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Review: In the Heights

Das Hauptplakat von “In the Heights” (© 2021 Warner Bros Pictures)

Inhalt: Usnavi (Anthony Ramos, „Honest Thief“) lebt in den Washington Heights, einer sozial schwachen Gegend von Manhattan. Dort betreibt er mit seinem Cousin Sonny (Gregory Diaz IV) einen kleinen Laden und träumt von einer Rückkehr zu seinen Wurzeln in der Dominikanischen Republik sowie von einer Zukunft mit seinem heimlichen Schwarm Vanessa (Melissa Barrera). Die Nagelpflegerin will ihrerseits das Viertel verlassen, damit sie ihre anvisierte Karriere als Modedesignerin verwirklichen kann. Währenddessen kehrt Nina (Leslie Grace) ins Viertel zurück: Sie hatte sich eine Zusage der Elite-Uni Stanford erarbeitet und mit der Unterstützung ihres Vaters Kevin (Jimmy Smits, „Dexter“), einem bescheidenen Taxi-Unternehmer, das erste Jahr geschafft. Nun kommt sie mit schlechten Nachrichten nach Hause. Selbst wenn die Aussichten manchmal schlecht sind, kämpfen Usnavi und seine Nachbarn mit Herz und Ambitionen, um ihren Lebensweg Realität werden zu lassen.

 

Kritik: Speziell in den USA ist Lin-Manuel Miranda seit seiner Musical-Sensation „Hamilton“ ein waschechter Star. Diesen Ruf konnte er mit seiner Beteiligung an Disney-Produktionen von „Vaiana“ bis „Mary Poppins‘ Rückkehr“ weiter festigen. Bereits in jüngeren Jahren sorgte Miranda am Broadway für Furore. Sein Debütwerk „In the Heights“, das trotz stets positivem Grundton mit schwerwiegenden Problemen wie Gentrifizierung umgeht und dabei auf originelle Weise lateinamerikanische Klänge, Hip-Hop und klassischen Musical-Sound mischt, wurde 2008 unter anderem mit vier Tony Awards und einem Grammy ausgezeichnet. Gute 13 Jahre später hat das Musical seinen Weg auf die Kino-Leinwand gefunden. Regisseur Jon M. Chu („Die Unfassbaren 2 – Now You See Me“) gelingt in 143 Minuten eine exzellente Mischung von filmischen Adaptionen der Miranda-Nummern und ebenbürtigen Spielfilmsequenzen, die die Essenz der Geschichte immer einfangen.

In Usnavis Laden herrscht ständig Betrieb (© 2021 Warner Bros Pictures)

Während zentrale Lieder wie die titelgebende Eröffnungssong „In the Heights“ oder der extrem spaßige „96.000“ zu den wuchtig-mitreißenden Momenten des Films gehören, bleiben doch gerade die ruhigeren Szenen (einschließlich der besten Pärchen-Tanznummer seit „La La Land“) im Gedächtnis. Darstellerisch findet der Film eine interessante Mischung. Miranda-Weggefährte Anthony Ramos gibt einen äußerst sympathischen und begabten Protagonisten. An seiner Seite kommen mit „Straight Outta Compton“-Dr. Dre Corey Hawkins sowie den international eher unbekannten Melissa Barrera, Gregory Diaz IV und Leslie Grace ebenfalls ordentliche Darsteller zum Einsatz, die ihr Talent vorrangig während der musikalischen Phasen einbringen dürfen. Routiniers wie Jimmy Smits und die bereits auf dem Broadway in gleicher Rolle vertretene Olga Merediz (die für den wohl berührendsten Moment des Films sorgt), Serienstars wie Stephanie Beatriz und Dascha Polanco sowie Lin-Manuel Miranda selbst komplettieren den bunten Mix, dem man während der langen Spielzeit gerne folgt.

Mit kleinen Anpassungen ist diese Musical-Verfilmung am Puls der Zeit und schafft es, eine komplett in der (teils bitteren) Realität verankerte, dabei aber teils märchenhaft anmutende Geschichte zu erzählen. Gepaart mit den erstklassigen Songs und vor Esprit sprühenden Texten wird aus „In the Heights“ einer der schönsten und individuellsten Sommerfilme in langer Zeit.

4,5 von 5 Punkten

Der Film ist ab dem 23.09.2023 bei Netflix zu sehen.


Quelle: Warner Bros Pictures, LeinwandreporterTV, YouTube

In the Heigths – Rhythm of New York

Originaltitel:In the Heights
Regie:Jon M. Chu
Darsteller:Anthony Ramos, Melissa Barrera, Leslie Grace
Genre:Musical, Drama, Liebesfilm
Produktionsland/-jahr:USA, 2021
Verleih:Warner Bros
Länge:143 Minuten
FSK:ab 6 Jahren
Kinostart:22.07.2021

Mehr Informationen findet ihr auf der Seite von Warner Bros Pictures

Verfasst von Thomas.

Zuletzt geändert am 24.09.2023
Review: In the Heights

Thomas

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