries“-Redakteurin Vanessa (Elizabeth Vermilyea) begleitet. Schnell häufen sich wieder seltsame Vorfälle, die bis zum Premieren-Abend immer mehr eskalieren.
Kritik: 2019 veröffentlichte Stephen Cognetti mit „Hell House LLC III: Lake of Fire“ den Abschluss der ursprünglichen Trilogie. Auch wenn es hier im Vergleich zu den Vorgängern wenig Neues gibt und einige Muster schon reichlich repetitiv wirken, ist auch dieser dritte Film im Vergleich zu vielen anderen Produktionen des Subgenres mehr als brauchbar. Tatsächlich nimmt das Gezeigte im Gegensatz zum Vorgänger keinerlei Umwege und zeigt genau das, was das Publikum sehen möchte: Gruselig-atmosphärischen Budenzauber mit etwas zu beweglichen Clownspuppen, unerklärlichen Ereignissen und plötzlich auftauchenden Gestalten. Das gewinnt keine Kreativitätspreise mehr, ist aber wieder erstaunlich zielführend. Auch die Charaktere um den von Gabriel Chytry charismatisch verkörperten Multimillionär Russ sind wieder mindestens solide ausgearbeitet.
In der Schlussphase gelingt es, ein paar Fäden der bisherigen Reihe sauber zusammenzuführen und für ein gutes Finale der Grundgeschichte zu sorgen. Auch wenn „Hell House LLC III: Lake of Fire“ hauptsächlich mehr vom Gleichen bietet, ist auch dieser Film immer noch überdurchschnittlicher Found-Footage-Horror, der 86 Minuten solide Unterhaltung bietet.
3 von 5 Punkten
Hell House LLC Origins: The Charmichael Manor

Rebecca darf das Material ihres Lebens filmen (© LEONINE, 2026)
Inhalt: In den späten 1980ern hat sich in Charmichael Manor – unweit des berühmt-berüchtigten Abaddon Hotels – ein grausiges Verbrechen ereignet, bei dem Tochter und Mutter der Familie brutal ermordet wurden. Hauptverdächtiger war der Vater, konnte aber nie überführt werden. Über 30 Jahre später mietet sich die True-Crime-Podcasterin Margot (Bridget Rose Perrotta) mit Freundin Rebecca (Destiny Leilani Brown) und Bruder Chase (James Liddell) für fünf Tage in der Unterkunft ein, um den Ereignissen auf die Spur zu kommen. Ein paar gruselige Clownspuppen in der Abstellkammer und schwer erklärliche Geräusche sorgen schnell für ein erstes Unwohlsein. Doch schon bald muss das Trio einsehen: in Carmichael Manor sind finstere Mächte am Werk, vor denen es kein Entrinnen gibt.
Kritik: Mit dem dritten Film hatte Stephen Cognetti die Geschichte des Abaddon Hotels zu ihrem natürlichen Ende geführt. Im Jahr 2023 folgte dann der Ableger „Hell House LLC Origins: The Charmichael Manor“, in der die schauderlichen Ereignisse rund um die (in den Vorgängern bereits erwähnte) Charmichael-Familie beleuchtet werden. Dabei wird natürlich auch der ursprüngliche Handlungsort noch mit mehr Details versorgt. In den ersten 30 Minuten dürften viele Zuschauer den Eindruck haben, dass die Reihe besser eine Trilogie geblieben wäre, da die Figuren doch eher anstrengend bis nervig wirken und auch das schauspielerische Niveau unter den bisherigen Filmen bleibt. Das wird aber absolut zweitrangig, sobald das mal wieder exzellent gewählte Spukhaus seine Wirkung entfalten darf. Dabei ist die wohl gruseligste Foto-Slideshow der jüngeren Filmgeschichte nur der Startschuss für waschechtes Terrorkino, was mit einfachen Mitteln auch erfahreneren Horror-Zuschauern die eine oder andere Gänsehaut bescheren dürfte.
Cognetti findet hier wieder die gelungene Mischung von dichter Atmosphäre und intensiven, effektiven Schockmomenten, die den ersten Film ausgemacht hatten. Gerade in der Schlussphase macht „Hell House LLC Origins: The Charmichael Manor“, den die Figuren durchleben müssen, fast greifbar. Es ist schon fast unverschämt, wie gut der vierte Teil eines Low-Budget-Found-Footage funktionieren kann. Hier liefern Stephen Cognetti und sein Team nach mäßigem Start wirklich gruselige Genre-Unterhaltung, die problemlos als das beste Sequel der Reihe bezeichnet werden kann.
