
Das DVD-Cover von “Code 3” (© Atlas Film, 2025)
Inhalt: Seit fast 20 Jahren ist Randy (Rainn Wilson, „Haus der 1000 Leichen“) Rettungssanitäter. Trotz schlechter Bezahlung und geringer Achtung von Bevölkerung und Vorgesetzten wie dem gehässigen Doktor Serano (Rob Riggle, „Midnight Sun – Alles für dich“) hat er immer seine Arbeit gemacht und damit zahlreiche Leute vor dem sicheren Ableben bewahrt. Doch inzwischen ist er vom Zynismus zerfressen und dem Burnout nahe, weshalb er das Leben auf der Straße gegen einen Bürojob eintauschen will. In seiner letzten 24-Stunden-Schicht muss er noch einmal mit seinem Kollegen Mike (Lil Rel Howery, „Get Out“) und Praktikantin Jessica (Aimee Carrero, „The Last Witch Hunter“) im Chaos von Los Angeles verschiedenste Einsätze erledigen, bei denen nicht einmal Zeit für die einfachsten Bedürfnisse bleibt. Doch während die Erschöpfung immer weiter anwächst und das völlig überlastete Gesundheitssystem an allen Beteiligten nagt, wächst auch der Abschiedsschmerz bei Randy.
Kritik: Christopher Leone ist seit über einem Vierteljahrhundert als Regisseur und Autor aktiv. Dennoch ist „Code 3“ erst der zweite Langfilm nach „Parallels“, der von ihm inszeniert wurde. Hiermit sollte sich Leone hoffentlich nachhaltig in der Branche etablieren. Was sich zu Beginn anlässt wie ein leicht verdaulicher, schwarzhumoriger Blick in die Welt eines oft abspruchsvollen und hektischen Jobs, entwickelt sich bald zu sehr viel mehr. Das Fourth-Wall-Gimmick, wenn Randy das Publikum direkt adressiert, scheint zunächst etwas albern, etabliert sich als sinnvolles Werkzeug. Die große Stärke dieses Films ist es, eben nicht den geradlinig einfachen Weg zu gehen. So ist das Geschehen mal drollig, charmant, witzig und augenzwinkernd böse, scheut sich aber sich aber nicht, an den richtigen Stellen wirklich weh zu tun.

Randy hat den Spaß am Job (© Atlas Film, 2025)
„Code 3“ hat den klaren Blick auf ein unterfinanziertes und rein auf Effizienz ausgelegtes Gesundheitssystem, den man sich von den Lauterbachs dieser Welt wünschen würde. Dabei ist das Gezeigte angenehm unprätentiös, unterhaltsam und stellenweise aufrichtig lustig, ohne sich zu sehr der durchaus um sich greifenden Verbitterung zu ergeben. Geschicktes Casting hilft, die sozialkritische Punktlandung dieser gar nicht so seichten Komödie zu ermöglichen. Gerade Rainn Wilson, dessen zwischenmenschlich abgestumpfter und entnervter Randy zunächst wie eine Hommage an „The Office“ wirkt, im Verlauf aber immer mehr Facetten offenbart, liefert eine beachtenswertesten Darsteller-Leistungen dieses Filmjahres.
Lil Rel Howery als gutmütiger, inzwischen ebenfalls mit allen Wassern gewaschene Kollege von Randy und Aimee Carrero als idealistische Praktikantin geben dem Geschehen mit überzeugenden Auftritten eine zwischenmenschliche Ebene. Auch der von Rob Riggle verkörperte Dr. Serano bekommt im Verlauf mehr Substanz, als man zunächst von einem zweidimensionalen Fiesling in einem solchen Film erwarten würde.
„Code 3“ ist ein anderes Werk als man erwarten würde – und das ist auch gut so. Christopher Leone liefert die erhoffte bissig-ironische Unterhaltung, die aber fast beiläufig zu eine respektvollen Verneigung vor unbesungenen Alltagshelden und stichhaltiger Systemkritik mit starken Darstellern wird, wodurch man diese Tragikomödie als waschechten Geheimtipp bezeichnen kann.
4 von 5 Punkten
Der Film gehört zum Programm des Fantasy Filmfest Nights 2025 und erscheint am 25.09.2025 auf DVD sowie digital.
Quelle: Fantasy Filmfest, YouTube
Code 3
| Originaltitel: | Code 3 |
| Regie: | Christopher Leone |
| Darsteller: | Rainn Wilson, Lil Rey Hower, Aimee Carrero |
| Genre: | Komödie, Drama |
| Produktionsland/-jahr: | USA, 2024 |
| Verleih: | Atlas Film |
| Länge: | 99 Minuten |
| FSK: | ab 12 Jahren |
Mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Fantasy Filmfest
Verfasst von Thomas.
Zuletzt geändert am 11.09.2025
Review: Code 3 (Fantasy Filmfest)