3,5 von 5 Punkten
Hell House LLC: Lineage

Erwischt! (© LEONINE, 2026)
Inhalt: Wie durch ein Wunder hat Vanessa (Elizabeth Vermilyea) die Ereignisse rund um die „Insomnia“-Theateraufführung im Abaddon Hotel überlebt. Sie lebt weiterhin im Dorf und versucht, mit therapeutischer Hilfe ihr Trauma aufzuarbeiten. Doch zuletzt wurden ihre Visionen immer realer und düsterer. Als dann Menschen aus ihrem Umfeld auf mysteriöse Art sterben, weiß sie, dass der Albtraum von damals noch nicht vorbei ist. Gemeinsam mit Alicia (Searra Sawka) versucht sie, die übernatürlichen Gegenspieler zurück in die Hölle zu befördern.
Kritik: Auch beim (voraussichtlich) finalen fünften Teil „Hell House LLC: Lineage“ aus dem Jahr 2025 übernahm Stephen Cognetti Regie und Drehbuch. Vor allem optisch schlägt er hier nocheinmal eine ganz andere Richtung ein. Nachdem sich vier Mal der Found-Footage-Stil als Mittel für ordentlichen Horror bewährt hat, gibt es hier klassisch gefilmtes Kino. Das sieht natürlich besser aus, schränkt aber den Gruselfaktor abseits einer gemeinen Einführungssequenz etwas ein. Atmosphäre und Unterhaltungswert sind auch hier wieder beständig, selbst wenn Traumabewältigung und ein generischer Exorzismusplot nur bedingt zur bisherigen Reihe passen.
Das Bemühen, wirklich alle Rätsel rund ums Hell House zu erklären, geht auch nicht wirklich auf. Zum Einen war es gerade die Rätselhaftigkeit, die in der Frühphase des Franchises für den Horror gesorgt hat. Darüber hinaus werden manche Themen übererklärt, während andere Elemente erst in diesem Teil aufgemacht und dann liegen gelassen werden.
Fast sprachlos macht das Finale des – laut Stephen Cognetti – letzten Teils der Reihe. Nachdem es einen eigentlich cleveren Twist gibt und man dann als Zuschauer auf einen interessanten Schlussakkord wartet, kommt es zu einem dann doch sehr abrupten Ende, was viele Zuschauer vor den Kopf stoßen dürfte. Das sorgt auch mit dafür, dass „Hell House LLC: Lineage“ der einzige missglückte Film der Reihe ist. Neben dem visuellen Wechsel verläuft sich dieses Sequel in zu vielen Kleinigkeiten, wodurch dieses eigentlich überzeugende Horror-Franchise einen leicht sauren Beigeschmack bekommt.
2 von 5 Punkten
Die Box ist ab dem 23.10.2026 auf Blu-ray erhältlich.
Bild: Natürlich lassen sich Found-Footage-Filme nur schwer nach klassischen Standards einordnen. „Professionell“ gefilmte Sequenzen wie Interviews und Talkshows sowie natürlich der gesamte Teil 5 sehen nach HD-Maßstäben gut aus. Im Rahmen aller wackliger Bilder, Unruhen, Verschmutzungen und verwaschenen Farben wirken die Aufnahmen sehr authentisch – was besonders bei den stärkeren Reihen-Beiträgen einen Teil zum Grusel beiträgt. Insgesamt sind die Aufnahmen natürlich nicht hübsch, sehen aber wahrscheinlich exakt wie gewünscht aus.
4 von 5 Punkten
Ton: Der deutsche und der englische DTS-HD MA 5.1-Ton sind natürlich auch genretypisch nicht optimal, arbeiten aber tatsächlich gut die verschiedenen akustischen Highlights ein. Wenn es gruselige Geräusche aus anderen Teilen des Hauses gibt, erscheint tatsächlich ein ordentlicher, räumlicher Sound. Diese Elemente klingen in der englischen Spur ein wenig „echter“, wobei auch die Synchronspur hier überzeugen kann. Die Dialogwiedergabe ist auch in beiden Versionen gelungen. Große musikalische Untermalung gibt es bei den Filmen abseits eines immer wieder aufgegriffenen Songs nicht.
4 von 5 Punkten
Extras: Bis auf Trailer gibt es kein Bonusmaterial.
1 von 5 Punkten
Gesamt: 3 von 5 Punkten
Hell House LLC – The Complete Collection bei unseren Partnern von JPC
Quelle: Bloody Disgusting Horror, YouTube
Hell House LLC
| Originaltitel: | Hell House LLC |
| Regie: | Stephen Cognetti |
| Darsteller: | Gore Abrams, Alice Bahlke, Vas Eli |
| Genre: | Horror |
| Produktionsland/-jahr: | USA, 2015-2025 |
| Verleih: | Leonine Distribution |
| Länge: | 474 Minuten |
| FSK: | ab 16 Jahren |
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 25.10.2026
Review: Hell House LLC – The Complete Collection (Blu-ray)

